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The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka

 

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Die Weltreise des Kochbuch-Autors Justin P. Moore geht endlich weiter! In seinem neuen Kochbuch veröffentlicht er 70 mitgebrachte Rezepte aus Sri Lanka und Süd-Indien und zeigt einmal mehr, wie abwechslungsreich vegane Küche sein kann.

Wir haben uns mit Justin zu einem kleinen Interview getroffen. Zudem konnten wir „The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka“ schon ausgiebig begutachten und haben bereits die ersten Rezepte nachgekocht! Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

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© Justin P. Moore

Berlin-Vegan: Hallo Justin. Vielen Dank, dass du dir Zeit für ein Interview mit Berlin-Vegan genommen hast. Kommen wir direkt zur Frage aller Fragen: Seit wann und warum lebst du vegan?

Justin: Das war bei mir ein ständiger Prozess. Seit ich 7 oder 8 war, wusste ich, dass für das Fleisch Tiere sterben müssen. Ich habe meine Eltern immer gefragt, von welchem Tier dieses Stück jetzt ist, welcher Körperteil, warum es so aussah, ob Stücke meines Körpers auch so aussehen würden. Also recht unangenehme Gedanken! Mit 15 bin ich dann zum Vegetarier geworden, mit 17 dann Veganer. Man kann sagen, dass ich seit über 20 Jahren vegan koche. Neben den Tieren stehen für mich besonders die Nachhaltigkeit und gesundheitliche Aspekte im Vordergrund.

Berlin-Vegan: Dein neues Kochbuch entführt die Leser nach Sri Lanka. Warum magst du diese Küche so besonders und was ist dein Lieblingsgericht?

Justin: Ich mag die Küche Sri Lankas und Südindiens so besonders, weil sie von Grund auf schon sehr pflanzenbasiert ist, und natürlich wegen der tollen Gewürze. Sie bietet eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Kokosnuss und Kokosmilch ist in Sri Lanka ein Grundnahrungsmittel und das ist natürlich ein Vorteil für die vegane Küche. Ich mag außerdem, dass die Gerichte schnell zuzubereiten sind und man problemlos mehrere gleichzeitig kochen kann. Mein Lieblings-Currygericht ist auf jeden Fall das Jackfruit Curry, aber Street-Food-Snacks wie z.B. Vegetable Roti und Vegetable Kottu sind auch super.

 

Berlin-Vegan: Was kannst du Lesern empfehlen, die bestimmte Rezepte als zu kompliziert empfinden? Welche Tipps kannst du Kochneulingen mitgeben?

Justin: Das Wichtigste ist natürlich, dass man sich Rezepte aussucht, die einen ansprechen. Also durchforstet eure Kochbücher nach dem, was euch zusagt. Und dann übt und lernt die einzelnen Zutaten und Kochmethoden kennen. Am Besten sind Rezepte mit optischen Anleitungen. Wenn in einem Buch steht: „im Ofen lassen, bis eine braune Kruste entsteht“, ist das hilfreicher als eine bloße Zeit- und Grad-Angabe. Hört auf euer Gefühl und traut euch Neues auszuprobieren!

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© Stefanie Schulz

Berlin-Vegan: Was liebst du an Berlin als vegane Hauptstadt Europas? Kannst du uns Restaurant-Empfehlungen geben?

Justin: Neben der unglaublichen Anzahl an veganen Restaurants und Cafés ist es für mich besonders die internationale vegane Küche, die mich begeistert. Die Mischung aus Angebot und Qualität des veganen Angebots macht Berlin so besonders. Meine Empfehlungen für euch sind Emma Pea und das Lucky Leek; für schnelles Essen die Chaostheorie und das Fast Rabbit.

 

Berlin-Vegan: Wo kann man dich und deine Kochkunst in Aktion erleben?

Justin: Ich gebe regelmäßig Kochkurse und veranstalte vegane Dinnerpartys. Auch auf veganen Märkten und Messen gibt es mich regelmäßig in Kochshows zu sehen. Das nächste Mal kann man mich auf dem Green Christmas Market live in Aktion erleben. Bei diesem veganen Weihnachtsmarkt werde ich jeweils Samstag und Sonntag Gerichte aus meinen Kochbüchern vor Publikum kochen.

Mein besonderes Highlight wird die Teilnahme bei der Silvesterfahrt der Veganen Flusskreuzfahrt sein. Hier werden wir auf der Donau von Passau nach Budapest reisen und ich werde die Gäste u.a. mit Kochshows begeistern. Einige wenige Plätze sind noch frei – ihr habt also noch die Möglichkeit dabei zu sein! Meine Termine und Shows kündige ich übrigens immer auf meiner Facebook-Seite an!

 

Berlin-Vegan: Hast du während deiner Reisen schon mal komische Situationen in Verbindung mit deiner veganen Lebensweise erlebt? Welche ist deine liebste Geschichte dazu?

Justin: Eine meiner witzigsten Begegnungen passierte nicht bei meinen Weltreisen, sondern bei einem Familienausflug nach Brandenburg. Wir waren unterwegs und auf der Suche nach einer Unterkunft und einem Platz, wo wir abendessen konnten. Bei einem Gasthof fragten wir schließlich vorsichtig nach, ob es möglich ist, für uns etwas mit vielen Gemüsesorten zuzubereiten. Die Gastwirtin war sehr nett und bot uns an, zwei riesengroße Gemüseplatten mit vielen Beilagen zusammenzustellen. Das Wort „vegan“ vermieden wir – fragten dafür nach Alternativen zu Butter und Sahne, und erklärten einfach, wie toll das regionale Gemüseangebot der Speisekarte war. Nach einem wirklich sehr leckeren und reichhaltigen Essen bedankten wir uns. Die Wirtin war sehr zufrieden und bedankte sich dann mit den Worten „Ja, das war unserer Küche auch eine Freude … überhaupt nicht kompliziert. Zum Glück seid ihr keine dieser verrückten unmöglichen Veganer!“

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© Stefanie Schulz

Berlin-Vegan: Wohin geht deine nächste Reise und auf welches Kochbuch können wir uns somit vielleicht freuen?

Justin: Ich werde im Januar mit meiner Familie für fünf Wochen nach Malaysia, Singapore und Borneo reisen. Dort gibt es unter anderem eine große indische Gemeinde mit deren Kochtraditionen, und ich freue mich auf viele neue Entdeckungen aus der südostasiatischen Küche. Ich habe bei meinen Recherchen schon gesehen, dass es beispielsweise in Kuala Lumpur über 200 vegane und vegetarische Möglichkeiten zu entdecken gibt! Ob direkt aus dieser Reise ein „Malaysia“-Kochbuch entsteht, so wie mit den letzten beiden – „Mexico“ und „Sri Lanka“ –, kann ich allerdings noch nicht genau sagen. Ich habe mehrere spannende Ideen für ein nächstes Buch und werde mich einfach dort inspirieren lassen und schauen, was kommt.

Vielen Dank, Justin! Was auch immer uns als nächstes erwartet – wir freuen uns schon jetzt darauf!

 

Hier nun einige Infos zu „The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka“, Fotos der nachgekochten Gerichte und einige Worte zum Kochbuch selbst.

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Pol Sambol – Klassische Kokosnuss-Würzmischung (© Stefanie Schulz)

Ich kann gar nicht genau sagen, was ich an Justins Büchern am liebsten mag: das Format, die Fotos, die einfach verständlichen Anleitungen, die Auswahl der Gerichte oder die Flexibilität, die man beim Kochen hat. „The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka“ schließt an das wunderbare Konzept seiner Vorgänger-Kochbücher „Vegane Rezepte eines Weltreisenden“ und „Mexiko!“ an.

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Carrot Curry – schnelles Möhren-Curry (© Stefanie Schulz)

Zu Beginn des Buches erzählt Justin von seiner Reise, seinen Eindrücken und gibt viele wertvolle Tipps für jeden, der selbst plant, diese wunderschöne Insel zu besuchen. Passend dazu erhält der Leser einen ersten Einblick in die Küche Sri Lankas und kann entdecken, wie einfach man Currypulver und Kokosmilch selbst herstellen kann.

Es folgen mehrere Kapitel voller exotisch und lecker klingender Gerichte, die sich in Salate & Chutneys, „Short Eats“, Beilagen, Hauptgerichte & Currys und natürlich Süßem unterteilen. Besonders schön finde ich, nicht nur den Originalnamen, sondern auch die deutsche Bedeutung davon zu jedem Rezept lesen zu können. Man findet hilfreiche Angaben zu Zubereitungszeit, Portionsgrößen und Mengenangaben in Gramm- und Tassen-Metrik auf jeder Seite. Die Zubereitungsschritte sind sehr verständlich mit optischen Anleitungen und Zusatzinfos wie Aufbewahrung und Servier-Empfehlungen.

Ein weiteres Highlight sind die Variationen unter jedem Rezept. So gibt Justin Empfehlungen für den Austausch bestimmter Lebensmittel, wie z.B. alternative Kräuter (wenn man keinen Koriander mag), vedische Zubereitung oder Abwandlungen hinsichtlich Geschmack und Vorlieben.

Wer sich vor exotisch klingenden Gewürzen, Kräutern oder anderen Zutaten scheut: keine Angst! Sie sind alle im gut sortierten Biomarkt, im Asialaden und natürlich im Internet zu bekommen. Das Schönste daran ist, dass man diese Zutaten kennen- und liebenlernen wird und sie auch bei vielen weiteren Rezepten (nicht nur aus Justins Büchern) zur Anwendung kommen werden!

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Kadala Thel Dala – teuflisch würzige Kichererbsen (© Stefanie Schulz)

Mein persönliches Fazit: Exotisches Kochen ist super einfach, schmackhaft und abwechslungsreich dank Justins Kochbüchern! „The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka“ bietet nicht nur Veganern eine breite Palette an pflanzlichen Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts. Ich finde es besonders schön, dass fast vollständig auf Fleisch-Ersatz verzichtet wird und der Fokus auf Gerichten mit viel Gemüse, frischen Kräutern und leckeren Beilagen liegt. Die Anleitungen, Fotos und Zutatenlisten sind sehr übersichtlich und ansprechend. Justins neues Kochbuch macht neugierig auf Sri Lanka und diese wunderbare Küche!

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Date Cake – Dattelkuchen (© Stefanie Schulz)

 

The Lotus and the Artichoke: Sri Lanka!
Broschur, mit farb. Abb.
160 Seiten
14,00 € (D)
ISBN 978-3-95575-046-6

Das Buch gibt es direkt beim Ventil-Verlag, im Buchhandel und online zu kaufen!

Mehr über Justin und seine Kochbücher könnt ihr hier, auf seiner Webseite und natürlich bei Facebook erfahren.