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Das „Gateway to Hell“ blockieren

Demo zur globalen Aktionswoche gegen den Transport von „Versuchstieren“ durch Air France-KLM

Weltweit fanden in der vergangenen Woche zahlreiche Proteste statt gegen Air France-KLM, den letzten großen Transporteur von Tieren in die Hände der Vivisektoren. In ganz Deutschland waren es über 20, allein in Berlin vier Aktionen an drei verschiedenen Orten. Neben Kundgebungen am Flughafen und einer Flyeraktion vor der TU Berlin gab es am Pariser Platz vis à vis der Französischen Botschaft und des Brandenburger Tors eine Demonstration, die von Berlin-Vegan und der Berliner Tierbefreiungsaktion BerTA gemeinsam organisiert, von den Tierversuchsgegnern Berlin-Brandenburg, Aktiven von Animal Equality und vielen anderen Aktivist_innen unterstützt wurde.

Air France-KLM ist das weltweit größte Transportunternehmen für sogenannte Versuchstiere. Es transportiert Jahr für Jahr zehntausende Primaten aus Ostasien und Afrika in die Tierversuchslabore Europas und Nordamerikas. Fluggesellschaften wie Air France-KLM sind das entscheidende Bindeglied zwischen den asiatischen und afrikanischen Tierhändler_innen und ihren Käufer_innen in Europa und den USA. Ohne die Dienste der Tiertransportunternehmen wären Tierversuche in ihren heutigen Dimensionen gar nicht mehr möglich.

Während sich viele Fluggesellschaften längst gegen die Lieferung von Versuchstieren an die Pharma- und Forschungsindustrie entschieden haben, verdient Air France-KLM immer noch am Transport der Ware Tier von den Tierhändler_innen in Asien und Afrika zu den „Versuchstier“verbraucher_innen in Europa und Nordamerika und ist so einer der wichtigsten Verursacher und Hauptprofiteure dieser tausendfachen unnötigen Gewalt gegen andere Spezies.

Primaten und alle anderen Versuchstiere sind Geschöpfe wie wir, die Glück und Freude, Trauer und Schmerz empfinden. Sie alle haben das Recht, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden, sie nicht ihrer Freiheit und Würde beraubt, gequält, gefoltert und im Interesse des Profits und einer zweifelhaften Forschung getötet werden. Niemand darf ihre Rechte mit Füßen treten! Niemand soll mit dem millionenfachen Tierleid der Tierversuchsindustrie Geschäfte machen!

Wissenschaftler_innen haben längst erwiesen, dass aufgrund der fehlenden Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen, Tierversuche nicht immer sinnvoll sind. Ohnehin dient die Mehrheit von ihnen nicht kranken Menschen, sondern wird dem Altar einer selbstvergessenen und gewissenlosen Pseudowissenschaft geopfert, die sich Grundlagenforschung nennt, oder die Tiere werden gnadenlos in massenhaften Toxizitätstests verheizt.

Trotz der winterlichen Kälte waren wir unübersehbar und lautstark präsent, und während die Pferdekutscher_innen ihren Unmut über Demonstranten äußerten, vielleicht in der Erinnerung an Demonstrationen gegen Pferdekutschen am gleichen Ort, waren Passant_innen, Berliner_innen und Tourist_innen aus aller Welt sehr interessiert an den Flyern und Informationen, die wir anboten.

Von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung werden Tierversuche als überflüssig und grausam empfunden, und viele Menschen wollen, dass Tierversuche entweder ganz abgeschafft oder doch zumindest stark eingeschränkt werden.

Viele Menschen, die wir ansprachen, waren entsetzt darüber, welches Tierleid in den Frachträumen unter den Passagiersitzen verborgen wird, und welch entscheidende Rolle Fluggesellschaften wie Air France-KLM für das fortgesetzte Leiden in der Tierversuchsindustrie spielen. Aber wir machen Tierleid und Grausamkeit öffentlich.

Eine Frau sagte mir, sie müsse noch am Tag der Demo einen Flug buchen und wäre bisher unentschlossen, ob sie mit Air France oder Air Canada fliegen wird. Nach unseren Informationen stand ihr Entschluss fest, sagte sie: „Nie wieder Air France.“ Ein Mann erzählte, er arbeite bei Lufthansa und sei froh, dass sein Arbeitgeber aus diesem Geschäft ausgestiegen sei. Er erinnerte sich, wie einmal eine Ladung „Versuchstiere“ am Flughafen Frankfurt mehr tot als lebendig ankam, kein Tier war mehr zu retten; er sagte, diesen Anblick werde er nie vergessen – nie wieder Versuchstiertransporte!