Berlin-Vegan: Milch

Macht’s die Milch wirklich?

Die Antwort darauf kann nur heißen: Nein!

Der Mensch ist das einzige bekannte Lebewesen, das auch nach dem Säuglingsalter weiter Milch trinkt, dabei jedoch nicht etwa menschliche Muttermilch, sondern auch noch artfremde.

Würde jemand als Erwachsener menschliche Muttermilch trinken, so she man ihn sicher als recht verschroben oder gar pervers an; bei Tiermilch gilt das seltsamerweise nicht.
Übrigens: Kälbchen könnten die Milch ihrer Mütter heute gar nicht mehr vertragen, da sie absolut nichts mehr mit der ursprünglichen Milch zu tun hat. Daher werden die Kälber von Anfang an auf Milchersatz gesetzt, bekommen also niemals auch nur ein bisschen von der Nahrung, die eigentlich einzig für sie vorgesehen ist.

Denn die beansprucht nun der Mensch für sich.

Doch: ca. 75 % der Menschen weltweit vertragen nach dem Säuglingsalter keine Milch mehr! Eine aktuelle Graphik aus Wikipedia zeigt folgendes Bild.

Das Phänomen heißt Laktose-Intoleranz und ist keine Krankheit, sondern von der Natur so vorgesehen. Nach dem Abstillen wird das zur Verdauung der Laktose erforderliche Enzym Laktase in immer geringerem Umfang gebildet, denn nach dieser Zeit benötigt kein Säugetier mehr Milch.
Nur ca. 25 % der Menschen weltweit bilden also auch nach dem Säuglingsalter ausreichend Laktase. Dies wiederum ist jedoch die Folge einer erst vor etwa 7 000 Jahren erfolgten Mutation.

Und den Verzehr von industriellen Milch und Milchprodukten in dem Umfang, wir ihn heute sehen, gibt es erst seit ca. 50 Jahren!
Das was als unentbehrliches Nahrungsmittel angepriesen wird und bei uns mittlerweile das Lebensmittel Nr. 1 darstellt (ca. 50 % aller Nahrungsmittel), wird also in dieser Menge seit erst etwa 50 Jahren und von nur 25 % der Weltbevölkerung konsumiert. Ale anderen sind schon immer ohne ausgekommen - und das nicht schlecht!

Auf der anderen Seite dagegen konnte man deutlich beobachten, dass parallel zum Anstieg des Milchkonsums die sogenannten Zivilisationskrankheiten ebenfalls zunahmen. Natürlich ist nicht immer die Milch der einzige Faktor. Aber immer deutlicher werden die wissenschaftlichen Anzeichen dafür, dass sie eine ganz erhebliche Rolle spielt.

Wie aber konnte die Milch dennoch eine derartige Erfolgsgeschichte verzeichnen? Hier weitere Infos zur Geschichte der Milch: (folgt noch)

Wie bereits gesagt, ist Milch speziell auf den Bedarf von Babys abgestimmt. Diese müssen nach der Geburt besonders schnell an Gewicht zunehmen. Dabei jedoch gibt es zwischen den Tierarten große Unterschiede. Je schneller die Gewichtszunahme erfolgen muss, umso höher ist der Proteingehalt der Milch, beim Kaninchen z. B. 41 % (Gewichtsverdopplung in 6 Tagen), bei der Kuh 21 % (Verdopplung in 47 Tagen), die Muttermilch des Menschen hat dagegen mit 11 % den niedrigsten Proteingehalt aller Säugetiere (Gewichtsverdopplung in 180 Tagen).


Während also die meisten Tiere möglichst schnell aufstehen und laufen können müssen, also Muskelmasse bilden, wofür sie Eiweiß benötigen, kommt es beim Menschen vorrangig auf die Entwicklung des Gehirns an, für die Fett benötigt wird. Kuhmilch enthält 3,5 % Eiweiß, Muttermilch nur 1,5 %.

Übrigens ist zuviel Eiweiß für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich, es besteht die Gefahr von Nierenschäden. Daher wird sogar in der „milchtrinkenden Allgemeinheit“ davor gewarnt, kleinen Kindern Kuhmilch zu geben.
Doch auch mit unzähligen weiteren Erkrankungen (folgt noch) wird die Milch in Verbindung gebracht. Und interessanterweise haben bereits die alten Griechen diese Zusammenhänge gekannt und vor ihnen gewarnt - und das bei einem Verbrauch, der neben dem heutigen vernachlässigbar erscheint.

Und auch unter ökologischen Gesichtspunkten stellt die Milch ein äußerst großes Problem dar, denn gerade die Rinderhaltung ist besonders klimaschädlich. Hierzu meint beispielsweise Ralf Conrad, Direktor am Max-Planck Institut für terrestrische Mikrobiologie: „Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten.“
Und für etwas, das für uns so ungesund ist, quälen wir die Kühe (folgt noch) in unvorstellbarem Maße.


Wer aus ethischen Gründen kein Fleisch essen will, darf eigentlich auch keine Milchprodukte konsumieren, denn die Mechanismen der Tierausbeutung und –qual sind die gleichen.
Milch ist mit Leid und Tod verbunden - die Tiere werden hier sogar doppelt ausgebeutet, schon während des Lebens werden „Milchkühe“ innerhalb kürzester Zeit bis an die Grenzen ausgezehrt, bevor sie den grausamen Weg aller Schlachttiere gehen.

Doch das muss nicht sein!

Wir können etwas dagegen tun – und uns damit sogar gleichzeitig selbst nutzen!

"Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät ..."

ADA (American Dietetic Association), größte US-amerikanische Vereinigung von Ernährungsexperten (Ernährungswissenschaftlern, Diätberatern etc.) mit rund 70.000 Mitgliedern

Weitere Informationen:

www.zentrum-der-gesundheit.de/milch.html
www.milchlos.de/milos_0402.htm
www.youtube.com/watch
www.milksucks.com/osteo.asp
www.peta.de/web/home.cfm
www.vegetarismus.ch/heft/2000-4/kalziumtabelle.htm
www.animals-angels.de