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AtayaCaffe

Huch, wo bin ich? Mein Plan war es, das Ataya Caffe zu besuchen. Nun stehe ich in einem liebevoll eingerichteten Wohnzimmer? Eine Spielecke für Kinder, gemütliche Sitzmöbel, große Tische, Bücher zum Schmökern, sowie in warmen Farben gestaltete Wände empfangen die Gäste des Ataya Caffes.

Ich gehe durch den Raum und atme den Geruch von Gewürzen aus fernen Ländern und warmen Speisen ein. Ich steuere auf den bunten Tresen zu. Dort erwartet mich neben dem aufgebauten Buffet und vielen süßen Leckereien das Betreiberpaar mit einem freundlichen Lächeln. Die Sardinierin Elisabetta und der Senegalese Bachir leben seit 3,5 Jahren in Berlin und erfüllten sich mit dem Café einen Lebenstraum. Als eigene Chefköchin startete Elisabetta mit einem Cateringservice, der seitdem gern gebucht wird. Bachir ist eigentlich Musiker und packt hin und wieder im Ataya seine Gitarre aus, um die Ohren der Gäste zu verwöhnen.

Vor dem Start des Brunches sind viele helfende Hände unterwegs und füllen das heutige Buffet. In der Küche, um das Buffet und im „Wohnzimmer“ wird gewirbelt, um den Gästen ein tolles Bruncherlebnis zu ermöglichen. Die Atmosphäre erinnert mich an die Vorbereitungsphase einer großen Geburtstagsfeier. Die ganze Familie und viele liebe Freunde sind eingeladen, und alles soll perfekt sein. Trotz der Aufregung strahlen Elisabettas und Bachirs Gesichter und spiegeln deren Freude und Spaß an der Arbeit wider.

Die ersten hungrigen Gäste stehen pünktlich, einige Minuten vor der Eröffnung, erwartungsvoll vor der Tür. Die Pforten werden geöffnet und die Gäste herzlichst begrüßt. Das Ataya füllt sich. Jeder freie Platz wird von Familien mit Kleinkindern und Großeltern, Pärchen, Einzelpersonen und befreundeten Personen besetzt. Es kommen immer wieder Neugierige herein und möchten heute im Ataya brunchen. Der Andrang ist so groß, dass einige sogar freiwillig bei gefühlten 10 Grad minus draußen platznehmen und sich in Decken einmummeln.

Ich habe vorerst genug Beobachtungen notiert, flitze zum Buffet und starte mit einer Kokos-Linsensuppe. Weiter geht es mit Pappadams, Samosas, Reis, Couscous mit Gemüsesauce.

Ein Musiker spielt auf seinem afrikanischen Instrument namens Balafon. Eben war ich noch in meiner Berliner Wohnung, und nun befinde ich mich auf einer Kurzreise in Afrika. Ich genieße die Atmosphäre und sehne mich nach meinen nächsten Urlaub. Genug geträumt! Ich fülle nun meinen Teller mit Blumenkohlsalat, Zucchinisalat sowie Radicchio di Treviso und genieße jeden Bissen.

Ich recherchiere die Bedeutung von Ataya: Als Erstes finde ich die Information, dass Ataya gern als weiblicher Vorname gewählt wird. Wiki lässt mich zudem wissen, dass Ataya in mehreren Ländern der westafrikanischen Küstenregion die Bezeichnung für eine gebräuchliche Zubereitungsart von grünem Tee sowie für das so zubereitete Getränk ist. Elisabetta erklärt mir, dass es sich nicht nur um ein Getränk handelt. Ataya ist eine Art Tee-Zeremonie, in der man in einer geselligen Runde sein Getränk genießt. Es geht darum, mit lieben Menschen Zeit zu verbringen. Ich bemerke, dass man genau DAS im Ataya Caffe wiederfindet.

Mein dritter Gang besteht aus Hummus, Brot, Yassa, Erbsen, Rotkohl und Carasau Lasagna. Das Brunchkonzept erlaubt ein reichhaltiges Angebot an herzhaften Speisen, die mit hochwertigen Zutaten zubereitet werden. Eine Auswahl an Getränken und Süßspeisen (s.u.) können zu angemessenen Preisen separat erworben werden.

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten. Ich kann schreiben, dass mir ausnahmslos alles sehr gut geschmeckt hat. Das Angebot ist sehr abwechslungsreich und bestens aufeinander abgestimmt. Es wird ständig ein Auge auf das Buffet geworfen und bei Bedarf mit den tollen Speisen aufgefüllt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenfalls super. Für 12 Euro wird man wirklich gut bewirtet. Es gab für mich ausschließlich positive Geschmacksüberraschungen, und ich wurde auf eine kulinarische Reise vom europäischen Italien bis zum afrikanischen Senegal mitgenommen. Aufgrund der Vielfalt ist der Brunch auf jeden Fall „mehrgenerationstauglich“.

Kurz bevor ich meine Ataya-Entdeckungsreise beende, reserviere ich vorsichtshalber ein paar Plätze für den nächsten Brunch. Ich möchte auf jeden Fall mit Freunden wiederkommen, um mit ihnen gemeinsam an einem gemütlichen Sonntagnachmittag zu schlemmen und mich verzaubern lassen.

Bemerkung:
Der Sonntags Brunch im Ataya Caffe ist zu 100% vegan und wird ab 11:30 Uhr angeboten. Vorab ist eine Reservierung ratsam. In dem großem „Wohnzimmer“ haben ca. 40 Gäste Platz und können für 13 € bis 15:30 Uhr die Teller füllen. Hundebesitzer dürfen ihren Liebling mitbringen.

Elisabetta und Bachir unterstützen seit Jahren ein Frauenhaus in Senegal und möchten zukünftig einen Teil ihrer Einnahmen in das Projekt fließen lassen.

Tagesgeschäft/tägliches Angebot
– Heißgetränke (Kaffee- und Teespezialitäten, Curcuma Latte, Hot Chocolate) für 1,70 – 3,80 €.
– Süßes (Croissants, Torte, Kuchen, Cookies, Raw Chocolate Mousse, Tiramisu) 1,50 – 4,00 €
– warme Gerichte (Tagessuppe, Hummusteller und z.B. Couscous Dakar, Vollkorn Raviolini mit frischer Tomatensauce, traditionelle Minestrone hausgemacht wie bei Oma, Hummus & Avocado Bowl) 7,00 – 10,00 €

Gekocht wird täglich frisch und nach Lust und Laune. Bei der Auswahl der Speisen spielt zudem das saisonale Gemüseangebot eine große Rolle. Wenn möglich wird mit Bio-Lebensmitteln gekocht. Etwa 80% des gesamten Angebotes sind vegan. Der Rest ist vegetarisch. Der bunte Herkunftsmix der beiden Betreiber spiegelt sich in der Auswahl der Speisen, Snacks und Desserts wider.

Website des AtayaCaffes.

Katja Wasmus

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