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Viasko – Bar & Restaurant

Ein Bericht von Felicia Meyer-Jendro

War das Viasko nach seiner Eröffnung im Sommer 2010 kurzzeitig ein Geheimtipp, ist es nun bereits zu einer Institution geworden. Das Viasko liegt − nur fünf Minuten Fußweg vom Kottbusser Tor und an der Schnittstelle von Kreuzberg und Neukölln − in einer beschaulichen Seitenstraße und entzieht sich damit dem Trubel des „Kottis“. Das Viasko gehört Steffen Weigel, der als gelernter Veranstaltungskaufmann früher Konzerte und Open Air Festivals in Koblenz organisierte. Mit seinem rein veganen Restaurant erfüllte sich Steffen den Herzenswunsch, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen auf der „gleichen Wellenlänge“ treffen.

Alles, was im Viasko ausgeschenkt oder gereicht wird, ist zu 100% vegan und wird zudem von einem veganen Koch zubereitet. In Vorbereitung auf seine eigene Selbstständigkeit hat Steffen als Sous-Chef de Cuisine ein Jahr lang mit dem VeganHeadChef Björn Moschinki (der mittlerweile ebenfalls sein eigenes Restaurant, das Kopps in Mitte, eröffnet hat) zusammen im veganen Restaurant La Mano Verde in Berlin gearbeitet. Das Konzept der Küche im Viasko ist einfach: Lecker und vegan soll es sein, ohne dass man auf den ersten Blick sieht, dass es sich um ein veganes Restaurant handelt. Chefkoch im Viasko ist Christian Meyer, der selbst seit vielen Jahren vegan lebt.

Neuerdings arbeitet Steffen zudem verstärkt mit einem regionalen Erzeuger, dem Hof „Teltower Rübchen“, zusammen. Dabei ist ihm wichtig, dass die Landwirte verantwortungsbewusst produzieren. Mit oder ohne Siegel.

Das Viasko war ehemals ein Irish Pub und hat nach dem Umbau die ungezwungene Atmosphäre beibehalten. Auf der schönen Terrasse, die das Flair eines kleinen Biergartens hat, kann man an lauen Sommertagen gemütlich etwas essen oder auch einfach nur ein Bier trinken. Im Innenbereich des Restaurants gibt es viele Plätze und Ecken mit ganz eigenem Charme. So kann man es sich zum Beispiel mit einem Stück hausgemachtem Kuchen und einer Sojalatte auf dem Diwan gemütlich machen und in einem der vielzähligen Bücher der „Viasko-Bibliothek“ schmökern. Hat man gerne alles im Blick, kann man an den Bistrotischen gegenüber der Bar Platz nehmen oder es sich auf einer der Hochbänke gemütlich machen. Zudem gibt es mehrere Rundtische, an denen auch größere Gruppen ausreichend Platz finden. Ende 2011 wurde nun zudem das sehr gemütliche Kellergewölbe fertig ausgebaut und eröffnet, sodass das Viasko zirka zwanzig Gäste mehr bewirten kann. Hier kann man es sich an schönen Zweiertischen und Sitzecken gemütlich machen

Samtags und sonntags kann man zwischen 11 und 15 Uhr für 12 Euro lecker brunchen. Von selbstgemachten Aufstrichen, Pancakes, Obst, Salaten, Kuchen, Apfelstrudel bis hin zu warmen Gerichten wird alles aufgetischt, was das vegane Herz begehrt.

Besonders schön ist, dass man im Viasko „Moema Kaffee“ bekommt. Das Handelskonzept von Moema lautet „Mehr als Fair Trade“. Konkret bedeutet das: Moema achtet nicht nur darauf, dass der Rohkaffee fair gehandelt wird, vielmehr wird die gesamte Wertschöpfung − also auch Röstung und Verpackung − den Kleinbauern in Brasilien überlassen und somit deren wirtschaftliche Autonomie gestärkt. In der Regel wird zum Kaffee Sojamilch gereicht. Auf Nachfrage bekommt man allerdings auch Reis- oder Hafermilch.

Steffen bezieht alle seine Weine vom Weingut Löwensteinhof aus Winnigen an der Mosel. Mit dem Winzer Thomas Löwenstein ist Steffen befreundet, sodass er sich auf die Aussagen bezüglich der Qualität der Weine absolut verlässt. Thomas Löwenstein produziert seit 1992 vegan, das heißt er verzichtet auf alle Zusätze, die von konventionellen Winzern zur „Schönung“ des Weines eingesetzt werden können. Bei der Schönung werden dem Wein in der Regel entweder Gelatine, Eiweiß oder Fischblase zugesetzt, um die unerwünschten Gerbstoffe oder Verfärbungen aus dem Wein zu filtern. Indem Thomas Löwenstein dem Wein die nötige Zeit zu reifen gibt, braucht er nicht auf diese Methode zurückzugreifen. Mit der Zeit setzen sich die Trübstoffe von alleine ab und können dann auf natürliche Weise abgetragen werden.

Mein Tipp für alle, die zum ersten Mal hingehen (die beiden Hauptspeisen werden auf der Wochenkarte fast immer angeboten und die Vor- und Nachspeise nur manchmal):

Vorspeise:

  • Linsencurrysuppe für 3,90 Euro

Hauptspeise:

  • Gyros Teller: Soja. Gyros, hausgemachtes Fladenbrot, Zaziki, Krautsalat, Hummus und Oliven für 8,50 Euro
  • Panini „NYC“: Sojamedaillons, Cashewcreme, Tomate, Rucola und hausgemachtem Pesto für 8,50 Euro

Dessert:

  • Knusprige Nougat-Lasagne mit Früchten der Saison für 4,50 Euro

Last but not least möchte ich mich beim ausgesprochen freundlichen, aufmerksamen und präsenten Personal für unzählig nette Bewirtungen bedanken. Das Viasko ist in jeder Hinsicht zu Recht eine der beliebtesten und bestbesuchten veganen Locations Berlins und jedes Mal den Besuch wert.