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Berlin-Vegan bei der Großdemo gegen Tierversuche

Wie bereits angekündigt fand in Berlin am 20. April eine Großdemonstration gegen Tierversuche statt. Wir beteiligten uns daran und setzten uns lautstark mit weiteren ca. 2000 Teilnehmer_innen für die Millionen von Tieren ein, die jährlich in Deutschland und weltweit sinnlos und qualvoll im Namen der Forschung sterben müssen.

Großdemo gegen Tierversuche

Unter dem Motto „JA zum medizinischen Fortschritt! Darum NEIN zu Tierversuchen!“ zogen wir, begleitet von skandierten Sprüchen, Trillerpfeifen und Trommeln, vom Brandenburger Tor über die Straße Unter den Linden bis zum Alexanderplatz. Wir zeigten unseren Missmut über die Situation der nichtmenschlichen Tiere, denen tagtäglich in Laboren und Forschungsinstituten Gewalt angetan wird, die wochen-, monate-, ja sogar jahrelang brutal ausgebeutet werden und auf deren Kosten einige Unternehmer_innen rücksichtslos Profit machen. Dass Berlin-Vegan grundsätzlich Kritik an der Ausbeutung von Tieren und dem an sie durch den Menschen herangetragenen Nutzungsanspruch übt und das millionenfache Leid verschiedener Tiere nicht aus dem Blick verliert, wurde auch durch die Sprüche „Schluss mit dem Profit auf Kosten der Tiere!“ und „Für die Freiheit, für das Leben!“ auf unseren Schildern deutlich, ebenso wie durch die Forderungen „Tierausbeutung gehört – abgeschafft!“ und „Tiere wollen leben! Lebt vegan!“, die wir zusammen mit anderen Aktivist_innen im Chor ausriefen.

Tierversuche müssen endlich abgeschafft werden und stattdessen neue, bessere Forschungsmethoden mehr finanzielle Unterstützung von Bund, Ländern und EU erhalten. Hier ist also auch die Politik gefragt, die entsprechende Neuerungen gesetzlich festlegen und bürokratische Hürden überwinden muss. Zum Glück haben einige Parteien diese Notwendigkeit erkannt und übernehmen, wenn auch in unseren Augen oftmals noch zu langsam und verhalten, Verantwortung in diesem Bereich. Kritik richteten wir während der Demo auch gegen die Arbeit und die Bauvorhaben des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch. Das MDC, eines der wichtigsten Zentren für biomolekulare Forschung, setzt seit geraumer Zeit auf tierexperimentelle Forschung. 28% der im Jahr 2011 in Berlin „verwendeten“ Tiere in Tierversuchen entfallen allein auf das MDC. Doch des Tierleides ist damit nicht genug: Geplant ist der Neubau eines riesigen Tierversuchslabors, welches dem MDC angehören und voraussichtlich 24 Millionen Euro, überwiegend aus öffentlichen Mitteln bezahlt, kosten wird. Damit würde die Zahl der „Versuchstiere“ noch mehr steigen.

Die Demo am Samstag endete mit einer Kundgebung auf dem Alexanderplatz, wo sich einige Politiker_innen und Vertreter_innen von Tierschutzvereinen für eine tierversuchsfreie Forschung aussprachen und dementsprechende Änderungen forderten. Ob deren Worte mehr sind als nur Stimmungsmache für den Wahlkampf und Werbung in eigener Sache, wird sich noch zeigen. Indes werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle Tiere in Freiheit leben können und ihre Ausbeutung durch den Menschen endlich einen Schlusspunkt findet.