Vegane Heimtierhaltung
Grundsätzlich wird die Heimtierhaltung in veganen Kreisen besonders kontrovers diskutiert. Sie ist überall da abzulehenen, wo sie aus Geldgründen betrieben wird (Zucht, Wettbewerb) sowie für die alleinige Befriedigung persönlicher Bedürfnisse (Familien- oder Liebesersatz, Status).
Sobald das Motiv einer echten Verbesserung der Lebenssituation oder Gefahrenabwehr für ein Tier besteht, kann die Heimtierhaltung gerechtfertigt werden - wenn diesem Anspruch auch genügt wird.
Diese Verbesserung für das Leben eines (oder mehrerer) Tiere(s) ist zum Beispiel dann gegeben, wenn ein Tier aus einem Tierheim geholt bzw. davor bewahrt wird. Es gibt Tierheime, wo u.a. Katzen zum Teil in Einzelhaft auf maximal 2m² gehalten werden, mit einer erhöhten Fläche und einer kleinen Rückzugsmöglichkeit (Katzenkorb).
Persönliche Ansprache und Spiele gibt es aufgrund der Enge, vor allem aber wegen begrenzter personeller Kapazitäten nicht. Zudem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass bisweilen auch nicht vermittelbare Katzen ("unnütze Fresser") getötet werden.
Die Anschaffung und die Preisfrage
Es ergibt sich die Frage, ob man sich angesichts solcher Zustände wirklich ein Tier aus dem Heim holen will (und kräftig dafür bezahlt), oder nicht doch lieber ein Waisen-, Allergie- oder Scheidungstier vor dem Tierheim bewahrt. Diese Entscheidung kann Euch jedoch keiner abnehmen.
Zu den Suche/Biete Tafeln in Baumärkten, Supermärkten usw. gesellen sich Aushänge in "Fressnapf", Zoohandlungen, Tierarztpraxen.
Desweiteren gibt es Angebote im Internet z.B. bei
berlin.kijiji.de/f-Tiere-W0QQCatIdZ52 oder
berlin.markt.de/category,9/search.htm
kleinanzeigen.meinestadt.de/berlin/index.php
Vor Tierhändlern ist man natürlich nie gefeit, aber man kann einiges tun, um das auszuschließen. Solche Leute "vermitteln" in der Regel keine erwachsenen Tiere und auch kaum NichtRassetiere. Man sollte sich die Umgebung anschauen, wo das Tier vorher (angeblich?) gelebt hat:
- ist der Haushalt tiertypisch eingerichtet (Katzenklo, Futterschalen, herumliegendes Spielzeug, Ruheplatz) oder ist da einfach NUR das Tier?
- gibt es eine Beziehung zwischen Mensch und Tier? Wobei das kein ausschließliches Kriterium ist, da es Tiere gibt, die gehen zu jedem und solche, die noch nach Jahren keine echte Beziehung zu ihren Menschen haben
- als positiv kann gewertet werden, wenn ein Schutzvertrag verlangt wird, etwa so: www.tiervermittlung.de/tierschutzvertrag.pdf
- beim Preis muss man schauen: Ein Jungtier, das komplett "fertig" ist und wo die Halter bisher mehr Kosten als alles andere hatten, rechtfertigt auch einen höheren Preis, als ein Alttier, das schon auch Freude ins Leben der Halter gebracht hat. Ausnahmen könnten notwendige Operationen sein, die erst kürzlich gemacht wurden.
Bevorzugt sind jedoch Tiere zu empfehlen, die kostenfrei abgegeben werden. Man umgeht damit Händler und hat mit ziemlicher Sicherheit ein Tier, das einfach nur weg soll und in dieser Situation gefährdet sein könnte, ins Tierheim abgeschoben, ausgesetzt oder gar umgebracht zu werden.
Man kann es auch, besonders wenn man vielleicht ein Jungtier möchte, auf den Dörfern versuchen. Dort werden noch genügend Jungtiere jedes Frühjahr und Herbst umgebracht, weil die Leute dort allgemein nicht kastrieren lassen. Einfach rumfragen. Evtl. darf man zum Ausgleich die Kastration des Muttertieres organisieren und finanzieren, was eine Menge weiteres Elend verhindern würde. Ein freundliches Gespräch wirkt vielleicht Wunder.
Es gibt auch die sogenannten Notfalltiere, die auch Pflegetiere genannt werden (wie z.B. Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, etc.), sie bleiben bei uns nur solange bis sie wieder gesund sind um danach ein artgerechtes, liebevolles Zuhause zu finden. Wenn sie dann zur Abgabe bereit sind, kann
man sie z.B. ins Kaninchenschutzforum unter Privatvermittlung setzen.
Die Kriterien beim Kaninchenschutz sind sehr hoch, daher kann ich ihn unter anderem empfehlen.
http://www.kaninchenschutzforum.de/forumdisplay.php?f=78
Dort wird auch eine Schutzvertrag gemacht (inklusive Schutzgebühr).
http://www.kaninchenschutz.de/download/Schutzvertrag.pdf
Gute Arbeit leisten sicherlich die kleineren Tierschutzvereine, wobei das aber auch nie ausreichend von Außenstehenden bewertet werden kann. Diese Vereine verlangen in jedem Fall Geld (Schutzgebühr), haben aber auch genug Kosten, meist jedoch kaum Spender, im Gegensatz zu größeren Vereinen wie dem Tierschutzverein Berlin, dem das Tierheim Berlin angeschlossen ist und das fast alles abgrast, was zu holen ist, einschließlich riesen Erbschaften.
Alternativen könnten sein: (ACHTUNG: diese Auflistung stellt keine Gewähr für die Seriosität dar)
Vegane Ernährung
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