Berlin-Vegan: Die fleischgewordene Schweinegrippe
 

Die fleischgewordene Schweinegrippe

Die Schweinegrippe ist in aller Munde und allerorts schüren die Medien Panik. Doch auch kritische Berichte treten zu Tage; sie schärfen die Sicht auf die Umstände und erweitern den Horizont der Berichterstattung. Eine Zusammenfassung:

Dieser Artikel soll in keinster Weise eine wissenschaftliche Abhandlung darstellen – weder sind wir Ärzte noch Forscher, doch wenn selbst das RTL Abendmagazin die Panikmache der Medien hinterfragt, dann wissen alle, was dahinter steht.

Mexiko hat derzeit mit einem starken Imageverlust und damit einhergehenden einbrechenden Umsätzen im Tourismus zu kämpfen. Als würde die Eskalation im internen Kampf gegen die Drogenbarone nicht genug Probleme machen, werden nun Reisende isoliert und andere wollen gar nicht erst die Landesgrenze übertreten. Schweinefleisch-Importe werden verboten, der Tourismus bricht ein. Die Medien haben plakative Aufhänger und die Pharmaindustrie reibt sich einmal mehr die Hände, schließlich haben die Hersteller von Tamiflu schon einmal einen guten Gewinn gemacht (wir erinnern uns: Durch eine Knappheit des Impfmittels wurden vorrangig hohe Regierungsvertreter und Wirtschaftsmogule mit der Arznei versorgt, wohingegen der Mittelstand und die Unterschicht im Unwissenden gelassen wurden).

Das Dilemma am mexikanischen Unheil dabei ist, dass es vor allem amerikanische Firmen sind, die ihre Produktionsstätten ins billigere Ausland verlegt haben, um ihre Nahrungsversorgung aus Kostengründen – quasi wie Thailand auf Madagaskar (aus Platzmangel im Inland) – auszulagern.
So auch Smithfield Foods, der weltweit größte Fleischproduzent. Selbst wenn es nicht zu einer Pandemie kommt, so sind die gesundheitlichen und ökologischen Belastungen für Mensch und Natur immens! So hat die Mexikanische-Grippe (ob direkt oder indirekt) ihren Ursprung ebenso wie die sog. Spanische-Grippe in den USA. Egal, ob sie dabei direkt von Vögeln kamen oder den Umweg über das Schwein genommen haben.

Unabhängig davon, dass die allgemeine Grippe auch in Deutschland jährlich mehrere Tausend Opfer fordert (vorrangig kleine Kinder und alte Menschen), wird bei der fälschlicherweise als Schweinegrippe bezeichneten Mexikanischen/Amerikanischen/Neuen Grippe unverhältnismäßig Panik geschürt!

Selbst wenn es einen mutierten Grippeerreger geben würde, der von Schweinen auf Menschen übergehen kann und sich weiterhin vermehren kann, so wäre lediglich bewiesen, wie unmoralisch und schwerwiegend die Folgen von Massenhaltung anderer Spezien ist. Durch effizienzgetriebene Gewinnmaximierung wird das Individuum seiner Werte beraubt, Tiere werden als Ware deklariert und auf engstem Raum zusammengefercht. Dass es unter solchen Umständen zu Ausbrüchen von Seuchen kommt, ist kein Wunder. Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass in der Massentierhaltung (auch bei Fischfarmen) Medikamente wie Antibiotika zum Einsatz kommen, um die Tiere ruhig und gesund zu halten.

Der Philosoph Helmut F. Kaplan ist ebenfalls der Meinung, dass derlei nach außen getragende Skandale nur die Spitze des Eisberges sind:
„Rinderwahnsinn, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche: Wer die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher einschaltet und die Berichte und Kommentare zu den gräßlichen Bildern liest oder hört, könnte meinen: Für die Tiere ist jetzt aber eine besonders schlimme Zeit angebrochen. Dieser Eindruck ist völlig falsch. Leider: Es wird lediglich jetzt erst sichtbar, was bereits seit Jahrzehnten das alltägliche Schicksal der Tiere ist: Terror, Tod und Folter. Daß die Tiere jetzt nach ihrem Martyrium verbrannt anstatt gegessen werden, ist für sie belanglos.“

Um die sog. Lebensmittelproduktion zu regulieren und die weltweite Gesundheit nicht weiter zu gefährden, kann hier eine Petition unterzeichnet werden: http://www.avaaz.org/de/swine_flu_pandemic/?cl=228235748&v=3278

Doch alle können noch etwas dagegen unternehmen: indem diese Art des Miteinander nicht weiter hingenommen und die eigene Sicht für globale Zusammenhänge geschärft wird, damit daraus resuliterend ein einseitiges, unmoralisches System nicht weiter finanzielle Unterstützung erfährt. Der Konsum von Tierprodukten ist aus etlichen Gründen abzulehnen und die Schweinegrippe ist nur eine der unvorhersehbaren und schwerwiegenden Spätfolgen dieser Art der Nahrungsmittelproduktion.

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07.05.09 12:21 Alter: 308 days
Kategorie: Diverses, Ernährung Ernährung

Von: JF

Schweine: Opfer oder Täter?