Zwei Artikel im ND zu Film We Feed The World
Gespräch mit dem österreichischen Regisseur Erwin Wagenhofer
ND: Warum gerade Nestlé, warum Brasilien, warum Jean Ziegler?
Wagenhofer: Ich habe nach dem größten Lebensmittelkonzern der Welt gesucht, das ist Nestlé. Nach der größten Gewächshausanlage der Welt, die steht in Spanien. Jean Ziegler ist der weltweit höchste Experte für Hunger. Und Brasilien der größte Soja-Exporteur: 90 Prozent des in Europa seit BSE als Tierfutter so beliebten Soja kommt von dort. Natürlich wäre es einleuchtender, ihn in Osteuropa anzubauen und von dort nach Deutschland, Österreich oder in die Benelux-Länder zu importieren. Das Futtermittel kommt von einem anderen Kontinent, aber wohin nachher mit den Exkrementen? Es gibt Pläne, sie wieder zurückzuführen – in Deutschland gibt es mittlerweile Gülle-Börsen.
ND: Wäre eine komplette Versorgung der Weltbevölkerung denn tatsächlich auch ohne die Massentierhaltung und Gen-Technik denkbar, die der Film geißelt?
Wagenhofer: Ja, freilich. Die Massentierhaltung findet ja bei uns statt, nicht bei denen. Und wo es, in Südamerika zum Beispiel, Hühnerproduktion in Massentierhaltung gibt, werden deren Produkte nicht dort konsumiert, sondern bei uns. Der Viktoria-Barsch, der wird nicht vor Ort gegessen. Den essen wir – zumindest die Filets.
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»Wir müssen anders leben«
Dokumentarfilm informiert über die wirklichen Kosten unserer Nahrungsmittelproduktion
Von Susann Witt-Stahl
Der österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer drehte 84 Stunden Filmmaterial über Mangel und Überfluss in der globalen Nahrungsmittelproduktion. Es kommen Bauern, Fischer, aber auch die Lenker der großen Lebensmittelkonzerne und ihre schärfsten Kritiker zu Wort.Kompletter Artikel unter http://www.neues-deutschland.de/artikel.asp?AID=88249&IDC=9&DB=Archiv