Xenotransplantation (Organverpflanzung)
Bereits Mitte der 1990er Jahre wurde von Forschern vorhergesagt, dass man im Jahr 2000 so weit sein würde, Tierorgane in Menschen verpflanzen zu können. Doch diese Prognose stellte sich als völlige Fehleinschätzung heraus, denn die Probleme der Abstoßung von Tierorganen sowie der möglichen Übertragung von Krankheitserregern lassen sich bis heute nicht lösen. Doch noch immer wird Forschung dazu betrieben. Dabei werden Schweine gentechnisch verändert, ihre Organe dann in Paviane verpflanzt, die dies bislang bestenfalls einige Monate überlebten - unter Einsatz von Medikamenten, die die Abstoßung des Schweineorgans verhindern sollten. Anstatt das Geld in diese wenig erfolgsträchtige Forschung zu investieren, sollte es besser endlich in Kampagnen zur Vorbeugung vor Organversagen gesteckt werden!
Die Geschichte der Xenotransplantation, also der Organverpflanzung vom Tier auf den Menschen, ist eine lange Kette leidvoller und folgenschwerer Fehlschläge seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Immer mehr wurde die natürliche Tötungshemmung überwunden und das Lebensrecht der Tiere dem Ehrgeiz der Forscher untergeordnet. Seitdem wurden etliche Tierorganverpflanzungen durchgeführt, bei den Tieren fast immer ohne Narkose. Die Patienten mit den eingesetzten Organen starben meist innerhalb weniger Tage und bisher hat niemand solch einen Eingriff länger als 1 ½ Jahre überlebt. Diese Überlebenszeit ist für die Menschen als auch für die Tiere von großen Schmerzen und Qualen geprägt.
Eine große Gefahr ist auch, dass sich auf dem Blutweg tierische Zellen in den von der Transplantation nicht direkt betroffenen Organen einnisten sowie dort Infektionen oder Abstoßreaktionen hervorrufen können. Diese bis heute kaum beherrschbare Gefahr ist ohnehin das größte Problem der Transplantationsmedizin. Niemand kann voraussagen, wie die Folgen aussehen. Viele Krankheiten entstehen generell dann, wenn das eigene Immunsystem als Abwehrzentrale geschädigt ist. Seit man die Bedeutung der an sich segensreichen und lebenserhaltenden Antikörperfunktion als Ursache der Abstoßung der Transplantate kennt, war es das Bestreben der Transplanteure, die Antikörper zu unterdrücken. Trotz aller Bemühungen dieser Art sieht sich die Forschung stets mit neuen Hürden konfrontiert. Hoffnungslos ist die Lage, wenn eine sog. hyperakute Abwehrreaktion eintritt, die ein transplantiertes Organ in kürzester Zeit gewissermaßen unter den Händen des Chirurgen zerfallen lässt. Sie tritt bei Artenverschiedenheit auf, also in der Xenotransplantation von Tier zu Mensch. Bei artgleichen Transplantationen besteht die Gefahr einer chronischen Abstoßung. Nun wird versucht, durch Medikamente die Antikörper weitgehend in Schach zu halten. 80% der transplantierten menschlichen Spenderherzen überleben mit deren Hilfe um mehr als fünf Jahre. Das Problem besteht in den erheblichen Nebenwirkungen (von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, bis Nierenschäden, Blindheit, schwere psychische Veränderungen, epileptische Anfälle, Tumoren usw.) von immunabwehrhemmenden Medikamenten und in der Tatsache, dass diese Substanzen über sehr lange Zeiträume, evt. ein ganzes Leben lang, eingenommen werden müssen. Der Erfolg einer Unterdrückung der Antikörper bedeutet eine lebenslange Immunschwäche, die dazu führt, dass nun selbst sonst ungefährliche Erkrankungen bedrohlich werden können. Erschwerend zu diesen Problemen kommt hinzu, dass oft nicht nur ein Organ transplantierbedürftig ist, sondern gleich zwei oder drei voneinander abhängige Organe. So können z.B. schwere Lungenerkrankungen das in engem Blutaustausch verbundene Herz so schwer in Mitleidenschaft ziehen, dass gleichzeitig Herz und Lunge transplantiert werden müssen. Weltweit wurden nur wenige kombinierte Transplantationen durchgeführt, über Erfolg oder Misserfolg wurden nur spärliche Ergebnisse bekannt.
Einen Vorteil in der Verwendung des Schweins sehen die Xenotransplanteure darin, dass Nieren, Leber, Herz und Lunge größenmäßig denen des Menschen am nächsten kommen. Die Gefahr der Abstoßung besteht nach Ansicht einiger Herzchirurgen hierbei jedoch in noch größerem Maße. Um diese Hürde zu nehmen, glaubt die tierexperimentelle Forschung, die Lösung in der Schaffung sogenannter transgener Tiere zu finden, wobei man menschliches Erbmaterial in den Zellkern einer befruchteten tierischen Eizelle einführt.
Dies ist gleichbedeutend mit einem langen Leidensweg für Tiere, die für den Ehrgeiz der sog. Wissenschaftler unvorstellbare Qualen erleiden mussten. Gleiche Blutgruppen und der Ausschluss von Infektionskeimen sind äußerst problematisch. Zudem müssen die Organe nach Möglichkeit gleiches Gewicht und gleiche Größe haben. Bei der Organverpflanzung von Mensch zu Mensch lauert außer der Möglichkeit einer Abstoßung des Transplantats noch eine andere Gefahr: Bei dem amerikanischen Empfänger eines Spenderherzens z.B. wurden Knochenkrebszellen diagnostiziert, die eindeutig vom Spender stammten. Erst nach der Transplantation entdeckte man bei der Sektion eines anderen Spenders Lymphknotenmetastasen. Die Operateure geben zu bedenken, dass es bei der Eile solcher Operationen unmöglich sei, eventuelle bösartige Befunde eines Spenders auszuschließen, vor allem die Gefahr einer Übertragung von bekannten und unbekannten Viren vom Spendertier auf den Menschen, welche übrigens vor einigen Jahrzehnten bei der Herstellung des Polio-Impfstoffes völlig unterschätzt wurde. Damals wurden täglich Hunderte Affen getötet – insgesamt 1,5 Mio. – deren Nieren zur Herstellung des Impfstoffes verwertet wurden. Die darin enthaltenen damals noch unbekannten Viren, an denen die Tiere selbst nicht erkranken, hätten beim Menschen durchaus tödlich wirken und zu einer verhängnisvollen Impfkatastrophe führen können.
Die Profilierungssucht und der skrupellose Ehrgeiz der meisten Forscher schreckt vor keiner perversen Absurdität zurück. Die Hauptzahl der Spender sind Unfalltote oder Patienten, die durch Hirnblutungen zu Tode kamen. Die Wartezeiten auf ein Spenderorgan sind meist lang. Allerdings ist die Situation bei Nierentransplantationen insofern günstig, als die Dialyse eine Überbrückung darstellt. Derzeit werden jährlich etwa 3.500 menschliche Organe in Deutschland transplantiert. Der Bedarf ist aber rund viermal höher. Neben höherer Spendenbereitschaft und Prävention der Erkrankungen, die zum Organverlust führen, sucht die Wissenschaft verzweifelt nach Auswegen. Die moderne Medizin glaubt nun, in der Xenotransplantation einen Ausweg für diese Probleme gefunden zu haben. Die Wissenschaftler stellen sich vor, in den in beliebiger Menge zu züchtenden Tieren ein unerschöpfliches Reservoir für intakte Organe aller Art zu besitzen. Vor allem die großen Pharmahersteller wittern in diesem Sektor natürlich ein Milliardengeschäft und drängen auf möglichst baldigen Beginn klinischer Studien. Seit nahezu hundert Jahren war es der Traum ehrgeiziger Forscher, defekte Organe auszutauschen. Das Experiment, Organe von Mensch zu Mensch zu verpflanzen, erschien den ersten Transplanteuren jedoch zu gewagt, und so lag es nahe, sich der Tiere als Organspender zu bedienen und Tierorgane auf den Menschen zu übertragen. Diese jeglichem ethischen Empfinden widersprechende Methode wird als Xenotransplantation bezeichnet.
Bei Transplantationen unter Verwendung von Organen von Lebendspendern sind einem illegalen Organhandel Tür und Tor geöffnet. Schon jetzt werden notleidende Menschen in der Dritten Welt durch kriminelle Geschäftemacher, darunter auch Ärzte, schamlos ausgenutzt. Kinder verschwinden und werden einige Tage danach auf einer Müllkippe tot wiedergefunden. Den notdürftig vernähten Leichen fehlen alle transplantierbaren Organe. Eltern verkaufen ihre Kinder zu Transplantationszwecken.
Da die Probleme mit den Affenviren selbst den Wissenschaftlern als fast unüberwindlich erscheinen und der Widerstand der Öffentlichkeit gegen das »Ausschlachten« von Affen – immerhin den nächsten biologischen Verwandten des Menschen – als erheblich eingeschätzt wird, denken die Transplanteure jetzt vor allem an Schweine als lebende Ersatzteillager für den Menschen. Einen Vorteil in der Verwendung des Schweins sehen die Xenotransplanteure darin, dass Nieren, Leber, Herz und Lunge größenmäßig denen des Menschen am nächsten kommen. Die Gefahr der Abstoßung besteht nach Ansicht einiger Herzchirurgen hierbei jedoch in noch größerem Maße. Aber auch Schweine beherbergen eine Vielzahl von Viren, die für den Menschen überaus gefährlich werden können. Zur Erinnerung: Bei der großen Grippe-Epidemie von 1918 wurde das Influenza-Virus durch Tröpfcheninfektion vom Schwein auf den Menschen übertragen und forderte weltweit 20 Mio. Tote. Robin Weiss, ein britischer Virologe, entdeckte im Erbgut von Schweinen Retroviren, die dem AIDS-Virus verwandt und ebenso wandlungsfähig sind. Das führte selbst bei Prof. Bach von der Harvard Universität, bislang prominentester Befürworter der Xenotransplantation, zu einem Sinneswandel. Er befürchtet durch die Verwendung von Schweineorganen unkontrollierbare Risiken durch solche Viren, sowohl für den Operierten selbst, als auch für dessen Umfeld. Die Risiken durch die Medikamente, welche die Abstoßung des fremden Herzens verhindern sollen, sind erheblich.
Namhaften Forschern erscheint es nahezu unmöglich, sozusagen als Vorbeugung alle transplantierbaren Schweineorgane auf verdächtige Viren zu überprüfen, um jedes Risiko auszuschalten. Zwar gibt es Studien, welche glauben, nachweisen zu können, dass bislang mit Organpräparaten vom Schwein beim Menschen (z.B. wenn Blut von Schwerstkranken vorübergehend durch Milz, Nieren oder Leberzellen des Schweins gespült wird oder wenn Schweinehaut bei Verbrennungen eingesetzt wird) keine Probleme auftraten. Aber bei einer Übertragung eines kompletten Organs werden wesentlich mehr tierische Zellen und vor allem über einen wesentlich längeren Zeitraum als bei den bisherigen Transfers eingesetzt. Der amerikanische Tiervirologe Dr. Allan räumte wörtlich ein: »Von unseren 400 Tieren ist kein einziges frei von Viren, die für sie selbst ungefährlich sind, Menschen aber töten können. Man kann präventiv nur das suchen, was man kennt. Jede Xenotransplantation birgt ein unkalkulierbares, möglicherweise tödliches Risiko in sich.«
Die Wissenschaft glaubt die Lösung in der Schaffung sogenannter transgener Tiere zu finden, wobei man menschliches Erbmaterial in den Zellkern einer befruchteten tierischen Eizelle einschleust. Um das Problem der Abstoßung tierischer Organe in den Griff zu bekommen, wird durch gentechnische Manipulation versucht, die Zelloberflächen des tierischen Organs mit menschlichen Eiweißstoffen zu versehen, um so das Abwehrsystem des Empfängers zu überlisten. Damit soll das »feindliche« transplantierte Organ als »Freund« einstuft und so eine Abstoßung verhindert werden. Fast alle dieser Experimente sind bislang fehlgeschlagen.
Aber auch mit gentechnisch veränderten Tieren ist die Gefahr vorhanden, Viren auf den Menschen zu übertragen und eine tödliche Katastrophe für die Menschheit heraufzubeschwören. Zu bedenken ist zudem, dass bei der Lebensdauer eines Schweineorgans von etwa 15 Jahren während eines menschlichen Lebens die gleiche Transplantation zwei- bis dreimal vorgenommen werden müsste. Ganz abgesehen von den bisher ungelösten Problemen der Xenotransplantation sind es die immensen Kosten, die die Durchführung solche Transplantationen in größerem Ausmaß absurd erscheinen lassen. Unser „Gesundheits“system ist heute schon kaum mehr in der Lage, immer teurere Medikamente und Krankenhausaufenthalte zu finanzieren, woher soll dann das Geld für Transplantationen in großem Umfang kommen? Die Kosten für Transplantationen variieren zwischen 50.000 und 500.000 €; Gelder, die einer Präventivmedizin zur Erhaltung der Gesundheit ebenso verloren gehen wie der Forschung namhafter Wissenschaftler, die mit modernen Zellkulturtechniken Körperzellen aus körpereigenem Gewebe züchten, welche dann zu Organen heranwachsen. Weder Abstoßung noch Übertragung von Krankheitserregern sind bei diesen Forschungsmethoden zu befürchten. Warum werden sie also nicht in verstärktem Maße gefördert?
Die Organtransplanteure vertreten die Auffassung, dass der Hirntod als Zeitpunkt der Organentnahme identisch ist mit dem Tod des Menschen. Dem widersprechen aber viele Ethiker, Philosophen und kritische Ärzte, da es sich ihrer Meinung nach um einen nicht vertretbaren Eingriff in das Sterbegeschehen handelt. Die Sterbephase ist ein Abschnitt, der noch zum Leben gehört. Die Psyche selbst ist möglicherweise noch fähig wahrzunehmen, was mit dem Organismus geschieht.
Es soll aber vor allem auf die vielfältigen tierrechtlichen Aspekte der Xenotransplantation hingewiesen werden: Bis die Tiere züchterisch und gentechnisch so manipuliert sind, dass sie sich tatsächlich als Organspender eignen könnten, werden unzählige dieser bezaubernden Kreaturen einer blindwütigen Forschung zum Opfer fallen! Dass es die Öffentlichkeit nicht mehr ohne Weiteres hinnimmt, wenn Affen eingesperrt und als lebende Organbanken, d.h. zum Ausschlachten, gezüchtet werden, haben die Experimentatoren inzwischen wohl begriffen. Aber auch die Schweine, die als Organspender verwendet werden sollen, müssen steril gehalten sowie mit speziellem Futter ernährt werden. Mit einer artgerechten Haltung hat die Ausbeutung dieser hochintelligenten und sensiblen Tiere absolut nichts zu tun. Bei der Xenotransplantation wird das Mitgeschöpf Tier auf eine entwürdigende Weise zur gewinnbringenden Organfabrik.
Die Medizin muss sich auf ihre ethische Verpflichtung besinnen und wieder zu ihrer ureigensten Bedeutung, nämlich eine wahre Heilkunst zu sein, zurückfinden. Der medizinische Machbarkeitswahn der letzten Jahrzehnte glaubt in der Verwendung von wehrlosen Tieren ein unerschöpfliches Vorratslager für defekte menschliche Organe gefunden zu haben. Dies ist aus ethischen sowie aus wissenschaftlichen Gründen vollkommen inakzeptabel.

