Warum gibt es diese veraltete Testmethode überhaupt noch?
Berlin ist auf Deutschland bezogen leider auch weiterhin die Hauptstadt der Tierversuche. Diese werden hauptsächlich aus wirtschaftlichen und juristischen Gründen durchgeführt. Weit mehr könnte jedoch erreicht werden (vor allem ohne Tierleid), wenn man sich auf Methoden konzentrieren würde, die sich direkt auf den Menschen beziehen, z.B. klinische und epidemiologische Studien in Bevölkerungsgruppen, klinische Untersuchungen an kranken Menschen, Untersuchungen an Verstorbenen, Beobachtungen an menschlichen Freiwilligen sowie In-Vitro-Tests.
Tierversuche sind schon deshalb wertlos, weil sie keine vorausschauenden Hinweise liefern können. Unabhängig davon sind und bleiben Tierversuche, was sie immer waren: ein Verbrechen an unseren Mitgeschöpfen!
Ein Grund, weshalb Forschung am Menschen und mit menschlichem Gewebe so vernachlässigt wird, mag sein, dass solche klinischen Studien mehr Geschick, Zeit und Geduld benötigen, während „Wissenschaftler“ Tiere als beliebig verfügbar ansehen und es einfach bequemer ist.
Tierversuche sind jedoch aus medizinischen Gründen abzulehnen, denn die Krankheiten des Menschen können durch Tierexperimente weder in ihren wirklichen Ursachen erforscht noch geheilt werden. Das sogenannte »Modell« der Krankheit am künstlich geschädigten Versuchstier hat außer gewissen Symptomen nur wenig mit der menschlichen Erkrankung zu tun, die meist chronisch verläuft und psychische, veranlagungsabhängige, ernährungs- und umweltbedingte Ursachen hat. Im Tierexperiment lassen sich diese Einflüsse – zumal in ihrer Wechselwirkung – nicht ausreichend darstellen. Die weitgehende Ausrichtung der medizinischen Forschung am Tierversuch ist die Ursache dafür, dass es trotz millionenfacher Tieropfer, enormer wirtschaftlicher Investitionen und zahlreicher Versprechungen von Seiten der Wissenschaft bei der Bekämpfung der heutigen Massenkrankheiten (Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Rheuma, Allergien usw.) keinerlei Durchbruch gibt und dieser auch noch lange nicht in Sicht ist.
Tierversuche sind zudem auch aus wissenschaftlichen Gründen abzulehnen, denn die Ergebnisse von Tierexperimenten lassen sich nicht mit der nötigen Sicherheit auf den Menschen übertragen. Das Tierexperiment kann keine wirklich verwertbare Aussage darüber machen, ob und wieweit sich der menschliche und der tierische Organismus vergleichbar verhalten. In jedem Fall muss der gleiche Versuch mit einem unkalkulierbaren Risiko und einem kaum vorhersehbaren Resultat am Menschen wiederholt werden. Vorher ist jede übertragende Aussage Spekulation. Tierversuchsergebnisse besitzen nur für die gleiche Spezies eine gewisse verwertbare Aussagekraft, lassen jedoch keine Wirksamkeits-, Verträglichkeits- oder Sicherheitsvoraussage für den Menschen zu. Wesentliche Dimensionen des Individuums Mensch, nämlich soziale, seelische und geistige Bezugsebenen, die für alle Erkrankungs- und Heilungsvorgänge von Bedeutung sind, bleiben dadurch ausgeklammert. Traditionelle medizinische Vorstellungen vom Heilen sowie der Würde des Kranken oder gar Sterbenden werden durch einen weitgehend materialistischen Ansatz zerstört. Die Erforschung der wirklichen Ursachen unserer Krankheiten ist wesentlich sinnvoller, billiger und aussichtsreicher als immer wieder neue Experimente mit wehrlosen Tieren.
In jüngster Zeit wurde durch umfangreiche Studien mit kranken und gesunden Menschen der Einfluss unserer Lebensweise auf Entstehung und Verlauf verschiedenster Krankheiten untersucht. Es konnte eindeutig gezeigt werden, dass die heutigen Zivilisationskrankheiten weitestgehend durch Faktoren wie falsche Ernährung, Rauchen, Alkoholmissbrauch, Stress, mangelnde Bewegung usw. bedingt sind. In weiten Bereichen der medizinischen Forschung konnten bereits jetzt schon Tierversuche durch In-vitro-Studien mit z.B. Zellkulturen, Gewebeproben oder Mikroorganismen ersetzt werden. Die Möglichkeiten der In-vitro-Methodik sind noch längst nicht ausgeschöpft. Viele Eigenschaften wie Giftigkeit, krebsauslösende, erbgutverändernde, fruchtschädigende und wachstumshemmende Wirkungen von unterschiedlichsten Substanzen lassen sich im Reagenzglas untersuchen. Die Wirkungen von neuen und alten Medikamenten können in-vitro im Detail beobachtet werden. Viele völlig neue Wege mit wissenschaftlichen Forschungsmethoden, die im Gegensatz zum Tierversuch für den Menschen wirklich relevante Ergebnisse liefern, wurden in den letzten Jahren beschritten. Wege, mit denen Tierversuche nicht ergänzt, sondern in ihrer Aussagekraft weit übertroffen werden. Die Qualität einer medizinischen Erkenntnismethode kann immer nur nach ihren Ergebnissen direkt am Menschen beurteilt werden.
TierechtlerInnen weltweit haben sich zum Ziel gesetzt, sich für ein uneingeschränktes Lebens- und Freiheitsrecht für Tiere einzusetzen. Es ist allerhöchste Zeit, dass endlich anerkannt wird, dass Tiere sensible und leidensfähige Lebewesen sind, die Schmerz oder Freude genau wie wir Menschen empfinden können, und ihnen der uneingeschränkte Respekt entgegengebracht wird, den sie verdienen und der ihr unendliches Leid beendet. Wir haben kein Recht dazu, wehrlose Tiere in qualvoller Enge zusammenzupferchen und als Wegwerfmessinstrumente oder Versuchsobjekte zu missbrauchen. Das Leid der Tiere muss aus der Anonymität gezogen werden. Bloßes Nützlichkeitsdenken kann und darf kein ärztliches Prinzip sein. So fordern immer mehr Ärzte und Wissenschaftler die umgehende Abschaffung des Tierversuchs aus medizinischen und moralischen Gründen. In vielen Ländern (Deutschland, England, Schweiz, Italien, Griechenland, Israel, USA) formiert sich ihr Widerstand gegen das sinnlose Leiden und Sterben der sogenannten Labortiere. Tausende von kritischen Medizinern lehnen inzwischen engagiert das Tierexperiment als Mittel zur Erkenntnisgewinnung in der Wissenschaft ab.
Das Festhalten am Tiermodell zur Beurteilung von Gesundheitsrisiken für den Menschen ist nicht nur komplett nutzlos, sondern auch gefährlich für Menschen und garantiert tödlich für die Tiere. Wirklich zuverlässige und reproduzierbare wissenschaftliche Methoden, die für die Beurteilung der gesundheitlichen Sicherheit relevant sind, stehen längst für einen unverzüglichen Ersatz von Tiermodellstudien zur Verfügung. Es ist Sache der Regierungsbehörden, die notwendigen Investitionen für die weitere Entwicklung dieser Methoden zu tätigen sowie ihre Verwendung gesetzlich vorzuschreiben und Sache von uns mündigen Bürgern, der Politik viel Druck zu machen!
Tierrechtler fordern deshalb
- ein sofortiges Verbot aller Tierversuche, die nichts als unendliches Leid über die Versuchstiere und die zahlreichen, auf die Versprechungen der Vivisektoren vertrauenden, Menschen brachten! Tierversuche müssen, genauso wie unfreiwillige Menschenversuche, zum absoluten Tabu erklärt werden! Im Interesse von Mensch und Tier muss das tierexperimentelle System abgeschafft werden, damit die Energie und das Geschick wissenschaftlicher Forschung in bessere und sicherere Kanäle geleitet wird.
- von der EU die Einrichtung eines sofortigen, umfangreichen Förderprogramms zur weiteren Entwicklung und Anerkennung von tierversuchsfreien Testmethoden, z.B. im Bereich der Giftigkeitsprüfungen von Chemikalien. Tierversuche sind grausam und ihre Ergebnisse lassen keine Rückschlüsse bezüglich der schädlichen Wirkung von Chemikalien beim Menschen zu. Tierversuchsfreie Testverfahren sind dagegen nicht nur billiger und schneller, sie liefern außerdem für den Menschen verlässliche Ergebnisse und sind zudem ethisch vertretbar. Die Entwicklung und umgehende Anerkennung tierversuchsfreier Testmethoden muss vorrangig verfolgt werden.
- alle Wissenschaftler auf, nach neuen Wegen zu suchen, die auf Qual und Tod in Wissenschaft und Forschung verzichten.
- alle Mediziner auf, sich bewusst zu machen, dass ihre Aufgaben in erster Linie im Vorbeugen und Heilen und nicht im Verteilen von immer neuen Medikamenten, die auf Leid und Elend von Millionen von Tieren basieren, besteht.
- dass endlich ursachen- und patientenbezogene Behandlungsmethoden im Rahmen der Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde von Seiten des Staates unterstützt werden, anstatt vollkommen barbarische und irreführende Tierversuche zu finanzieren.
- eine neue Gesundheitspolitik, die ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen einzelner Lobbies wirksame Maßnahmen gegen krankmachende Faktoren wie falsche Ernährung und Suchtmittel, sowie die zunehmende Umweltverschmutzung durchsetzt und die Erhaltung der Gesundheit in den Vordergrund stellt. Wir alle müssen lernen, die Selbstheilungskräfte unserer Körpers zu unterstützen sowie für unser Wohlbefinden selbst Verantwortung zu tragen!



