Berlin-Vegan: Kommentar von Philosoph Kaplan zu Tierseuchen

Kommentar von Philosoph Kaplan zu Tierseuchen

Vom österreichischen Tierrechts-Philosophen Helmut F. Kaplan gibt es viele großartige Kommentare zum derzeitigen Weltgeschehen. Deshalb folgt nun ein solcher zur besonders und immer wieder aktuellen Thematik Tierseuchen (Vogelgrippe, BSE, MKS, Schweinepest usw. usw.). Viele weitere können Sie ebenfalls auf seiner Seite (www.tierrechte-kaplan.org) unter dem Menüpunkt "Kompendium" finden, es lohnt sich.

 

Unser Umgang mit Tieren ist ein ethisches Verbrechen und ein faktischer Wahnsinn

Rinderwahnsinn, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche: Wer die Zeitung aufschlägt oder den Fernseher einschaltet und die Berichte und Kommentare zu den gräßlichen Bildern liest oder hört, könnte meinen: Für die Tiere ist jetzt aber eine besonders schlimme Zeit angebrochen. Dieser Eindruck ist völlig falsch. Leider: Es wird lediglich jetzt erst sichtbar, was bereits seit Jahrzehnten das alltägliche Schicksal der Tiere ist: Terror, Tod und Folter. Daß die Tiere jetzt nach ihrem Martyrium verbrannt anstatt gegessen werden, ist für sie belanglos.

Dennoch ist die jetzige "Krise in der Landwirtschaft" alles andere als bedeutungslos: Nie zuvor wurde die Schamlosigkeit, Brutalität und Allgegenwärtigkeit des menschlichen Speziesismus so offenkundig: die Ausbeutung von leidensfähigen Lebewesen einzig und allein deshalb, weil sie zu einer anderen biologischen Spezies gehören - und sich nicht wehren können.

Dieser Speziesismus ist moralisch um nichts weniger fragwürdig als es Rassismus und Sexismus sind, übertrifft letztere in seinen Dimensionen aber um ein Vielfaches: Zu keiner Zeit wurden so viele Menschen auf so schreckliche Weise mit so perfekten Methoden so systematisch massakriert, wie dies heute mit Tieren geschieht.

Die Menschheit gleicht einem grenzenlosen Egoisten, dem es glänzend geht, der sich aber dennoch weigert, auch nur einen kleinen Finger zu krümmen, um anderen unnötiges und unvorstellbares Leid zu ersparen: Wir könnten uns problemlos vegetarisch ernähren, wollen aber dennoch keinesfalls auf Fleisch verzichten.

Dieses Verhalten ist nicht nur moralisch widerwärtig, sondern auch faktisch kurzsichtig und dumm: Die Fleischproduktion bedeutet auch für uns nur Nachteile: eine immense Ressourcenvergeudung (bei vegetarischer Ernährung könnten wir zehnmal soviel Menschen ernähren) und eine verheerende Umweltzerstörung (Grundwasserverseuchung, Regenwaldzerstörung, Treibhauseffekt um nur einige Punkte zu nennen). Ganz zu schweigen von den immensen gesundheitlichen Vorteilen einer vegetarischen Lebensweise.

Fortsetzung unter:
http://www.tierrechte-kaplan.org/kompendium/frames.php?url=a367.htm


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14.01.07 14:42 Alter: 5 yrs
Kategorie: Ernährung Ernährung