Berlin-Vegan: Artikel aus ND zu Marximus ohne Fleisch

Artikel aus ND zu Marximus ohne Fleisch

Die Linke und der "Marxismus ohne Fleisch"

Solidarität mit den Tieren sollte endlich integrales Element sozialistischer Programmatik und Praxis werden

Von Ingolf Bossenz, aus Neues Deutschland vom 19.08.2006

Dieser Tage veröffentlichte »Neues Deutschland« ein von meinem Kollegen René Heilig geführtes Interview mit dem ehemaligen italienischen Partisanen Rosario Bentivegna (ND vom 3. August 2006). Der heute 84-jährige Kommunist, der einst als führender Kopf der Stadtguerilla GAP den Widerstand gegen die deutschen Besatzer organisierte, sagte neben vielem anderen Bemerkenswerten, er fühle sich »mit allen Menschen und auch mit den Tieren solidarisch«. Solidarisch mit den Tieren. Das Bekenntnis eines »hartgesottenen« Expartisanen. Nicht Mitleid. Nicht Liebe. Solidarität. Ein Begriff, der in linken Programmen und Bekenntnissen zuhauf auftaucht. Aber mit Blick auf die Tiere?

Gier nach Profit kontra Würde der Kreatur

Was Rosario Bentivegna genau darunter versteht, führte er nicht aus. Ist er gegen Tierversuche, verabscheut er die Jagd, verzichtet er gar auf Fleisch im Wissen um Leid und Elend der so genannten Nutztiere? Auf jeden Fall zeigte er mit seiner knappen und doch so schwerwiegenden Bemerkung ein großes Defizit der Linken auf.

Konkreter wird da die kommunistische USA-Zeitung »People's Weekly World«, die einen Essay mit dem Titel »Marxism without meat?« veröffentlichte. Bei diesem »fleischlosen« Marxismus ging es nicht etwa um eine abgespeckte, revisionistische Variante der »reinen Lehre«. Der kalifornische Schriftsteller Gene Gordon verwies in dem Beitrag darauf, dass, wie immer man sich eine mögliche kommunistische Zukunft auch vorstelle, Einigkeit darüber herrsche, dass diese frei sein müsse von Grausamkeit. Und er warf die Frage auf, »ob eine der grässlichsten Grausamkeiten, die in unserer Zeit wuchert, unsere Zukunft verderben wird. Ich meine die Einkerkerung, Folterung und das Abschlachten von Milliarden und Abermilliarden Tieren.« Die monopolistische Kontrolle der Fleischindustrie, deren Gier nach ständig steigendem Profit sind für Gordon die treibenden Kräfte hinter diesem Elend – Kräfte, die die industrielle Tötungsmaschinerie auf immer schnellere Touren bringen und für die die Würde keiner Kreatur zählt, die der Arbeiter in den Schlachthäusern ebenso wenig wie die der massakrierten Tiere.

Neben ethischen führte Gordon gesundheitliche (tierischen Fetten geschuldete Krankheiten) und ökologische Gründe für einen Fleischverzicht an: Um ein Kilo Steak zu produzieren, seien 16 Kilo Getreide nötig und 19 000 Liter Wasser. Das Fazit des Autors: »Diese Verschwendung ist kriminell.«

Der komplette großartige Artikel unter www.neues-deutschland.de/artikel.asp


Kategorien:

05.01.07 19:15 Alter: 5 yrs
Kategorie: Ernährung Ernährung