Aktuelles Interview im ND zu Weihnachten mit Philosoph Kaplan
"Das ist Verrat in reinster Form"
Der Philosoph Helmut F. Kaplan über die alltäglichen Massaker in den Schlachthöfen und den Zusammenhang von Ernährung und Moral
Der Österreicher Dr. Helmut F. Kaplan (geb. 1952) hat mit seinen Büchern und anderen Publikationen wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechte im deutschsprachigen Raum populär zu machen. Am bekanntesten ist sein bei Rowohlt erschienenes Buch »Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung«. In »Tierrechte – Die Philosophie einer Befreiungsbewegung« (Echo-Verlag) stellte Kaplan alle wichtigen Argumente der Tierrechtsbewegung fachlich fundiert und allgemein verständlich dar. Sein jüngstes Buch »Der Verrat des Menschen an den Tieren« (Vegi-Verlag) ist derzeit vergriffen. Eine zweite Auflage ist in Vorbereitung.Mit dem in Salzburg lebenden Philosophen und Autor sprach Ingolf Bossenz.
ND: Herr Dr. Kaplan, Sie sind vermutlich froh, dass die sogenannten Festtage wieder einmal vorbei sind. In Ihrem neuen Buch »Der Verrat des Menschen an den Tieren« vermerken Sie immerhin unter dem Stichwort Weihnachten: »Unerträgliche, unübertroffene, grauenvolle Verlogenheit.« Ist diese Häufung von Superlativen nicht sehr übertrieben?
Helmut F. Kaplan: Im Gegenteil, der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit kann mit Worten kaum drastisch genug ausgedrückt werden: Es wird gefeiert, gesungen, man ist zu Tränen gerührt – und das bei einem Fest, das alljährlich für Millionen nicht menschlicher Kreaturen ein Massaker bedeutet. Auf der einen Seite das Gerede von Liebe und Vergebung, auf der anderen Seite das Gemetzel in den Schlachthöfen. Schaltete man den Fernseher ein und geriet in eine der unzähligen Einkaufs-, Koch- oder Esssendungen – was kaum zu vermeiden war –, bekam man den Eindruck, dass sich die ganze Welt nur noch um eines dreht: um das Töten von Tieren für den Gaumenkitzel der Menschen. Umso wichtiger ist daher jeder Einzelne, der sich darüber aufregt und etwas dagegen tut.
Das komplette Interview hier: http://www.neues-deutschland.de/artikel.asp?AID=103014&IDC


