Berlin-Vegan: Kormoran-Vernichtung am Bodensee, geplanter künftiger Rechtsbruch

Kormoran-Vernichtung am Bodensee, geplanter künftiger Rechtsbruch

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Sehr geehrter Herr Regierungspräsident Würtenberger,
sehr geehrte Verantwortliche,

auch ich schließe mich hiermit den Protesten der Tier- und Naturschützer sowie ihren Begründungen gegen Ihre lebensverachtenden Maßnahmen gegen die Kormoran- Brutkolonien in Ihrem Zuständigkeitsbereich innerhalb und außerhalb des Naturschutzgebietes an und fordere Sie ultimativ dazu auf, Ihre Vorhaben und Maßnahmen gegen diese Tiere unverzüglich einzustellen!

Mit großer Bestürzung habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass Ihr Haus beabsichtigt, die einzige Brutkolonie des Kormorans am deutschen Bodensee auszulöschen. Brütende Vögel sollen mit Scheinwerfern von ihren Nestern vertrieben werden, damit ihr Nachwuchs erfriert. Außerdem sollen diese ökologisch völlig zu Unrecht verfemten Vögel künftig bereits ab 1. August geschossen werden dürfen – also in der Zeit, in der viele noch mit der Jungenaufzucht beschäftigt sind.

Beide Vorhaben verstoßen gegen die Vorgaben des höherrangigen EU-Artenschutzrechtes. Ganz abgesehen davon, dass der geplante Abschuss, als "Naturschutz mit der Büchse", wie dieses schändliche Tun nicht nur in Baden-Württemberg und nun doch leider auch speziell in Ihrem Regierungsbezirk verbrämt wird, ohnehin moralisch höchst fragwürdig ist.

Baden-Württemberg läuft mit der in Ihrem Hause geplanten Kormoran-Vernichtungsaktion Gefahr, in der europäischen Naturschutzlandschaft ein weiteres Mal einschlimmes negatives Zeichen zu setzen. Der Naturschutz ist es, der zur Aufwertung dieser Region am meisten beiträgt! Sollten die Kormorane im Radolfzeller Aachried vernichtet werden, wird dies der Region auch touristisch großen Schaden zufügen. Für viele Naturfreunde war der Bodensee schon deshalb eine Reise wert, weil hier lebendige Vielfalt  der Natur in einzigartiger Weise erlebbar ist.

Die geplante Kormoranvernichtung wird in der Öffentlichkeit jene Resonanz nicht verfehlen, die allen Gastgebern der Region großen Schaden zufügen könnte. Sollte das RP Freiburg diese Schandtat durchführen, werde ich persönlich durch vielfache Weitergabe entsprechender Information  dazu beitragen, dass dieses Unrecht einer breiten Öffentlichkeit nicht verborgen bleibt.

Bereits mit der Planung des jetzt angekündigten Vernichtungsfeldzuges gegen die Kormorane demontieren Sie nicht nur den guten Ruf des Bodensees als Reiseziel für Naturfreunde, sondern auch den Ruf des Landes Baden-Württemberg, das sich einst als Vorreiter in Sachen Artenschutz in der Bundesrepublik Deutschland sehen konnte.

Dass Ihr Haus diese Vernichtungs-Aktion in einem ausgewiesenen, besonders hochkarätigen Naturschutzgebiet und gleichzeitig notifizierten EU-Vogelschutzgebiet durchführen will, macht die Schändlichkeit des Vorhabens komplett. Wo, wenn nicht in ausgewiesenen Schutzgebieten sollen Wildtiere eigentlich Ruhe vor Nachstellung und Tötung durch Jäger und Fischer finden?

Mit einer solchen Vernichtungsaktion fällt der baden-württembergische Naturschutz noch weit hinter Standards zurück, die selbst in sogenannten "Entwicklungsländern" längst unstrittig sind. Erwarten etwa die Safarigäste in afrikanischen oder asiatischen Schutzgebieten, dass vor ihren Augen Brutkolonien von Wasservögeln oder andere Wildtiere samt ihrem Nachwuchs sinnlos und in Massen ausgelöscht werden? Wie lange noch sollen in Baden-Württemberg Interessen einer einseitig ausbeitungsorientierten Minderheit, nämlich die der Hobbyangler und der wenigen Berufsfischer, über das Allgemeinwohl von Natur und Mensch und den verfassungsrechtlich gesichterten Belang der Naturbewahrung gestellt werden?

Ich bitte Sie daher dringend, sehr geehrter Herr Regierungspräsident: Setzen Sie ein zukunftgerichtetes Zeichen. Stoppen Sie die Vernichtung der einzigen Kormoran-Brutkolonie am deutschen Bodensee im Radolfzeller Aachried! Und verhindern Sie, dass Kormorane zukünftig selbst während der Aufzuchtszeit ihrer Jungen in Baden-Württemberg getötet werden dürfen.

Mit tierfreundlichen Grüßen