Berlin-Vegan: Kein Strom auf Kosten des Tropenwalds in der Biosphärenregion Bliesgau

Kein Strom auf Kosten des Tropenwalds in der Biosphärenregion Bliesgau

info@biosphaere-bliesgau.de, o.kuehne@umwelt.saarland.de, s.moersdorf@umwelt.saarland.de, p.mueller@staatskanzlei.saarland.de, joerg.Bruker@bfn.de, Gertrud.Sahler@bmu.bund.de, gjung@st-ingbert.de

 

Der Oberbürgermeister der Stadt St. Ingbert
Herr Georg Jung

Das Man-and-Biosphere-Nationalkomitee der UNESCO-Biosphärenreservate
Vorsitzende Frau Gertrud Sahler

Herr Jörg Bruker, Geschäftsführer des Deutschen Komitees des UNESCO Programms Der Mensch und die Biosphäre (MAB)

Ministerpräsident des Saarlandes
Herr Peter Müller

Ministerium für Umwelt des Saarlandes
Herr Minister Stefan Mörsdorf

Ministerium für Umwelt des Saarlandes
Dr. Dr. Olaf Kühne, Abteilungsleiter, Biosphärenregion Bliesgau

Zweckverband Biosphärenregion Bliesgau
Verbandsvorsteherin Annelie Faber-Wegener


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin schockiert darüber, dass St. Ingbert die Absicht verfolgt, Mitglied in der "Biosphärenregion Bliesgau" zu werden und gleichzeitig eklatant gegen die erklärten Ziele der UNESCO-Biosphärenreservate verstößt: Eine Stadt, die bedenkenlos den Betrieb eines Palmöl-Kraftwerkes genehmigt, in dem jährlich 730.000 Liter Palmöl aus Regenwaldkahlschlag verbrannt werden, nimmt weder Rücksicht auf die eigenen Bürger noch auf jene, die ihrer Biosphäre aus Profitgier beraubt werden.

Die Produktion von Palmöl aus riesigen Monokulturen ist gleichbedeutend mit Regenwaldvernichtung, Menschenrechtsverletzungen, sozialer Ausbeutung und trägt zur Beschleunigung des Klimawandels bei. Dies läuft allen Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt entgegen und hat nichts zu tun mit ökologischer Nachhaltigkeit.

Sollte St. Ingbert unter diesen Bedingungen in die "Biosphärenregion Bliesgau" aufgenommen werden, wäre dies ein Skandal. Als Alleinstellungsmerkmal würde dann gelten: Einziges Biosphärenreservat in Deutschland, das sich durch Plünderung von Biosphärenreservaten in so genannten Entwicklungsländern "auszeichnet".

Wenn das Beispiel Schule machen und die UNESCO Biosphärenreservate zulassen würde, die dazu beitragen, bedrohte Naturräume auszuplündern, dann brechen alle Dämme und die Palmöllobby hat freie Hand, den Exodus der tropischen Regenwälder zum Zwecke von Strom- und Kraftstoffproduktion zu vollenden.

Ich fordere Sie deshalb auf, die Produktion von Strom aus Palmöl sofort zu stoppen. Auch die genehmigte Lage des Kraftwerkes inmitten eines Wohngebietes ist unverantwortlich und kaum mit geltenden Normen zum Schutz der Anwohner vereinbar.

In Erwartung einer baldigen positiven Reaktion verbleibe ich

mit umweltfreundlichen Grüßen.