Berlin-Vegan: Leserbrief zu Präsentation des Zirkus Mondeo

Leserbrief zu Präsentation des Zirkus Mondeo

info@BA-NKN.Verwalt-Berlin.de, der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.Berlin.de, zack@vuesch.org, juxirkus@t-online.de, info@cabuwazi.de, info@sei.berlin.de

Tierquälerei ist keine Kunst!

Verehrte Damen und Herren!

Mit Entsetzen las ich die Präsentation des "Kinderzirkus" von Mondeo auf http://www.sei.berlin.de/#/neukoelln/circus-mondeo/

Es ist nicht nur ethisch, sondern vor allem pädagogisch verheerend, Kindern eine Persönlichkeitsbildung auf der Basis von Tierausbeutung angedeihen zu lassen, wie es im Zirkus Mondeo geschieht.

"Die Arbeit mit den Tieren soll die Kinder sensibilisieren", heißt es in der Präsentation. Ich meine, die Kinder werden hier dahingehend konditioniert, daß es gut und richtig sei, Tiere für das eigene Vergnügen einzusperren und zu Tätigkeiten zu zwingen, die sie von selbst nie tun würden. Dabei wird hingenommen, daß Tiere nicht nur unter der Gefangenschaft leiden, sondern genauso unter nicht artgemäßen klimatischen Bedingungen und der entsprechend veränderten Fütterung.
Soziale Beziehungen zwischen den Tieren werden unter dem Zirkusalltag ständig gestört, was die Tiere einem enormen Streß aussetzt. Oft genug, sind nicht einmal die Mindestanforderungen, die in den Zirkusleitlinien festgehalten sind, erfüllt.

Schlimm genug, daß es so etwas in einer sich zivilisiert nennenden Gsellschaft noch gibt, beschämt besonders die Tatsache, daß das Projekt der Initiative des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky zu entspringen und obendrein vom Senat gefördert zu werden scheint.

Selbstverständlich lieben die Kinder die Tiere und würden ihnen ziemlich wahrscheinlich selbst keine Gewalt antun. Daß diesen Tiere aber im Vorhinein der Wille gebrochen wird, ahnen sie nicht. Für sie scheint es, als seien die Tiere glücklich, mit den Kindern "trainieren" zu dürfen.

Welche Auswirkungen die "Zirkusarbeit" mit Tieren tatsächlich auf das menschliche Verhalten hat, zeigt sich insbesondere an den zumeist gewalttätigen Reaktionen von Zirkusleute auf friedliche Proteste von Tierschützern. Nirgendwo sonst tritt der Zusammenhang so offen zutage, daß keine Achtung vor fühlenden Wesen derjenige hat, dem die Empathie systematisch aberzogen wurde. Weitergehend stellt sich die Frage, welche sozialen Auswirkungen eine solche Art der "Persönlichkeitsbildung" auf die Gesellschaft hat.

Demgegenüber stehen tierfreie Kinderzirkusse wie www.vuesch.org/kinderzirkus/  www.juxirkus.de/juxi/index.php und www.cabuwazi.de , in denen die Kinder tatsächlich selbst etwas schaffen, statt andere zu etwas zu zwingen. Wer selbst etwas erlernt und dann dafür sogar mit Applaus belohnt wird, wächst daran. Schwächere zu zwingen ist keine Kunst und keine Leistung. Danach gefragt, würde jedes Kind zustimmen.

Daß tierfreie Zirkusse funktionieren, beweist stellvertretend für andere der berühmte Cirque du Soleil.

Ich fordere Sie daher auf, dem Projekt die Förderung so lange zu entziehen, bis ein tierfreies Konzept umgesetzt wird. In jedem Fall erwarte ich Ihre ausführliche Stellungnahme zu diesem Sachverhalt.

Mit freundlichen Grüßen

 

-------- Original-Nachricht --------
Datum: Thu, 17 Apr 2008 09:48:19 +0200
Von: Andreas.Psiorz@senatskanzlei.berlin.de
Betreff: Tierquälerei ist keine Kunst


Sehr geehrte xxx,

Ihre E-Mail vom 13. April 2008 zum Betreff ist bei der
Bürgerberatung der Senatskanzlei Berlin eingegangen. Ich wurde
beauftragt, Ihnen hierauf zu antworten.

Ihre Ausführungen zur Präsentation des Kinderzirkus von Mondeo
auf der Internetseite www.berlin.de wurden hier zur Kenntnis
genommen. Da Sie sich in gleicher Angelegenheit auch an den
Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln gewandt haben bitte ich
Sie, weitere Nachricht von dort abzuwarten.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Andreas Psiorz
Senatskanzlei des Landes Berlin
Abteilung Politische Koordination
Leiter der Bürgerberatung - III CB -

Tel.: (030) 9026 - 926 - 2223
Fax: (030) 9026 - 926 - 2370
mailto:buergerberatung@senatskanzlei.berlin.de