Leserbrief zur Ausgabe Juli 2007 zu Schäuble
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Sehr geehrter Herr Stauf,lassen Sie sich durch die anklagenden Leserbriefe in der Ausgabe Juli 07 der Dorfzeitung bitte nicht irritieren. Schäubles Politik und der vermeintlich ach so tolle demokratische Rechtsstaat wurden von empörten Lesern verteidigt. Doch was hat es mit dem einen wie dem anderen auf sich? Schäuble ist ein hochintelligenter und eiskalter Machtpolitiker. Ein Ankläger bemüht gar den Lebenslauf dieses Politikers, als sei es schon von Verdienst, sich lange an der Spitze der Macht halten zu können. Besser wäre es dann doch gewesen, die "Verdienste" des Herrn Schäuble einmal klar herauszustellen. Noch besser wäre es gewesen, einmal die "Verdienste" der (Bundes-) CDU zu beleuchten. Da haben wir neuerdings an höchster Stelle auffällig viel Geschwätz um abendländische Werte! Der Tierschutz gehört nicht mehr dazu. Die "Goldene Henne" Merkel und ihr Vollstrecker Seehofer haben gesetzes- und verfassungswidrig damit begonnen, die vergleichsweise hohen nationalen Tierschutzstandards auf die niedrige EU-Linie zu nivellieren! Siehe Legehennen, (www.kaefig-ade.de), siehe Masthühner! Dr. Schäuble sitzt mit im Kabinett. Soviel zum sogenannten Rechtsstaat und das naive teutonische Vertrauen in seine Funktionsträger. Obwohl – genau genommen sind die abendländischen Werte auch nicht das, was sie auf dem Papier versprechen. Bedrucktes Papier ist eben geduldig! Wenn es Machtpolitikern wie den Obengenannten um den Schutz der wahren abendländisch- christlich-klerikalen Werte wie Machtstreben, Vorherrschaft und kapitalistische Profitgier geht, werden sie schnell ungeduldig. Denn die gilt es auf Teufel komm raus zu schützen! Man betrachte auch mal in Ruhe den Personalausweis unter Blaulicht. Verfemte Teufelssymbole vorne und auf der Rückseite die Darstellung des Baphomet (=Luzifer/Satan) in der berüchtigten Darstellung des Okkultisten Eliphas Levi! – dank dem dafür letztverantwortlichen christlichen Innenminister Schäuble, der diese Gestaltungen durch einen ministeriellen Mitarbeiter wider allem Augenschein unter absurden Begründungen leugnet! Nazivergleiche sind in der Tat gefährlich. Ihre größte Gefährlichkeit beruht darin, dass jede nachfolgende Generation sich besser wähnt als ihre Vorfahren und den Bau von zig Mahnmalen mit tiefer Einsicht verwechselt. Es ist zudem ein gefährlicher Trugschluss, wenn die begangenen Gräuel im nachhinein stets als zeitgeschichtliches Phänomen innerhalb eines abgegrenzten historischen Kontextes abgetan werden und man glauben will, dass derlei Figurationen heute nicht mehr möglich wären. Solange wir uns wegen einer vermeintlich vorteilhaften Partizipation an Verbrechen weigern, Verbrechen an welchen Lebewesen auch immer zu erkennen, so lange gibt es keine erkennbare Weiterentwicklung unserer noch immer hauchdünnen Zivilisationsschicht. Es gibt nur eine Weiterentwicklung der Technik, aber keine grundlegenden Verhaltensänderungen. "Die Geschichte wiederholt sich dauernd: in sozialen Spannungen, Aufständen, wirtschaftlichen Krisen, Kriegen, also in ihren Haupt-und Staatsaktionen, die freilich noch im kleinsten, privatesten Rahmen sich spiegeln, im Herr-und Knecht-, im Freund- und Feindverhältnis. So gesehen p a s s i e r t grundsätzlich überhaupt nichts Neues, denn es bleibt sich qualitativ gleich, ob man Macht mit Pfeil und Bogen, mit Vorderladern, Maschinengewehren oder atomar ausübt. Geschichte ist ein Schauspiel aus ungezählten Akten – vor allem der Gewalt" (KH Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, I, S.31) und – wie ich hinzufügen möchte - vor allem einer dimensional ungeheuerlichen Gewalt der Menschheit gegen wehrlose Tiere.Alle empörten Briefeschreiber sollten nach den Ursachen der Gewalt und auch des Terrorismus fragen – dann kämen sie recht schnell der Lösung der zirkulierenden Gewalt nahe. Gewalt erzeugt Gewalt, Ungerechtigkeit erzeugt radikalen Widerstand, ethischer Verfall erzeugt Ganoven. Durch den immer stärker ausgebauten Überwachungsstaat wird ein Aktionismus gezeigt, der die tieferliegenden Ursachen von Gewalt und Ungerechtigkeit nicht behebt und wohl auch nicht beheben will, da dieser auf Kosten profitabler Markt-Geschäfte ginge. Die kleinen Ganoven fängt man, die Großen lässt man laufen – und exportiert z.B. weltmeisterlich weiter fröhlich gewinnschaffend Waffen und gefährliche Technologie, während man die Hände in Unschuld wäscht. Je größer das Verbrechen und je wirtschaftsmächtiger der Verbrecher, desto geringer zudem die Strafe, falls es überhaupt je zu einer Verurteilung kommt. Ganz im Sinne des abendländisch hierarchisch angelegten "Werte"-Systems! Bei so viel Werte-Heuchelei bleibt nur noch "Pfui Teufel" zu sagen! Mit freundlichen Grüßen