Berlin-Vegan: Zahlreiche Missstände in Schweinemastanlage Krämer

Zahlreiche Missstände in Schweinemastanlage Krämer

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Werter Herr Minister Uhlenberg,

zutiefst betroffen bin auch ich über die schlimmen Zustände, die die Undercover-Filmaufnahmen in der Schweinemastanlage Krämer in Siegen belegen. Trotz dieser Filmaufnahmen verweigert die Staatsanwaltschaft Siegen eine strafrechtliche Verfolgung des Schweinemästers, weil die Aufnahmen angeblich nicht ausreichend seien. Wenn aber solche eindeutig nachgewiesenen schweren Tierquälereien nicht strafrechtlich verfolgt bzw. auch mit einem Haltungsverbot belegt werden, dann ist der Rechtsstaat Deutschland mitsamt dem Tierschutz in der Verfassung am Ende! Ich bitte Sie dringend, sich der Angelegenheit anzunehmen und zu zeigen, dass der Tierschutz in NRW ernst genommen wird. Bitte helfen Sie den betroffenen Schweinen!

Mehr als 574 Mio. (!) Tiere werden alleine in Deutschland von der Fleischindustrie jährlich getötet. Die Zustände in den Mastbetrieben und die Tötungsmethoden in den Schlachthöfen sind oftmals so schockierend, dass sie jeden mitfühlenden Menschen zutiefst erschüttern. Weltweit wächst der Fleischkonsum in rasender Geschwindigkeit. In den letzten 40 Jahren ist der Fleischverzehr in Europa von 56 auf 89 kg Fleisch pro Person pro Jahr gestiegen, in den USA von 89 auf 124 kg. Vor vierzig Jahren aßen die Chinesen nur 4 kg Fleisch pro Person pro Jahr – diese Zahl ist jetzt auf 54 kg gewachsen und steigt weiter. Wie Sie sich vorstellen können, wächst damit auch die globale Belastung in Form von Tierleid in der Intensivtierhaltung.

Dem Rechercheteam einer lokalen Tierrechtsgruppe gelang es, die Zustände in einer Schweinemastanlage in Siegen zu dokumentieren. Wer jetzt glaubt, damit sei den Schweinen geholfen, der irrt sich. Denn Ihre Behörden und die Staatsanwaltschaft verharmlosen diese grausamen Missstände und zeigen deutlich, wie wenig ernst der Tierschutz hierzulande genommen wird und wie sehr man sich mittlerweile an die Praktiken übler Tierquälerei gewöhnt hat.

Die Schweine in dieser Mastanlage sind triefend vor Dreck und mit ihren eigenen Fäkalien überzogen. Manche Tiere leiden unter großflächigen offenen Wunden, Geschwüren und Verletzungen an den Extremitäten, die ganz offensichtlich nicht behandelt werden. Ein seit Tagen verendendes Schwein, an dem die Artgenossen schon herumknabbern, miserabelste hygienische Zustände, unzureichende Trinkwasserversorgung, defekte Spaltenböden uvm. zeichnen diesen Betrieb aus. Aufgrund ihrer Schmerzen und den furchtbaren Zuständen in diesem Betrieb fällt den Tieren das Stehen und Laufen schwer. Ihr Leben ist gezeichnet von Leid und Schmerz.

Dabei fühlen Schweine Freude, Glück, Einsamkeit und Angst, genau wie Hunde, Katzen oder Menschen. Ihr soziales Gefüge und ihre Emotionen stehen in ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität unseren Gefühlen und unserem zwischenmenschlichen Umgang in nichts nach.Unter folgendem Link finden Sie nochmals ein paar der grausamen Bilder als Motivationshilfe: http://www.goveggie.de/schweinek.php

Mit tierfreundlichen Grüssen