Berlin-Vegan: Schleswig-Holsteins skrupellose Politik gegenüber den Kormoranen

Schleswig-Holsteins skrupellose Politik gegenüber den Kormoranen

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Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Carstensen,
sehr geehrter Herr Umweltminister von Boetticher,
sehr geehrte Damen und Herren im Landtag von SH,

in der Begründung zur Kormoran-Verordnung hat Ihr MLUR zu Recht darauf hingewiesen, dass "fischereiliche Schäden durch Kormorane bislang nicht im Einzelnen belegt" seien. Um dennoch einen Grund für die geplante drastische Dezimierung des Bestandes präsentieren zu können, werden angebliche "gemeinwirtschaftliche Schäden" schlichtweg "unterstellt". Dass eine derart unlogische Argumentation in einem ministeriellen Verordnungsentwurf alles andere als kompetent wirkt und die eigentliche Absicht überdeutlich hervorscheinen lässt, hat das Ministerium offenbar erst nach kritischen Berichten der Medien verstanden.

Im hektischen Bemühen des MLUR, die offensichtlich missglückte Verordnung zu rechtfertigen, werden nun Zahlen präsentiert, die im Lichte der vom Ministerium selbst im Laufe der letzten 15 Jahre in Auftrag gegebenen Gutachten nicht überzeugen können. Unschwer lässt sich aus diesen Gutachten, die detailliert die Nahrung des Kormorans thematisieren, errechnen, dass die vom MLUR angegebene "Fischmenge" um das drei- bis vierfache überhöht ist. Unberücksichtigt bleibt ebenfalls, dass dieser Fisch den Gutachten zu Folge zu 95 % aus wirtschaftlich uninteressanten Arten wie Kleinfischen, junge Barschen und Weißfischen besteht. Diese dem Kormoran als "Schaden" anzulasten, ist unseriös. Weiterhin zu unterstellen, dass jeder vom Kormoran gefangene Fisch automatisch sonst im Netz des Fischers gelandet wäre und damit als "Verlust für die Fischerei" zu werten sei, geht an der Realität vorbei. Die vom MLUR aufgestellten Behauptungen zum Umsatzverlust für die Fischerei sind damit substanzlos.

Die Fischerei räumt dabei selbst ein, dass ihre Fänge gar nicht so gering sind: "Schleswig-Holsteins Binnenfischer sind mit den Fangergebnissen aus dem vergangenen Jahr zufrieden" lautete etwa das Fazit der Jahresversammlung 2000 des Binnenfischereiverbandes (Ostholsteiner Anzeiger vom 14. März 2000), zu einer Zeit, als der Kormoranbestand im Binnenland nicht geringer war, als er es aktuell ist.

Es war Absicht der bisherigen Landesregierungen, den Binnenfischern finanziell unter die Arme zu greifen. So stellten die vom MLUR angeführten "160.000 Euro jährlich als Kormoranfraßentschädigung" keine auf vernünftigen Angaben basierende Entschädigung für Fraßschäden dar, sondern waren verkappte Subventionen. Als solche wurden sie - auch mit Hinweis auf den mangelnden Schadnachweis - seitens der EU für unzulässig erklärt und demzufolge nach 2001 gestrichen. Anstatt mit weitgehend konstruierten Zahlen in die Öffentlichkeit zu treten, sollte das Ministerium besser die eigenen Gutachten aufmerksam studieren und auswerten.

Ihre Kormoranverordnung und Ihr Lobbyismus für die Fischerei ist ein Witz und muss sofort gestoppt werden! Es gibt keinerlei Grund, den Kormoranbestand zu dezimieren, sondern die Kormorane sollen in Ruhe leben können und nicht von schießwütigen Jägern wie diversen Mitgliedern in Ihrer Regierung abgemetzelt werden! Zumal diese unschuldigen Tiere nicht mal annähernd so viel Schaden für Fische und Natur anrichten können wie Ihre unfassbar schlechte Regierung. Warum dezimieren Sie nicht lieber den Bestand an tier- und umweltfeindlichen Politikern in SH? Dies wäre als viel sinnvoller anzusehen.

Mit tierfreundlichen Grüßen,