Ryanair und die Stierkampf-Unterstützung
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Herrn Heinz Gerhard
Editor Ryanair Magazine Imprint Publishing House
9020 Klagenfurt/Austria
Sehr geehrter Herr Gerhard,
Ihr Artikel über das Stierrennen in Pamplona zeugt von großer Naivität. Es ist leichtsinnig, Ihre Fluggäste zu einem solchen Ereignis zu animieren, denn jährlich werden bei diesem Stierrennen Zuschauer verletzt und sogar manchmal tödlich. Über die verletzten Tiere wird in den Medien überhaupt nicht berichtet. Die Rinder sind als Weidetiere nicht gewohnt, auf Pflastersteinen oder Asphalt zu laufen, rutschen häufig aus und verletzten sich. Für sie ist das das Rennen in jedem Fall tödlich, denn sie müssen anschließend notgeschlachtet werden. Vielleicht denken Sie, dass die Tiere sowieso auf dem Schlachthof enden. Doch öfters ist das Schicksal der Stiere noch viel grausamer, wenn sie schließlich bei der Corrida von Toreros grausam gequält und abgestochen werden.
Dass Sie Ihren Fluggästen einen solchen Artikel zumuten, zeugt von großer Ignoranz und mangelnder Feinfühligkeit, denn die meisten Ihrer Gäste sind keinesfalls Stierkampffans, sondern Leute, die Tiere respektieren und die grausamen Spektakel mit empfindsamen Lebewesen in Spanien, Portugal und Frankreich entschieden ablehnen.
Wir hoffen, dass Ihr Artikel nur ein einmaliger Ausrutscher ist und dass Sie besser den Beispielen der "Zeit" und "National Geographic" folgen, die die Kulturschande aus Südeuropa nicht mehr propagieren, und dass wir weiterhin mit einer Fluglinie reisen können, die Tierquälerei künftig ablehnt.
Offensichtliche oder versteckte Werbung für den Stierkampf und alle anderen Veranstaltungen, bei denen Tiere missbraucht werden, darf nicht unwidersprochen bleiben. Außerhalb der Stierkampf-Länder lassen die Tierquäler nichts unversucht, sich als Wahrer der kulturellen Tradition ihres Landes darzustellen. Jetzt berichtet Ryanair "nur" über Stierrennen, bald vielleicht über das Gemetzel in den Stierkampfarenen. All dies ist jedoch verabscheuenswert und Werbung dafür gehört nicht zu einem Unternehmen mit ethischen Standards, welches Sie hoffentlich sind.
Mit tierfreundlichen Grüßen,