Berlin-Vegan: Petition 519/2006 zum Verbot von Stopfleber-Farmen

Petition 519/2006 zum Verbot von Stopfleber-Farmen

Marcin Libicki
Vorsitzender des Petitionsausschusses
1047 Brüssel
Belgien
Fon + 32 2 284 21 11
Fax + 32 2 284 68 44

marcin.libicki(at)europarl.europa.eu


Sehr geehrter Herr Libicki,

in Deutschland verbietet das Tierschutzgesetz das Zwangsstopfen von Gänsen und anderen Tieren. In anderen EU-Ländern wird dies jedoch praktiziert und die Produkte solcher Tiere (Stopflebern) werden auch nach Deutschland importiert. Frau Jutta Klein aus Köln hat nun eine Petition zum Verbot von Stopfleber-Farmen beim Petitionsausschuss des EU-Parlaments eingereicht, die auch angenommen wurde.

In Deutschland ist beides bereits längst verboten, aber importierte Ware darf immernoch verkauft werden von diesen besonders üblen Qualprodukten, für die die Gänse unsäglich leiden müssen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit für Sie sein, dies sofort zu ändern und auf den Verkauf solcher unfassbaren Tierqualprodukte zu "verzichten"!

Gänsestopfleber oder „Foie gras“ ist die kranke, verfettete Leber gequälter Gänse oder Enten. In Deutschland ist die Stopfleberproduktion verboten, da die durch das Stopfen verursachte Tierquälerei nicht mit dem deutschen Tierschutzgesetz vereinbar ist. Auch in Großbritannien, Österreich, Polen, Dänemark, Finnland, Irland, Italien, Luxemburg, Holland, Tschechien, Schweden, Norwegen, Schweiz, Argentinien und Israel ist die Produktion längst verboten.

Bulgarien, Ungarn und besonders Frankreich sind die wichtigsten Stopfleberproduzenten. Deutschland ist der fünftgrößte Importeur und importiert jährlich etwa 121 Tonnen (!) Foie gras. Für die Foie gras-Produktion werden nur Erpel „verwendet“, folglich werden jedes Jahr mindestens 15 Mio. weiblicher Küken nach der Geburt „aussortiert“, vergast oder zerschreddert, genauso, wie dies bei der normalen Hühnereiproduktion mit den männlichen Hühnerküken passiert.

Die überwiegende Mehrzahl der „Produktionsstätten“ sind große Industriehallen, in denen gestresste Tiere eingepfercht und von Maschinen (Pressluft) oder von Hand „gestopft“ werden. Bei erwachsenen Vögeln werden zwei bis drei Wochen vor der Schlachtung in mehreren Portionen 900 g Nahrung zugeführt. 500g Maisbrei, mit der eine Ente in 5 Sekunden gestopft wird, entsprechen 12-15 Kilogramm Spaghetti beim Menschen und das 2-3 mal täglich innerhalb von 5 Sekunden. Unfassbar, welche Abartigkeiten dort passieren!

Neben geplatzten Mägen, Asphyxie, Lebererkrankungen sowie Milz- und Nierenschäden weisen die Tiere gequetschte und gebrochene Schnäbel sowie tumorartige Wucherungen im Schlund auf. Wenn die Tiere sich bewegungslos zum Sterben hinlegen, wissen die Produzenten, dass sie sie jetzt schlachten müssen, bevor diese an den Folgen des Stopfens verenden. Tausende Tiere sterben dennoch, bevor sie geschlachtet werden (kopfüber in Bügeln aufgehängt und durch das Elektrobad gezogen).

Lange Rede kurzer Sinn: Ich unterstütze vehement diese Petition gegen jegliche Stopflebern und bitte Sie darum, sich ebenfalls massiv dafür einzusetzen.

Mit tierfreundlichen Grüßen,