Berlin-Vegan: Mastkaninchen – Kurzes Leben mit langen qualvollen Stunden

Mastkaninchen – Kurzes Leben mit langen qualvollen Stunden

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Herr Bundesminister Horst Seehofer
Bundesministerium für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstr. 54, 10117 Berlin
Telefax: 030/2006-4262 oder 01888-529-4262

Sehr geehrter Herr Minister Seehofer,
sehr geehrte Damen und Herren im Bundestag und im EU-Parlament,

die meisten Menschen kennen Kaninchen nur als „Heimtiere“. Aber dass sie zu Millionen Jahr für Jahr unter katastrophalen Bedingungen „produziert“ - in enge Käfige gepfercht, ähnlich wie Hühner in „Legebatterien“ - und geschlachtet werden, ist bislang kaum bekannt. Mehr als 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch werden pro Jahr in Deutschland gegessen. 4/5 davon wird bei uns überwiegend von privaten Haltern, doch zum Teil auch in spezialisierten, kommerziellen Kaninchenmastbetrieben „produziert“; es handelt sich um ca. 22 Mio. Tiere.

In kommerziellen Betrieben werden die Tiere in engen, niedrigen Käfigen auf Metall- oder Kunststoffrosten gehalten - meist ohne Einstreu. Dabei treten Verletzungen der Pfoten auf. Durch den Bewegungsmangel verkrümmt sich bei vielen Kaninchen die Wirbelsäule. Durch die beengte, reizarme Haltung kommt es zu Kannibalismus und Selbstverstümmelung. Bis zu 50% der „Masttiere“ sterben aufgrund der schlechten Haltungsbedingungen und an Infektionskrankheiten.

Bei privaten Haltern werden Kaninchen meistens in traditionellen Holzställen gehalten. Zwar bekommen die Tiere häufig wenigstens eine Unterlage aus Stroh, doch ansonsten bietet der Holzstall nicht viel mehr als der Käfig. Auch hier können die Tiere ihren Bewegungsdrang nicht ausleben, sie haben keine Möglichkeit zum Rückzug oder zum Graben. Im Alter von wenigen Monaten werden die Kaninchen geschlachtet.

Kaninchen leben in Gruppen mit enger sozialer Bindung. Das Revier einer Familiengruppe beträgt abhängig vom Futterangebot einige Hundert qm. Die Tiere graben ausgedehnte unterirdische Bauten mit weit verzweigten Röhrensystemen. Sie entwickeln eine stabile Rangordnung. Gruppenaktivitäten und Sozialkontakte wie gemeinsames Graben, gemeinsames Weiden, gegenseitige Körperpflege und Ruhen mit Körperkontakt nehmen einen großen Teil des Tages ein.

Bindende gesetzliche Vorschriften zur Kaninchenhaltung gibt es weder in Deutschland noch in der EU und bestehende Empfehlungen sind völlig unzureichend. Deshalb muss es endlich ein Verbot der grausamen Mast und Zucht von Kaninchen geben, dies wäre die einzig vernünftige Lösung.

Mit tierfreundlichen Grüßen,