Berlin-Vegan: Kein Regenwald in den Tank

Kein Regenwald in den Tank

Landwirtschaftsminister Horst Seehofer
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin
Telefax: 030 2006-4262

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Europäische Kommission:Generaldirektorat Landwirtschaft, Frau Fischer-Boel, Mariann.Fischer-Boel@cec.eu.intGeneraldirektorat Umwelt, Herrn Dimas, stavros.dimas@cec.eu.intGeneraldirektorat Wirtschaft, Herrn Verheugen, guenter.verheugen@cec.eu.int

Generaldirektorat Tranport und Energie, Herrn Piebalgs, cab-piebalgs-archives@cec.eu.int

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Europäische Kommission erarbeitet gerade eine Richtlinie zu Biodiesel und Ethanol, die auch den Import dieser Treibstoffe vorsieht (Commission’s Biomass Action Plan, 2005/628). Der „Aktionsplan“ soll den Gebrauch von Biokraftstoffen fördern, darunter auch importierte Biokraftstoffe. Erdöl durch Treibstoffe aus Palmöl oder Zuckerrohr zu ersetzen, kann katastrophale ökologische und soziale Auswirkungen haben. In Brasilien werden inzwischen riesige Flächen mit Zuckerrohr für Ethanol als Benzinersatz bepflanzt. Die Ethanolfabriken vergiften Luft und Wasser, der Anbau von so genanntem Bioalkohol bedroht zudem das größte Feuchtgebiet der Erde, das Pantanal. Aus Verzweiflung über Regierungspläne, im Pantanal neue Ethanolfabriken zu genehmigen, verbrannte sich Ende 2005 der brasilianische Umweltaktivist Francisco Anselmo de Barros.

Auf Borneo bedrohen riesige Ölpalmplantagen die letzten Regenwälder. In Amsterdam wird Palmöl inzwischen zur Stromerzeugung verbrannt. Auch in Deutschland sind solche Kraftwerke in Planung. Vor diesem Hintergrund muss ein klarer Trennungsstrich gezogen werden: Die Europäische Kommission muss sich an erster Stelle für Energieeinsparung einsetzen. Energiegewinnung aus Abfällen der europäischen Landwirtschaft oder der spezielle Anbau von Biokraftstoffen auf Freiflächen wie zum Beispiel Raps ist akzeptabel. Der Einsatz tropischer Pflanzenstoffe, um Strom oder Diesel zu erzeugen, ist eine umweltpolitische Katastrophe.

Mio. Hektar Palmölplantagen wurden bereits in Ländern wie Malaysia, Indonesien, Ecuador oder Kamerun auf Kosten der Regenwälder angelegt. Häufig werden dabei indigene Lebensräume zerstört, Menschenrechte verletzt und Böden und Wasser vergiftet. Auf Borneo bedrohen derzeit riesige geplante Ölpalmplantagen die letzten Regenwälder. In Amsterdam wird Palmöl inzwischen zur Stromerzeugung verbrannt. Auch in Deutschland sind solche Kraftwerke in Planung. Vor diesem Hintergrund muss ein klarer Trennungsstrich gezogen werden: Die Europäische Kommission muss sich an erster Stelle für Energieeinsparung einsetzen. Energiegewinnung aus Abfällen der europäischen Landwirtschaft oder der spezielle Anbau von Biokraftstoffen auf Freiflächen wie zum Beispiel Raps ist akzeptabel. Der Einsatz tropischer Produkte, um Strom oder Diesel zu erzeugen, ist eine umweltpolitische Katastrophe.

Ich fordere Sie nachdrücklich auf, Ihren politischen Einfluss geltend zu machen, damit die Europäische Kommission die Einfuhr von Biokraftstoffen aus tropischen Ländern grundsätzlich verbietet. Haben Sie vielen Dank für Ihre Bemühungen. In Erwartung einer baldigen Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,