Berlin-Vegan: Japans schlimme Rolle im Abmetzeln der Wale

Japans schlimme Rolle im Abmetzeln der Wale

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Ihre Exzellenz Toshiyuki Takano,

auch ich möchte Sie auffordern, dass der Walschutz auch von Japan eingehalten wird. Die momentane Situation ist alarmierend. Es muss mehr zum Schutz der Wale getan werden:

- weil sich die Bestände vieler Walarten noch immer nicht von den intensiven Fangaktivitäten der früheren Jahre erholt haben.

- weil Japan das grausame Abschlachten von Walen trotz offiziellen internationalen Resolutionen und trotz eines weltweiten Walfang-Moratoriums fortsetzt. Darüber hinaus hat Japan in diesem Jahr insgesamt die Jagd auf Wale drastisch ausgeweitet. Mehr als 860 wurden in dem internationalen Schutzgebiet Southern Ocean getötet. Damit hat Japan die Jagdquote gegenüber 2005 nahezu verdoppelt.

- weil die Behauptung Japans, die Wale zu "wissenschaftlichen Zwecken" zu töten, lediglich ein Vorwand ist. Das "Forschungsfleisch" gelangt auf den freien Verkaufsmarkt und wird zur Absatzsteigerung durch Marketingmaßnahmen unterstützt.

Es muss aufhören, dass Japan armen Entwicklungsländern Subventionen für ihr Fischereigewerbe bietet, wenn sie an der IWC teilnehmen und ihre Stimme für den Walfang abgeben.

Mit tier- und umweltfreundlichen Grüßen,


Von: "Botschaft von Japan" <pr607(at)botschaft-japan.de>
Betreff: Re: Stoppen Sie Japans Walfang!

Sehr geehrte xxx,

Ihr Schreiben zur Frage des japanischen Walfangs haben wir erhalten und begrüßen Ihr En­gagement für die Wale sehr. Was den Schutz bedrohter Walarten betrifft, teilen wir Ihren Standpunkt uneingeschränkt. Japan unterstützt mit großem Nachdruck den internationalen Schutz bedrohter Walarten wie z.B. der Blauwale. Während einige der insgesamt rund achtzig Walarten vom Aussterben bedroht sind, gibt es andererseits auch Walarten wie den Minkwal, deren Bestände sich ausreichend erholt haben. Japan engagiert sich einerseits für den Schutz der Walarten, deren Bestände abnehmen, zugleich aber setzt es sich für die nachhaltige Nutzung nur der Arten ein, die in ausreichenden Beständen vorkommen.

Im Rahmen des japanischen Walfangs zu Forschungszwecken im Nordwestpazifik wurden im letzten Jahr (2005) maximal

·         220 Minkwale (hundert im offenen Meer, 120 in Küstengewässern),

·         100 Seiwale,

·         50 Brydewale sowie

·         10 Pottwale gefangen.

Für das Südpolarmeer gelten entsprechend folgende Zahlen:

·         850 Minkwale (+/- 10 %),

·         10 Finnwale

Jedoch bedeutet dieser Fang im Ausmaß von 0,01% - 0,8% des gegenwärtigen Bestands keinerlei Risiko für diese Walarten. Vielmehr hat der Wissenschaftliche Ausschuss der Internationalen Walfangkommission (IWC) festgestellt, dass der Bestand einiger dieser Arten jährlich um mehr als zehn Prozent zunimmt.

Im Forschungsgebiet Nordwestpazifik belaufen sich die geschätzten Popula­tionen der einzelnen Walarten wie folgt:

·         Minkwale: 25.000 Exemplare,

·         Seiwale: 28.000 Exemplare,

·         Brydewale: 22.000 Exemplare sowie

·         Pottwale: 102.000 Exemplare

Für das Südpolarmeer werden die Bestände wie folgt geschätzt:

·         Minkwale: 761.000 Exemplare

·         Finnwale:   47.000 Exemplare

(Nebenbei erwähnt hat der U.S. National Marine Service in einer Untersuchung aus dem Jahr 2000 die Pottwal-Population weltweit auf zwei Millionen Exemplare geschätzt.) Die oben aufgeführten Arten sind daher unter keinen Umständen in ihrem Bestand gefährdet. Die meisten Walpopulationen verfügen über ein Wachstumspotential von ein bis sieben Pro­zent jährlich.

Beunruhigt sind wir über die Tatsache, dass bestimmte Nichtregierungsorganisationen (NGO) in dieser Angelegenheit falsche Informationen in der Öffentlichkeit verbreiten, so dass sich der Dialog zwischen uns und Ihnen schwieriger gestaltet. Beispielsweise stellt der oben genannte Walfang keinen kommerziellen Walfang dar (auch wenn einige NGO das Gegenteil behaupten). Die Forschungsaktivitäten umfassen sowohl letale als auch nicht-letale Untersu­chungsmethoden (z. B. Sichtungen); sie wurden mit großer Sorgfalt von Wissenschaftlern entwickelt, um die Walpopulationen sowie die ökologische Rolle dieser Arten zu studieren. Japan beschränkt die Zahl der zu fangenden Wale auf das kleinstmögliche Maß, um die wissenschaftlichen Daten zu erhalten, die durch Sichtungen nicht erlangt werden können.  Die Planung dieser Forschung und ihre Re­sultate werden jedes Jahr vom wissenschaftlichen Komitee der Internationalen Walfang­kommission (IWC) geprüft und stehen in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Internationalen Walfangübereinkommens (ICRW). Die IWC ist zu keiner Zeit zu dem Schluss gekommen, dass nicht-letale Methoden unsere Forschung ersetzen können.

Nichtsdestotrotz setzt sich Japan dafür ein, die nicht-letalen Methoden im Rahmen seiner Forschung auszuweiten. Der Walfang zu Forschungszwecken stellt keineswegs einen Ver­stoß oder den Missbrauch eines Schlupflochs in Bezug auf das betreffende internationale Übereinkommen dar. Es ist vielmehr legitimes Recht der Vertragsstaaten gemäß Artikel VIII des Internationalen Übereinkommens über die Kontrolle des Walfangs (ICRW). Walfleisch wird auf Märkten zum Verkauf angeboten, jedoch wird uns dies in Artikel VIII des ICRW vor­geschrieben. Durch den Verkauf von Walfleisch erzielt Japan keinerlei Profit. Ein nicht kom­merziellen Interessen verpflichtetes Forschungsinstitut, das mit der Ausführung des For­schungsprogramms betraut ist, veräußert die Nebenprodukte, um einen Teil seiner For­schungskosten zu decken. Der andere Teil der Kosten wird aus Regierungsmitteln gedeckt.

Es ist voreilig zu behaupten, die "Welt" sei gegen Walfang. Es stimmt, dass Länder, die ge­gen den Walfang sind, im Rahmen der IWC ein Verbot des Walfangs befürworten. Jedoch sind eine ganze Reihe von Ländern gegenteiliger Auffassung. Während der Zusammen­künfte in Bezug auf das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) 1997 und 2000 unterstützten etwa 40 - 50 Pro­zent der teilnehmenden Länder unsere Position.

Auch die Kritik von Organisationen wie Greenpeace und die Berichterstattung der Medien, Japan betreibe mittels Entwicklungshilfe den Kauf von Stimmen, entspricht keineswegs den Tatsachen. Japan gewährt vielmehr auch Ländern, die sich strikt ge­gen den Walfang aussprechen wie z.B. Indien, Argentinien oder Brasilien Wirtschaftshilfe. Ob ein Land Wirtschaftshilfe erhält oder nicht, wird nicht danach entschieden, ob dieses Land für oder gegen den Walfang eingestellt ist. Japan hat gegen die oben genannten falschen Medi­enberichte protestiert.

Schließlich möchten wir noch darauf hinweisen, dass Walfang nicht länger ein Thema  der Arterhaltung darstellt wie noch in den siebziger Jahren, als verschiedene Walarten übermäßig gefangen und daher wirksame Maßnahmen für den Schutz bedrohter Arten gefordert wurden. Jedoch hat sich seit den achtziger Jahren die Situation verändert, nachdem auch nicht ge­fährdete Walarten durch das IWC geschützt wurden, obwohl das Wissenschaftliche Komitee des IWC Berechnungen angestellt hatte, denen zufolge bestimmte Walarten in großen Be­ständen vorhanden waren.

Wir wissen Ihr Interesse in Bezug auf dieses Thema sehr zu schätzen und Japan wird sich stets dafür einsetzen, einen konstruktiven Meinungsaustausch über den Walfang zu ermögli­chen. Ich hoffe, dass meine Ausführungen dazu beitragen konnten, das Verständnis für die Position Japans zu fördern und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Kazuya OTSUKA
1. Botschaftssekretär
Abteilung für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit

P.S.:    Weitere detaillierte Informationen erhalten Sie unter
http://www.icrwhale.org

(Institute of Cetacean Research [Institut für Walforschung], Tokyo, Japan),
sowie unter http://www.iwcoffice.org  (Internationale Walfangkommission,
Cambridge, Groß­britannien).