Endlich keine Tierversuche mehr in Berlin!
Der-Regierende-Buergermeister@SKZL.Verwalt-Berlin.de, christian.gaebler@spd.parlament-berlin.de, lv@linke.pds-berlin.de, cduberlin@cduberlin.de, berlin@t-online.de, info@fdp-berlin.de, spd@SPD-Berlin.de, Ulrich.Horb@SPD.de, Goetze@cdu-fraktion.berlin.de
Sehr geehrter Herr Wowereit,
sehr geehrte PolitikerInnen in Berlin,
laut einer Sendung des Radios RBB Berlin vom 04. Oktober 2005 ist Berlin DIE Hochburg für Tierversuche in Deutschland und daran wird sich seitdem leider nichts geändert haben, trotz der sehr erfreulichen Ablehnung der Affenversuche an der Charité. Während in ganz Deutschland die Zahl der Tierversuche rückläufig ist, hat sie in Berlin trotz zahlreicher Proteste seit den 80er Jahren weiterhin zugenommen.
Grund ist gemäß Landesbehörden die verstärkte Forschung auf dem Feld der Biotechnologie. So seien im Jahr 2004 von 2 Millionen Versuchstieren bundesweit ca. 10% in Berlin "verbraucht" worden.
Abnehmer sind natürlich:
- die 3 Universitäten, von denen 2 Universitäten eine medizinische Fakultät besitzen
- Robert-Koch-Institut
- Institut für Risikobewertung
- einige Max-Planck-Institute
- Industrie-Chemie-Konzern (z.B. Schering)
Die meistgenutzten Versuchstiere sind, wie überall, Mäuse, Ratten. Aber ebenso werden Vögel, Hamster, Katzen, Hunde, ja sogar Pferde, Schafe, Pferde, Esel und Kühe zum angeblichen Wohl der Menschheit gefoltert, entwürdigt und ermordet. Über die Verwendung von Affen oder Primaten wurde in dem Bericht leider nichts erwähnt.
Dabei sind Tierversuche komplett unnütz, wie ein endlich mal richtig objektiver Bericht in einer großen Zeitung, in diesem Fall in der Süddeutschen vom 01.03.2006, verdeutlicht:
" » Es hat sich herausgestellt, dass die wissenschaftliche Aussagekraft sinkt, je mehr die Versuchstiere leiden «
Roman Kolar, Akademie für Tierschutz in München [...]
Grundlage ihrer über zehn Jahre angelegten Langzeitstudie waren Forschungsanträge biomedizinischer Arbeitsgruppen aus drei bayerischen Universitäten. [...]
Das Ergebnis war enttäuschend. Nur bei 0,3 Prozent der untersuchten Studien waren tierexperimentelle Befunde auf Menschen übertragbar. Doch selbst bei diesen 0,3 Prozent konnten Erkenntnisse aus Tierversuchen nicht in eine neue Therapie für Menschen umgesetzt werden."
Tierversuche sind nur dazu da, um das Ansehen der Forscher zu steigern und um die Pharmaindustrien gegen Klagen abzusichern. Dem muss endlich ein Ende gesetzt werden. Bitte werden Sie in diesem Bereich endlich aktiv, auch hinsichtlich der im September anstehenden Abgeordnetenhauswahlen und der Wählergunst.
Mit tierfreundlichen Grüßen,
DER REGIERENDE BÜRGERMEISTER
Berlin, den 07. März 2006
VON BERLIN
Senatskanzlei
- III C Ref 1 -
Tel.: 030/90 26 23 49
Fax: 030/90 26 23 56
Sehr geehrte Frau ...,
im Namen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin danke ich Ihnen für Ihr Schreiben vom 06. März 2006 zur Beendigung von Tierversuchen.
Für Ihr Engagement für den Tierschutz danke ich Ihnen. Ein genereller Verzicht auf Tierversuche insbesondere in der medizinischen Forschung wird sich gegenwärtig schwer durchsetzen lassen. Allerdings stimme ich Ihnen zu, dass die Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren sind.
Ihr Schreiben habe ich als Anregung an die für den Tierschutz zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Abteilung II, Oranienstr. 106, 10969 Berlin weitergeleitet.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
gez. Bonnet