Das Saarland als Handlanger der Regenwaldvernichter
Hafenbetriebe Saarland GmbH
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Albert Hettrich
Fax: 06831 / 8 59 71
E-Mail: info(at)saarhafen.de
Ministerpräsident des Saarlandes
Herrn Peter Müller
Fax: 0681/501-1222
e-Mail: p.mueller(at)staatskanzlei.saarland.de
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit
Herrn Minister Dr. Hanspeter Georgi
Herrn Staatssekretär Albert Hettrich
Fax: 0681/501-1595
e-Mail: h.georgi@wirtschaft.saarland.de und a.hettrich(at)wirtschaft.saarland.de
Ministerium für Umwelt
Herrn Minister Stefan Mörsdorf
Fax: 06 81/5 01-45 22
e-Mail: s.moersdorf(at)umwelt.saarland.de
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Herren,
im Saarland soll ein neues Kraftwerk auf Kosten der Regenwälder gebaut werden. Aus Raps-, Palm- und Sojaöl soll ab Ende Dez. 2006 im Hafen Saarlouis/Dillingen Energie produziert werden. Bis Ende 2008 will ein Investor 14 Einheiten mit je vier Motoren in Betrieb nehmen. Aus den Blockheizkraftwerken sollen 70 Megawatt Strom ins Netz und 49 Megawatt Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist werden.
110.000 Tonnen Pflanzenöl jährlich sollen als Rohstoff eingesetzt werden. Knapp die Hälfte kann nach Angaben des Projektentwicklers Rapsöl aus Europa sein, die andere Hälfte Palm- und Sojaöl aus der ganzen Welt. Damit ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass im Saarland demnächst Strom und Wärme aus Kahlschlag an den Regenwäldern produziert wird.
Palmöl-Plantagen sind gleichbedeutend mit Menschenrechtsverletzungen, sozialer Ausbeutung, Regenwaldvernichtung und sogar Folter und Morden – insbesondere in Indonesien. In Brasilien werden jedes Jahr mehr als 20.000 Quadratkilometer Amazonaswald für Sojaplantagen vernichtet. Kleinbauern werden vertrieben, Indigene verlieren ihre natürlichen Lebensräume.
Die landeseigenen Hafenbetriebe Saarland bereiten derzeit sechs Hektar Land für das Projekt vor. Mit der Unterstützung von Energiegewinnung aus Soja- und Palmöl macht sich das Saarland zum Komplizen der Regenwaldvernichter. "Die Republik hat mit Interesse auf das Solarenergie-Projekt am Flughafen Saarbrücken geschaut, sie wird das Kraftwerk im Hafen Saarlouis/Dillingen mit demselben Interesse zur Kenntnis nehmen", so Staatssekretär Albert Hettrich, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender bei den Hafenbetrieben Saarland ist.Besonders zynisch: Während sich das Saarland zum Handlanger der Regenwaldvernichter macht, wird der Naturschutz vor der Haustür stolz in der Öffentlichkeit präsentiert. Das Saarland habe 10,2 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie nach Brüssel gemeldet, verkündete dieser Tage Umweltstaatssekretär Rainer Grün. Die Zahl belege, dass „wir unsere Verantwortung für das gemeinsame europäische Naturerbe ernst genommen haben.“
Ich bin entsetzt über die Pläne für dieses Kraftwerk! Das hat mit Einsatz Erneuerbarer Energien nichts zu tun, sondern ist Regenwaldvernichtung pur. Die explosionsartige Ausbreitung von Palmöl-Plantagen vor allem in Indonesien, aber auch in anderen Ländern wie Ecuador, Malaysia oder Kamerun, ist einer der größten Flüche für die Regenwälder und ihre Bewohner. Waldzerstörung, Vergiftung von Böden, Wasser und Luft durch Agrargifte und Landkonflikte und Verarmung der betroffenen Menschen sind die Folgen. Allein in Indonesien ist die Fläche für Palmöl-Plantagen seit 1985 bis 2005 um 845 Prozent gestiegen. Die Plantagen werden häufig mit Hilfe von Paramilitärischen Gruppen gewaltsam realisiert, die sich für die Interessen der Konzerne einsetzen. Seit 1998 hat die indonesische Umweltgruppe Sawit Watch auf Borneo über 500 Fälle von Folter dokumentiert im Zusammenhang mit Palmöl-Plantagen. Opfer waren jeweils Leute, die lokale Rechte verteidigt haben. Im selben Zeitraum wurden als Folge von Landkonflikten Dutzende Menschen ermordet.
In Brasilien frisst sich die Sojafront immer tiefer in den Amazonas, den artenreichsten Wald der Welt. Kahlschlag, Landkonflikte, Verarmung der betroffenen Bevölkerung und Ausrottung einzigartiger Tier- und Pflanzenarten sind auch hier die Folge. Mit der Unterstützung von Energiegewinnung aus Soja- und Palmöl macht sich das Saarland zum Komplizen einer skrupellosen Mafia, die Regenwälder vernichtet, Menschen vertreibt und foltert und Arbeiter für Hungerlöhne ausbeutet – darunter auch natürlich Kinder.
Ich fordere Sie auf, die Pläne, im Saarland Strom und Wärme aus Palmöl und Soja zu gewinnen, zu stoppen. Verhindern Sie, dass das Saarland zum „Bundesland der Waldzerstörung und Menschenschinderei“ wird! In Erwartung einer baldigen, positiven Antwort danke ich Ihnen für Ihre Bemühungen und verbleibe
mit tier- und naturfreundlichen Grüßen