Bärenmützen für die Leibwächter der Queen
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Sehr geehrte Damen und Herren,
auch ich ersuche Queen Elizabeth, endlich keinerlei Bärenfell mehr zu benutzen, um daraus Kopfbedeckungen für die fünf Guards-Regiments herzustellen, sondern die Hüte stattdessen aus Luxus-Kunstfell anfertigen zu lassen. Für nur eine Kopfbedeckung wird der gesamte Pelz eines oder sogar zweier Bären benötigt!! Die Schwarzbären werden in Kanada gejagt, ihre Häute werden dann nach Großbritannien geliefert. Aus der Abschlachtung dieser Bären entstehen lediglich 3 Helme für die Grenadier Guards.
Das Verteidigungsministerium hat versucht, seine Benutzung von Bärenfell damit zu verteidigen, die Bären würden ohnehin ‚bestandsreguliert’. Das Geld von Kunden wie der British Army jedoch hält die Jäger bei Laune und lässt aus der Tötung dieser Tiere noch Profit erwachsen. Bären sind keine Ernte; sie sind Individuen, die in Familien leben und Schmerz und Angst empfinden, wenn sie erschossen werden. Sie sind Jahrtausende lang ohne menschliche Einmischung zurechtgekommen.
Das Ministry of Natural Resources von Ontario berichtet, dass nicht weniger als jeder siebte Bär nicht sofort getötet wird und verwundet flieht. Verwundete Bären, die es schaffen, davonzukommen, können an Blutverlust, Hunger oder Wundbrand sterben. In einigen kanadischen Provinzen gibt es keine Einschränkungen im Hinblick auf die Tötung von Muttertieren mit säugenden Jungen, was dazu führt, dass manchmal bei den Jagden ganze Familien abgeschlachtet werden.
Wie Jaguar Motors gezeigt hat, dass Sportwagen auch ohne Leder Luxussitze haben können, so gibt es auch Alternativen zu grausamen Pelzen. Die British Army hat bereits anderes Synthetikmaterial in Gebrauch: Die Trommler der Militärkapellen benutzen mittlerweile unechtes Leopardenfell, während die kleineren ‚Busby’-Hüte der Kings Troop schon seit Jahren nicht mehr aus Biberfell hergestellt werden.
Die Grenadier Guards können nicht als Symbol für die britische Zivilisation angesehen werden, so lange ihre Insignien aus der Abschlachtung unschuldiger Tiere stammen. Statt dieses schändliche Töten finanziell zu unterstützen, sollte Großbritannien ein mitfühlendes Beispiel geben und eine humane und fortschrittliche Alternative finden.
Mit tierfreundlichen Grüßen,
-------- Original-Nachricht --------
Datum: Fri, 13 Oct 2006 15:25:23 +0100
Von: InfoRequests.Berlin@fco.gov.uk
RE: Bärenmützen für Queens Guards
Vielen Dank für Ihre Email vom 11.10.06.
Das britische Verteidigungsministerium hat großes Verständnis für die Emotionen, die von der Verwendung echter Bärenfelle für die Produktion der Mützen der Royal Guards ausgelöst werden.
In den vergangenen Jahren wurde mit anderen Materialien experimentiert, z.B. mit synthetischen Fellen. Diese stellten sich aber als ungeeignet heraus, insbesondere bei nassem Wetter. Synthetische Felle werden da eingesetzt, wo es möglich ist, z. B. für die Busby Cap der Royal Horse Artillery. Es werden keine Bären extra für die Bärenfellmützen getötet. In Nord-Amerika werden jährlich insgesamt mehr als 10.000 Bären erlegt, das britische Verteidigungsministerium kauft davon ca. 50 Bärenfelle pro Jahr.
Aus Artenschutzgründen wird eine kanadische Bärenart genommen, die nicht zu den gefährdeten Rassen -zählt -. Des weiteren wird dieser Vorgang von den kanadischen Behörden strengstens überwacht, und es werden keine Fang- und Tötungsmethoden angewandt, die Tierschutzprinzipien widersprechen.
Seien Sie versichert, dass die britische Regierung sich auch in Zukunft für die Suche nach einem geeigneteren Material für die Mützen der Royal Guards einsetzen wird.
Wir danken für Ihren Hinweis und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
M. Feustel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit