Berlin-Vegan: Vogelgrippe rettete 4 Mio. Wildvögel – Bitte dauerhafter Importstopp

Vogelgrippe rettete 4 Mio. Wildvögel – Bitte dauerhafter Importstopp

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Herr Bundesminister Horst Seehofer
Bundesministerium für Verbraucherschutz,Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin
Telefax: 030/2006-4262 oder 01888-529-4262

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister,
sehr geehrte Damen und Herren im Bundestag,

am 27.10.2006 jährte sich das Verbot der Einfuhr von Wildvögeln in die EU zum ersten Mal. Dieses bewahrte, als einzige sehr positive Auswirkung der Vogelgrippe, bisher schon fast 4 Mio. Tiere vor dem Fang für europäische Vogelkäfige, denn bis zum Erlass importierte die EU ca. 1,7 Mio. Wildvögel pro Jahr. Ebenso viele Tiere sterben bereits vor dem Export beim brutalen Fang mit Netzen, Schlingen und Leimruten sowie während der „Zwischenlagerung“ bei Tierfängern und Exporteuren. Momentan soll der Einfuhrstopp bis Ende 2006 gelten. Es wäre jedoch absurd, die tödlichen Vogelimporte wieder aufzunehmen. Dem muss endlich permanent ein Riegel vorgeschoben werden. Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf, im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft entsprechende Schutzbestimmungen voran zu treiben!

Die Einfuhr von Wildvögeln bietet nicht nur die Gefahr der Infektion mit Krankheitserregern wie der Vogelgrippe, sie ist auch aus Tier- und Naturschutzgründen unverantwortlich. Die EU ist mit Abstand der größte Importeur für Ziervögel aus freier Natur. Während Fang und Handel europäischer Vögel seit 1979 streng verboten ist, sind der Einfuhr exotischer Arten kaum Grenzen gesetzt. „Ohne das derzeitige Einfuhrverbot wären für den EU-Markt bis Jahresende ca. 4 Mio. Wildvögel in Afrika, Asien und Südamerika eingefangen worden. Viele Arten sind durch die Plünderung bereits massiv dezimiert, z.B. Graupapageien und Königsglanzstare in Afrika, Gelbscheitelbülbüls in Asien oder Tukan-Bartvögel in Südamerika. Viele überwinden den Schock der Gefangenschaft nicht und hören auf zu fressen. Andere stecken sich – zusammengepfercht in enge, verschmutzte Käfige und massiv geschwächt – mit Krankheiten an. Bis zu 66% der wildgefangenen Afrikanischen Graupapageien sterben auf diese Weise bereits vor dem Export.

92% der Befragten in Deutschland lehnen nach einer aktuellen Umfrage von BMRB International den Handel mit Wildvögeln ab, nur 2% befürworten ihn. Um den Handel trotz der Grausamkeit zu rechtfertigen, schieben Händler und Politiker vor, die Menschen in Entwicklungsländern bräuchten die Einnahmen aus dem Vogelhandel. Weniger als 4% des Umsatzes bleibt in den Herkunftsländern, der Löwenanteil geht an Europas Tierhändler. Der Bedarf an exotischen Vögeln könnte über Zuchttiere gedeckt werden, sofern das Preisdumping auf Kosten der Wildbestände aufhört. Vogelzüchter können im Preiskampf kaum mithalten, weil aus Entwicklungsländern importierte Wildfänge erheblich billiger sind als gezüchtete Tiere. Zusammen mit zahlreichen Natur- und Tierschutzverbänden fordere ich somit Sie in der Regierung auf, die Weichen für ein permanentes Ende des destruktiven Wildvogelhandels zu stellen. Wie aktuelle Zahlen aus mehreren Ländern belegen, hat die Unterbrechung des Wildvogelhandels auch illegale Importe massiv einbrechen lassen. Die jetzt anstehende Diskussion über eine Verlängerung des Importverbotes muss von der Europ. Kommission daher unbedingt für eine nachhaltige Lösung genutzt werden.

Mit tierfreundlichen Grüßen,