Leserbrief zu Fuchsjagd in Freiburg
Artikel erschienen in der Badischen Zeitung am 12.2.07
Protest ging an redaktion@badische-zeitung.de, forum(at)badische-zeitung.de
Werter Herr Ophoven,
80 Jäger gegen 50 Füchse - das ist schon eine reife Leistung der Hegeringe mit Totschlagzwang! Die lodengrünen Initiatoren finden doch immer einen Grund zum Tiermord und, nebenbei bemerkt, immer auch noch ein paar Dumme, die deren wahre Motivation nicht kennen oder gleichfalls profit- oder lustmordorientiert ignorieren. Ganz zu schweigen von der fröhlich zur Schau gestellten Unkenntnis ökologischer Zusammenhänge.
Man liest von den Gefahren, die von Füchsen ausgehen sollen, und schaudert ob des "selten", seltenst, der am seltensten dämlichen Begründung, die bereitwillig geschluckt wird. Nicht die Tiere sind schuld an der ökologischen Misere, sondern der übergeschnappte Mensch, das größte Raubtier aller Zeiten! Macht Euch die Erde untertan... diese Propaganda konnte ja nicht gut ausgehen! Die Mühe, auf Aufklärungsbücher hinzuweisen, erspare ich mir. Wer solche Artikel schreibt, ist ein Indoktrinierter des Systems, wiederkäut vernagelt die Propaganda der Lodengrünen und Halbgötter-in -Weiß, und ist daher unbelehrbar. Die Folgen eines solchen Naturfrevels werden dann deren liebe Kinderlein zu tragen haben. Denn schlaue menschliche Füchse setzen verantwortungsbewusst in diese kaputtgewirtschaftete und vor dem Kollaps stehende Welt keine Kinder. Und schlaue Füchslein des Waldes haben ihre Strategien, um Populationsverluste auszugleichen.
Was übrigbleibt sind rohe hässliche Gesellen und tote schöne Tierindividuen. Das Fuchsbandwürmchen lebe Hoch, nimmt es doch erst Rang X... nach dem Parasiten Mensch ein! Wie viele Menschen sterben jährlich durch das Würmchen, wie viele durch Jägerhand? Darüber hätten Sie, Herr Ophoven, mal berichten sollen! Die auf der roten Liste stehenden Hasen, zum Abschuss zwangsverpflichteten Fasane und Co. haben die Mordbuben doch selbst zum Fressen gerne, wie sie auch wissen, dass gesunde Tiere dieser Arten längst nicht auf der Hauptspeisekarte des Fuchses stehen. Sollen sie also ruhig scheinheilig rufen: Haltet den Dieb!
Und zum Schluss: Bitte alle Jäger nun unbedingt auf die Mäuselöcher konzentrieren, vor allem in Gebieten mit Getreideanbau. Denn da Katzen, Füchse u.a. Naturregulatoren als sog. "Raubzeug" verfolgt werden, brauchen wir nun unbedingt nicht mehr den Gebirgsjäger, auch nicht den Schürzenjäger, sondern ganz unbedingt den lodengrünen Jäger – möglichst vor jedem Loch einer!
Ich werfe mich weg vor Lachen!
In mondheller Nacht geht’s dem Fuchs an den Kragen
47 Tiere in 24 Stunden: Revierübergreifende Jagd der Jägervereinigung Freiburg / Regulierung notwendiger denn je
VON EKKEHARD OPHOVEN
FREIBURG. An nur einem Tag und in der darauf folgenden Nacht wurden auf dem Gebiet der Jägervereinigung Freiburg fast 50 Füchse erlegt: Die Jägervereinigung hatte zur gemeinsamen Baujagd und einem revierübergreifenden Nachtansitz eingeladen.
Über 80 Jäger schlossen sich in rund 15 Jagdrevieren der gemeinsamen Aktion an. Deren Schwerpunkt lag in den Revieren des Hegerings Tuniberg-March von Hartheim/Mengen bis nach Holzhausen, beteiligt waren aber auch Reviere aus den Hegeringen Dreisamtal, Hexental und Glottertal.
Ziel der Initiative war, dem drastischen Anstieg der Fuchszahlen wirkungsvoll zu begegnen. Seit rund 20 Jahren nämlich werden die Füchse in nahezu allen Teilen Deutschlands durch Fraßköder gegen Tollwut immunisiert. So konnte diese tödliche und vor allem für Nutztiere gefährliche Viruskrankheit erfreulicherweise eingedämmt werden. Folge ist aber auch ein seither kontinuierlicher bundesweiter Anstieg der Fuchszahlen: Auf der Suche nach neuen Lebensräumen wandert Reineke mittlerweile zunehmend in Siedlungsbereiche und sogar Großstädte ein.
Diese Entwicklung sehen Mediziner und Jäger mit Sorge, denn der ehemalige Hauptüberträger der Tollwut macht seit einigen Jahren durch die Verbreitung des Kleinen Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) über seinen Kot negative Schlagzeilen. Wird der Mensch in seltenen Fällen als so genannter Fehl-Zwischenwirt von diesem Parasiten befallen, endet auch diese Erkrankung nicht selten tödlich. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Füchse es gibt, desto zahlreicher sind deren Ausscheidungen als potenzielle Träger von Wurmeiern. Gleichermaßen ließ jedoch auch die Sorge um Hase, Fasan und Co. die Jäger der Region aktiv werden: Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume in einer intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft machen den so genannten Niederwildarten vor allem die zahlreichen Fressfeinde zu schaffen. Dachs, Marder, Wiesel, verschiedene Greifvogelarten, Rabenvögel und allen voran der Fuchs haben in den letzen Jahrzehnten fast ausnahmslos deutlich zu-, ihre Beutetiere dagegen stark abgenommen.
Respektable Einnahmen aus dem Verkauf der Winterbälge von Fuchs und Marder boten den Jägern in früheren Tagen überdies auch einen wirtschaftlichen Anreiz zur intensiven Raubwildbejagung. Nach einer deutlichen Trendwende in der Modewelt, die nicht zwischen heimischen Fuchsfellen und den Pelzen gefährdeter ausländischer Arten unterschied, sind die Fellpreise in den Keller gefallen und dieses Motiv nahezu bedeutungslos geworden. Zunehmende Restriktionen für die Jagd mit Fallen machten eine effektive Fuchsbejagung in den letzten Jahren überdies immer schwieriger.
Die Freiburger Jägervereinigung wollte ihre gemeinsame Fuchsjagd denn auch als Signal und Botschaft an ihre Mitglieder und die Jäger des ganzen Landes verstanden wissen: Die Regulierung des Fuchses ist heute notwendiger denn je und im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten auch immer noch durchaus möglich.
Dass dies vor allem in mondhellen Nächten zur Paarungszeit des Fuchses, der so genannten Ranzzeit, im Januar/Februar funktioniert, wurde beim gemeinsamen Streckelegen auf dem Hof von Hegeringleiter Wolfgang Weyhmann am Sonntagmorgen eindrucksvoll deutlich.
Ein Teil der Tiere musste übrigens seinen Balg lassen, die übrigen wurden zu Untersuchungszwecken an das Tierhygienische Institut Freiburg geliefert.