Leserbrief zu Artikel "Killerspiele unter'm Funkturm"
Leserbrief vom 29.01.07 zu folgender Medienkolumne von Ingolf Bossenz im Neuen Deutschland:
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=104184&IDC=33
Die Kolumne "Killerspiele unterm Funkturm" schließt den missing link zwischen Realität und grünem Schein. Die "Grüne Woche" hat ein vortäuschendes Grün im Namen, doch die Tierleiber, die auf dieser Messe sauber und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt auf dem Altar der Fresslust dargebracht wurden, sind nicht Grün. Schon die Werbeplakate der Messe, die ein kunstvoll arrangiertes Grün aller Art zeigten, sparten Abbildungen der hingerichteten Tiere aus. Sparen an der Realität hat Tradition. Illusionen lassen sich besser verkaufen.
Die auf Fleischverzehr getrimmten europäischen Menschen, deren kontinentale Vorfahren zu rund 99 % Sklaven waren, lassen sich nach wie vor von rund 1 % Mächtigen beherrschen und zu deren Vorteil instrumentalisieren – bis hin zu dem, was auf dem Teller zu liegen hat. Das ineinander verflochtene klerikale und industrielle Management hat nach wie vor kein Interesse daran hat, zu Lasten ausbeuterischen Profits Menschlichkeit und damit auch einen humanen Umgang mit den anderen Tieren zu fördern.
Kaum nachvollziehbar ist, dass die Beherrschten diesen traditionellen Mustern so bereitwillig Folge leisten, indem sie nun durch ihren Konsum den Tieren das Leiden antun, was ihren eigenen Vorfahren angetan wurde, und somit nicht nur die globalen Folgen solchen Tuns akzeptieren, sondern noch zusätzlich das Elend "nach unten" weitergeben. Solidarität und Empathie mit Ausgebeuteten aller Arten können allerdings solange nicht entstehen, solange volksverdummende Fernsehmoderatoren wie Beckmann, Lojewski & Co. auf Illusionen setzen. Was vorher brutal hinter abschirmenden hohen Mauern großgezogen wie auch fern aller hörbaren Schreie um Erbarmen abgemurkst wurde, liegt nicht im Auge des oberflächlich urteilenden deutschen Hans Wurst. Nur das wissende Auge sieht die blutrote Tradition, die dahinter steckt, und zieht die Konsequenzen.