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FBI – Die Foodagenten

Ein Gastbeitrag von Franziska Probst und Theresa Reinold.

Aus veganer Sicht war die Gegend um den Potsdamer Platz lange Zeit kulinarisches Niemandsland, daher haben wir uns sehr gefreut, als wir erfuhren, dass mit dem FBI ein omnivores Restaurant nun vegane (und glutenfreie) Optionen anbietet und diese als solche auch deklariert. Das FBI sieht sich selbst als Energielieferant für die vielbeschäftigten und gesundheitsbewussten Anzugträger und Businessfrauen, die rund um den Potsdamer Platz ihr Tagewerk verrichten und zwischen ihren vielen Meetings gerne möglichst figurschonend ihre Energiespeicher wieder aufladen wollen – ein Konzept, mit dem bereits das Weilands Wellfood direkt um die Ecke vom FBI bereits seit Jahren erfolgreich ist. Das FBI verfügt über 50 Sitzplätze drinnen und 8 draußen, Hunde dürfen mitgebracht werden und gratis W-LAN gibt es auch. Es ist sauber und barrierefrei, allerdings gibt es keinen Kindersitz. Ein Cateringservice ist im Aufbau begriffen, einen Lieferdienst gibt es allerdings nicht.

Die veganen Gerichte auf der Karte sind relativ zahlreich; sowohl bei den Vorspeisen (Salate, Suppen, Sommerrollen) als auch beim Hauptgang und beim Nachtisch gibt es (meist mehrere) vegane Optionen, die noch dazu ziemlich preisgünstig sind – die Hauptgänge beispielsweise sind für 5,90 Euro zu haben. Die Lebensmittelzutaten im FBI sind zwar aktuell noch nicht bio, jedoch ist laut Aussage der Betreiber geplant, ab Sommer zumindest Gemüse und Fleisch ausschließlich aus biologischer Landwirtschaft zu beziehen.

Wir bestellten zum Hauptgang eine vegetarische Linsenbolognese (die jedoch eigentlich eine vegane ist) mit Kurkumanudeln und eine Erdnuss-Chili-Sauce mit Tofu und Reis, zum Nachtisch gab es Mango-Kokosnuss-Reis und Schokoladenkuchen. Klingt erst mal lecker, erwies sich leider aber beim Probieren als ziemlich fade. Die Linsenbolognese war leider wenig würzig, die Erdnussauce glibberig, der Reis pappig, der Kuchen trocken und alles in allem waren die Gerichte weder in Geschmack noch Konsistenz ein Genusserlebnis. Allerdings hat man die Möglichkeit, sein Gericht mit Karottenstreifen, Frühlingszwiebeln oder frischen Kräutern aufpeppen zu lassen. Das Restaurant wirbt auf seiner Internetseite damit, dass nur „frische, ausgewogene und leicht verträgliche Speisen“ über den Tresen gehen, die noch dazu fettreduziert und frei von Geschmacksverstärkern sind. Leider sind die Gerichte soooo wahnsinnig gesund und fettreduziert, dass wir uns nach dem Abendessen doch ziemlich hungrig auf den Heimweg gemacht haben und unterwegs der Versuchung einer politisch unkorrekten Portion Pommes bei Burger King zum Auffüllen der Kohlenhydratspeicher einfach nicht wiederstehen konnten. FBI steht für „food with better impact“. Nun ja, wenn der „impact“ eines Besuchs bei FBI in einem knurrenden Magen und einer verzweifelten Expedition zu Burger King besteht, dann haben die Macher von FBI ihr Ziel wahrscheinlich verfehlt. Noch dazu gibt es zum Kaffee keine Sojamilch.