Berlin-Vegan: Berliner Senat will Tauben bekämpfen

Berliner Senat will Tauben bekämpfen

Tierschutzkatastrophe bahnt sich an: der Berliner Senat will die Stadttauben in die Schädlingsverordnung aufnehmen und sie somit leichter töten zu lassen.

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15.3.2011 - Tierschutzkatastrophe abgewendet!

Mit allergrößter Erleichterung nahmen wir die Nachricht zur Kenntnis, dass Senatorin Lompscher die Berliner Stadttauben nun doch nicht zu Schädlingen erklären und statt dessen verstärkt auf wirksame und dabei tierschutzgerechte Konzepte wie betreute Taubenschläge setzen will! Wir danken allen, die mit uns gekämpft und so zu diesem wunderbaren Ergebnis beitragen haben und wir danken Frau Lompscher, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat!

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In Berlin residieren zahlreiche Taubenzüchter, die europaweit ihrem "Sport" nachgehen. Ihre extra zu diesem Zweck gezüchteten Tauben werden per Kabinenexpreß weit wegfahren, ausgesetzt und sollen schnellstmöglich wieder in den heimatlichen Schlag zurückkehren – und somit für stattliche Preisgelder sorgen.
Diese sog. Tauben"auflässe" sind in Berlin nicht verboten; selbst zum Weltfriedenstag in Berlin 2010 wurden zum dritten Mal zigtausende Tauben in der Stadt ausgesetzt, die – wie bei jedem "Auflaß" – beileibe nicht alle nach Hause finden, sondern unterwegs an Erschöpfung, Hunger, Durst oder auf Grund ungünstiger Wetterbedingungen sterben. Viele Tiere schliessen sich in der Folge ihren Artgenossen in den Städten an und tragen damit nicht unerheblich zur Vergrößerung der Stadttaubenpopulation bei.
Nun sollen in Berlin genau diese Stadttauben in die Schädlingsverordnung aufgenommen werden. Da reibt sich der/die aufgeklärte Berliner_in verwundert die Augen.

In der Verordnung soll es vorgeblich nicht darum gehen, die Tauben zu töten. Aber wie zu vermuten ist, geht es darum, den Berliner Behörden (insbesondere Veterinärämtern, Polizei und Feuerwehr) oder sog. Schädlingsbekämpfern den Umgang mit renitenten Tierschützern zu erleichtern, die einfach nicht einsehen wollen, daß Tauben eben doch Flugratten sind, deren Kot ganze Gebäude zum Einsturz bringt, die gefährliche Krankheiten übertragen und die vor allem kein Recht auf Schutz oder Fürsorge haben, sich stattdessen in unsachgemäß angebrachten Abwehrnetzen verfangen und erdrosseln oder mangels Landeplätzen in den sog. Spikes aufspießen müssen. Letztere geben für die Tauben oft genug erst Gelegenheit, an einer Stelle ein Nest zu errichten, wo sonst kein Nistmaterial halten würde – viele unerfahrenen Jungvögel finden in diesen Spikes jedoch regelmäßig ihr grausames Ende.

Weiterhin werden Anzeigen wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bezüglich der Stadttauben voraussichtlich mit Verweis auf die Schädlingsverordnung abgeschmettert werden. Polizei und Feuerwehr werden noch weniger als bisher bereit sein, das übergeordnete Tierschutzgesetz einzuhalten und Tauben aus mißlichen Situationen zu befreien.

Was wird wohl aus den erst kürzlich eingerichteten Taubenschlägen, in denen die Tiere ein sicheres Zuhause und artgerechtes Futter haben, jedoch der Nachwuchs durch Eiertausch nachhaltig und vor allem tierschutzgerecht verhindert wird?
Und nicht zuletzt steht auch das auf öffentlichen Flächen in Berlin glücklicherweise bisher nicht verbotene Füttern der Stadttauben mit Aufnahme dieser in die Schädlingsverordnung in Frage. Müssen die wenigen Taubenfütterer nun Nachts durch die Straßen schleichen, um den verfolgten Tieren das Überleben zu sichern?
Wenn es nicht darum geht, die Tauben zu töten, warum dann sollen die Tauben in diese Verordnung aufgenommen werden?
Nachtigal, ick hör dir trapsen.

 

Es ist bewiesen, dass Tauben Krankheiten übertragen. Mit einem Vergiften der Flugratten hätte ich zum Beispiel kein Problem, solange dabei keine Menschen gefährdet werden. Peter Trapp (peter.trapp@cdu.parlament-berlin.de)

Frau Dittmar dagegen versucht, den hochschlagenden Protestwellen den Boden zu entziehen, indem sie behauptet:

Wir wollen keine Tauben abschießen oder vergiften lassen. Sie sollen nur von Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen und Schulen ferngehalten werden, wenn sie dort massiv auftreten sollten. Luise Dittmar

Angesichts der Tatsache, daß es in Berlin überall Schulen, Kindergärten Krankenhäuser und Altenheime gibt, stellt sich die Frage, wieviel Meter Abstand die Tauben nun von diesen Einrichtungen halten müssen, um nicht "Maßnahmen gegen das Auftreten ... sowie zur Vernichtung" (§3 Schädlingsbekämpfungsverordnung) erleiden zu müssen.
Es ist auch von "massivem Auftreten" als Voraussetzung für entsprechende "Maßnahmen" die Rede. Bitte was ist "massives Auftreten"? Wieviele Tauben müssen auf einmal gesichtet werden, um der Taubenvernichterarmee den Marschbefehl erteilen zu können? Reicht es, wenn die Tauben einmal drüberfliegen oder dürfen sie mal zum Essen oder Ausruhen landen?
Die schwammige Ausdrucksweise läßt viel Spielraum für taubenfeindliche Auslegungen. Nur gut, daß es auch so wohlformulierte Absichtserklärungen aus der CDU gibt. Nun wissen wir also: es läuft auf einen Taubenkrieg in Berlin hinaus.

Beschweren Sie sich beim Berliner Senat über die Aufnahme der Tauben in die Berliner Schädlingsverordnung. E-Mail Frau Lompscher: poststelle@senguv.berlin.de Fax: 030 9025-2501

Hier noch die Adressen der Tierschutzbeauftragten, die noch überzeugt werden müssen:
Marion Platta (Linke): platta@linksfraktion-berlin.de
Mirco Dragowski (FDP): post@dragowski.de
Gregor Hoffmann (CDU): hoffmann@cdu-fraktion.berlin.de

Weiterhin kann man sich auch hier beschweren:
pressestelle@senguv.berlin.de, poststelle@senguv.berlin.de, GesUmVer@parlament-berlin.de; mai@linksfraktion-berlin.de; birgit.monteiro@spd-lichtenberg.de; carsten-wilke@arcor.de; holzheuer-rothensteiner@linksfraktion-berlin.de; heidi.kosche@gruene-fraktion-berlin.de; igner@com-server.abghs.verwalt-berlin.de; post@marioczaja.de; drpeterluther@aol.com; Sandra_Scheeres@yahoo.com; GSen2@senatskanzlei.berlin.de; Volker.Blank@spd.parlament-berlin.de; w.albers@t-online.de; holger.thaerichen@spd.parlament-berlin.de; Kai.Gersch@fdp.parlament-berlin.de; brendgens@linksfraktion-berlin.de; franziska.toerring@senguv.berlin.de; irina.krantz@fdp.parlament-berlin.de; Henner.Schmidt@jswmanagement.com; carl.wechselberg@spd.parlament-berlin.de; gesine.freby@gruene-fraktion-berlin.de; roland.leppek@fdp.parlament-berlin.de; sandra.hildebrandt@gruene-fraktion-berlin.de; seibeld@cdu.parlament-berlin.de; Pressereferat@parlament-berlin.de; thomas.isenberg@spd.parlament-berlin.de;GSen2@senatskanzlei.berlin.de


Quelle der Zitate: Berliner Kuier vom 20.2.2011
www.berlinonline.de/berliner-kurier/berlin/tauben_sind_schaedlinge__gehoeren_weg_/331962.php


21.02.11 10:59 Alter: 1 yrs
Berlin

Bild 1 und 2 von Susanne Kunjappu

Kategorie: Berlin

Von: TR, DR