Berlin-Vegan: MeatOut-Aktion - Fleisch frisst die Welt –

MeatOut-Aktion - Fleisch frisst die Welt –

Mit einer 1,50 Meter großen Weltkugel, auf der die Kontinente als Fleischstücke dargestellt sind, haben wir in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Vebu symbolisch auf die vernichtenden Folgen des Fleischkonsums sowie von Tierprodukten überhaupt aufmerksam gemacht.

Zum weltweiten Aktionswochenende MeatOut fanden auch in Berlin zwei spektakuläre und bunte Demonstrationen statt: am Donnerstag, den 18.03.2010, wurden auf dem Pariser Platz AktivistInnen in Kuh- und Schweinekostümen von einer riesigen Weltkugel erdrückt, auf der die Kontinente als überdimensionale Fleischstücke dargestellt waren. Die gleiche Aktion fand am darauffolgenden Samstag auf dem Breitscheidplatz statt und wurde hier zudem von einer Menschenkette mit Transparenten begleitet sowie von Redebeiträgen, einem Infotisch und Livemusik mit Dorian Raßloff und Karen.

Die Gemeinschaftsaktionen des Tierrechtsbündnisses Berlin-Vegan wurden zusammen mit den Tierversuchgegnern Berlin/Brandenburg e.V., dem Vegetarierbund Deutschland e.V., dem Netzwerk Nandu für Tierbefreiung, Ökologie und globale Gerechtigkeit, der Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei sowie die AG Mensch & Tier Bündnis90/die Grünen organisiert.

Ähnliche Aktionen wurden an jenem Wochenende weltweit durchgeführt, um Politiker und Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass die Tierproduktion nicht nur jede Menge Tierleid, sondern zudem 51% des Klimaeffekts verursacht. Es soll damit Interesse geweckt und aufgeklärt werden, denn vegan zu leben ist köstlich, gesund und erst recht notwendig. Ernährung als Umweltschutz, Basis menschlicher Werte und vor allem als Voraussetzung für Gerechtigkeit und Frieden.

Politik und Lobbyisten verschleiern seit über 30 Jahren die wahren Hauptursachen des Klimawandels, nämlich die fatalen ökologischen Folgen der Fleisch- und Milchindustrie. Das Ergebnis: ca. 70 % des Regenwaldes sind abgeholzt, maßgeblich für Futtermittelanbau und Weideflächen der sogenannten Nutztiere. Zurück bleiben riesige mit Pestiziden verunreinigte Böden. Der Klimakollaps wird hauptsächlich durch Methan, Kohlendioxid und Stickstoffoxide verursacht, die in der landwirtschaftlichen Tierhaltung entstehen. Allein die 1,3 Mrd. Rinder (oder eher ihre Konsumenten) sind für 12% der weltweiten Methangasemissionen verantwortlich, wobei ein Methangasmolekül etwa 25mal mehr zum Treibhauseffekt beiträgt als ein Kohlendioxidmolekül. Zudem verbraucht die Herstellung eines einzigen Kilo Rindfleisch 15.000 l Wasser. Durch den Stoffwechselverlust in der Nutztierproduktion wird für 1 kg Fleisch die 7-16fache Menge an Pflanzenenergie verschwendet - obwohl 1 Mrd. Menschen vom Hungertod bedroht sind. Fleisch- und Milchproduktion lassen sich somit weder mit Klima- und Tierschutz, noch mit Menschlichkeit vereinbaren!

Wir fordern eine komplett andere und zukunftsfähige Landwirtschaft – menschlich, gerecht für alle Teile der Erde, nachhaltig, umweltfreundlich und vor allem ausbeutungsfrei - ohne die Nutzung von Tieren.


Die FAO hat bereits 2006 eine Studie zu den wichtigsten Faktoren der von Menschen verursachten Treibhausemissionen veröffentlicht. Diese Studie ist die anerkannte Referenz, auf die auch alle anderen renommierten Studien seither verweisen. Bereits darin wird die Tierproduktion mit 18% noch vor dem Verkehr als größter Emissionsfaktor genannt! Die FAO berücksichtigt Emissionen von Treibhausgasen aus der Tierhaltung und dem Futtermittelanbau wie CO2, Methan und Lachgas sowie auch größtenteils aus Brandrodungen für Weideland und Futtermittelanbau. Das World Watch Institute hat im Nov. 2009 als Reaktion darauf ebenfalls eine Studie veröffentlicht, um die von der FAO nicht erfassten Faktoren zu integrieren. Danach ist die Tierproduktion sogar für 51% des vom Menschen verursachten Klimaeffekts verantwortlich!

Um 1 kg Fleisch zu produzieren werden bis zu 22 kg Getreide sowie mehr als 15.000 Liter Wasser verschwendet (mehr als der Jahresverbrauch bei täglichem Duschen) und die  Emissionen sind so hoch wie bei einer Autofahrt von 250 km. Wegen des exzessiven menschlichen Fleischkonsums, vor allem in unseren Industrieländern, werden jährlich fast 60 Milliarden sog. Nutztiere geschlachtet; Fische und sog. Meeresfrüchte aus den leergefischten Meeren noch gar nicht eingerechnet.

Auch der Welthunger ist nicht "nur" ein Verteilungsproblem. Im Zeitalter von Bioenergie wird immer deutlicher, welche wichtige Ressource die der Landwirtschaft zur Verfügung stehende Fläche ist. Eine Ernährung mit Tierprodukten benötigt die 10-fache landwirtschaftliche Fläche im Vergleich zur veganen Ernährung. Ein erster guter Schritt  wäre z.B. die Einführung eines vegetarischen Wochentages für Berlin nach Vorbild des vegetarischen Donnerstags im belgischen Gent und natürlich eine Änderung des Konsums der Verbraucher.

Das MeatOut (http://www.meatout.de/) wird durch Joaquin Phoenix und Pamela Anderson ebenso unterstützt wie von der Schauspielerin Stephanie Kindermann, der Dt. Meisterin im Amateur-Boxen Elena Walendzik, der Dt. Meisterin im Rugby mit St. Pauli Johanna Jahnke, dem Bodybuilding-Weltmeister Alexander Dargatz und dem Kabarettisten Ingo Insterburg.

Das MEATOUT gibt es seit 1985, es wurde von FARM (Farm Animal Reform Movement) in den USA initiiert und findet auf der ganzen Welt immer mehr Unterstützer. In Deutschland wird die Kampagne durch den Vegetarierbund Deutschland e.V. und Die Tierfreunde e.V. organisiert.


27.03.10 15:31 Alter: 2 yrs

Kategorie: Demonstration