Protest gegen Blockadehaltung der CDU zum Zirkus-Wildtierverbot
20 AktivistInnen von Berlin-Vegan und den anderen Gruppen des Bündnisses „Zirkus in Berlin“ demonstrierten am Morgen des 16.12.2010 an einem der letzten Bundestagssitzungstage vor der Weihnachtspause bei eisiger Kälte 1,5 Stunden in einer Presseaktion im Schnee vor dem Kanzleramt gegen die Blockadehaltung der CDU/CSU gegen das Wildtierverbot in Zirkussen.
Weihnachtsmänner, ein Dompteur und Tiere forderten von der CDU, die Forderung der anderen parlamentarischen Parteien für ein Wildtierverbot zu unterstützen statt weiterhin die Manege für Tierqual freizugeben. „Die Rute für die CDU“ und „Tierqual ist keine Kunst“ lauteten die Messages auf den Schildern und auf dem Banner wurde mitgeteilt: „Wunschzettel an die CDU – Tiere raus aus dem Zirkus!“.
Mittlerweile haben bereits über 20 Tier- und Naturschutzorganisationen an die Parteien appelliert, endlich die Haltung von Wildtieren in Zirkussen bundesweit zu verbieten, was schon seit vielen Jahren überfällig ist. Der Bundesrat hatte von der Bundesregierung bereits 2003 ein Maßnahmenpaket gefordert, das dafür sorgt, dass das Tierschutzgesetz auch in Zirkussen umgesetzt wird. Zentraler Punkt war damals ein Haltungsverbot für „absehbar gefährdete“ Wildtiere. Dieses haben die jeweiligen Bundesregierungen freilich bis heute nicht umgesetzt. Der Bundesratsbeschluss war damals sogar von unionsgeführten Ländern mit eingebracht und verabschiedet worden. Und in Schleswig-Holstein haben sich CDU und FDP sogar im Koalitionsvertrag darauf verpflichtet, sich für ein Haltungsverbot von Wildtieren im Zirkus einzusetzen. Wie kommt es also bei der CDU/CSU mittlerweile zu diesem Sinneswandel? Auch immer mehr Experten sowie sogar die deutsche und britische Tierärztekammer fordern ein Verbot dieser unsinnigen Tierqual zumindest eben für Wildtiere wie Tiger, Löwen, Bären, Affen, Flußpferde, Elefanten und Giraffen.
Aber was macht die CDU?
Sie beruft sich auf angebliche „verfassungsrechtliche Bedenken“ und Einschränkungen bei der Freiheit der Berufswahl, sieht keinen Handlungsbedarf und blockiert somit wichtige Fortschritte. Aber das Argument für diese Blockade, dass ein Wildtierverbot nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sein könnte, solange nicht vorher „mildere Mittel”, insbesondere das neue Zirkus-Register, ausprobiert wurden, ist fadenscheinig. Dieses Register soll Daten zu Zirkussen zentral erfassen und eine bessere Einhaltung bestehender Vorgaben in der Praxis gewährleisten. Die Abgeordneten ignorieren aber dabei gerne, dass diese Vorgaben für Zirkustiere völlig unzureichend sind und die bestehende Qual lediglich festschreiben. Das Zirkusregister ändert an diesem Zustand leider überhaupt nichts und die Aufführungen in Zirkussen sind sehr gut ohne Tiere und erst recht ohne Wildtiere möglich, so dass es niemanden in seinem Beruf einschränken muss.
Online-Proteste
Es gibt mittlerweile im Internet bereits 4 Mitmachaktionen, um die CDU/CSU-PolitikerInnen doch noch zu überzeugen, dieses Mal endlich das Richtige zu tun. Wir bitten alle darum, diese Aktionen zu unterzeichnen, zu versenden und weiterzuverbreiten:
- Wunschzettel an die CDU von Zirkus in Berlin: www.zirkus-in-berlin.de/mitmach-aktion/
- Vier-Pfoten-Aktion: https://www.secureconnect.at/4-pfoten.de/protest/101215/index.php
- ProWildlife-Aktion: www.prowildlife.de/Protestaktion_1
- PETA-Aktion: http://action.peta.de/ea-campaign/clientcampaign.do?ea.client.id=44&ea.campaign.id=5504
Und hier ein ausführlicher Bericht zur aktuellen politischen Situation: tierschutznews.ch/2011/index.php
