Demonstration zum Tag der offenen Tür des Tierheims
Bei aller guten Arbeit, die das Tierheim Berlin bei der Unterbringung und Vermittlung von Tieren sicher leistet, fehlt dort leider immer noch der Sinneswandel, um zu vermitteln oder wenigstens als Alternative aufzuzeigen, dass Tiere an sich für Menschen keine Lebensmittel sind.
Um so aufgeschlossener waren die BesucherInnen des Tierheims, die sich gerne und umfangreich von unserem Anliegen „Schlachten ist kein Tierschutz“ informieren ließen. Zum Tag der offenen Tür des Tierheims wurde auch das Richtfest, des Neubaus einer Notaufnahme für Tiere aus der Landwirtschaft, gefeiert.
„Die neue Einrichtung ist gleichzeitig das künftige „Tierische Klassenzimmer“: Geplant sind neben sieben Stallgebäuden ein Versorgungsgebäude sowie auf zwei Hektar großzügig angelegte Koppeln und Weideflächen. Auf eindrucksvolle Weise sollen gleichermaßen Kinder und Jugendliche dort den Unterschied zwischen der quälerischen Unterbringung und der artgerechten Haltung so genannter Nutztiere in der Landwirtschaft kennenlernen. Im „Tierischen Klassenzimmer“ wird ungeschönt über Themen wie die Käfighaltung von Legehennen oder vor sich hin vegetierende Schweine in Mastanlagen informiert,“
so die offizielle Ankündigung des Tierheim-Berlin
Bleibt zu hoffen, dass die Kinder nicht mit schlachten müssen... Bislang scheint dies allerdings der Deutsche Tierschutzbund anstelle einer gewaltfreien Aufklärung der Kinder für eine vegetarisch/vegane Ernährung zu favorisieren.
Wir sehen uns zur Eröffnung am 24. August und werden auf die Alternativen aufmerksam machen!
Resumee zur Aktion: Wir werten jede unserer Aktionen intensiv bezüglich der Resonanz aus und ziehen aufgrund des großen Zuspruches und der allgemeinen Aufgeschlossenheit ein sehr positives Fazit unser Aktion "Schlachten ist kein Tierschutz".
Zwischen 70-80% der Passanten haben sich über unser Anliegen informiert. Dieses vergleichsweise große direkte Interesse sollte hoffentlich auch dazu führen, dass bald vom Deutschen Tierschutzbund ein vegetarisch-veganes Speiseangebot zum Tag der Offenen Tür im Tierheim angeboten wird, es sei denn, das Schlachten wird dort favorisiert!
Gerade unsere Schweinekostüme, nebst umgebundenem Foto eines Ferkels auf einem Teller, haben sehr offen gezeigt, worum es geht. Sicher hat diese einfache Ehrlichkeit und Transparenz zum Erfolg beigetragen. Das nächste Mal werden wir eventuell in Kaninchenkostümen gegen "artgerechtes" Kaninchen am Spieß a la "Neuländer" eintreten. Dieser Vorschlag kam uebrigens von einer noch sehr jungen Tierheimbesucherin, nach dem Motto: "Magst du mich oder isst du mich?"
Die verbleibenden 20%, die sich desinteressiert gezeigt haben, sind vielleicht mit anderen Aktionen besser zu erreichen. Über Vorschläge freuen wir uns, wohlwissend aus vielen Straßenaktionen für Tierrechte, dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich erreicht werden.
Schlachten ist kein Tierschutz!
Tierschutz neu denken? „Schlachten ist kein Tierschutz“ sollte das Motto und Fazit des Tags der offenen Tür im Tierheim lauten sowie die politische Forderung beinhalten, Tierausbeutung insgesamt zu beenden! Zu erwarten ist leider, dass die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse einer gesunden, umweltbewussten und tierfreundlichen Ernährung und Lebensweise ignoriert werden. Stattdessen Streicheltier-Aktionismus durch weitere Manifestierung der Tierausbeutung in Form von Neuland-Bratwurst bei etwas weniger Quälerei. „Der Weg ist das Ziel“, damit wird der Deutsche-Tierschutzbund versuchen seinen Weg als Tierschutz zu verkaufen. Allerdings kann und wird das den Irrsinn der Tierausbeutung von Milliarden von Tieren für Fleisch zu Gunsten von omnivor essenden Streicheltier-Freunden nicht rechtfertigen!
„Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät ...“
Positionspapier der ADA (American Dietetic Association) zur vegetarischen/veganen Ernährung (US-amerikanische Vereinigung von Ernährungsexperten und Ernährungswissenschaftlern mit rund 70.000 Mitgliedern)
Wenn also Tierausbeutung für unsere Ernährung und Lebensweise nicht notwendig ist, wie steht es dann mit der Moral der Menschen, da gerade doch moralisches Handeln die Menschen von „Tieren“ unterscheiden soll?
Der amerikanische Philosoph und Tierrechtler Dr. Tom Regan formuliert es in der Druckschrift „Der Grundgedanke der Tierrechte“ wie folgt:
„Es ist nicht rational, willkürlich zu diskriminieren. Und eine Diskriminierung der nicht-menschlichen Tiere ist willkürlich!“ Und: „Einer absoluten Ungerechtigkeit muss man sich absolut entgegenstellen. Was die Gerechtigkeit verlangte, war nicht reformierte Sklaverei, reformierte Kinderarbeit, reformierte Unterwerfung der Frau. In all diesen Fällen war die einzig moralische Antwort die Abschaffung. Die bloße Reformierung einer absoluten Ungerechtigkeit bedeutet die Verlängerung der Ungerechtigkeit.“
Eigene Verantwortung für Diskriminierung kann man nicht an die Politik abgeben. Tierausbeutung ist vermeidbar, jedeR fängt bei sich selbst an, go vegan!
„Nicht eine milde Form der Schlachtung, sondern ihre Beseitigung soll man anstreben. Je mehr man das Schlachten 'human' zu gestalten sucht, desto mehr stärkt man die Sache der Metzgerei selbst.“
Max von Sachsen
„Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jeder Fleischgenuss als Kannibalismus gilt!“
Wilhelm Busch
„Die Speisekarte - das blutigste Blatt, das wir schreiben.“
Karlheinz Deschner
Ökologische Folgen der Tierausbeutung
Max-Planck-Institut - Der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie Ralf Conrad sagt zum Problem der Klimaerwärmung: „Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten.“
The Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) - Die Welternährungs-organisation FAO der UNO stellte in der 2006 von ihr veröffentlichten Studie „Livestock a major threat to environment“ fest:
- ...das die Treibhausgasemissionen der Nutztiere höher sind als die des gesamten weltweiten Transportverkehrs.
- ...dass 70 % des abgeholzten Amazonaswaldes für Viehweiden verwendet wurden und der Futtermittelanbau ein Grossteil der restlichen 30 % belegt.
- ...dass 70 % des weltweiten Landwirtschaftslandes für die Viehhaltung verwendet wird.
„Spektrum der Wissenschaft“ vom Januar 1994
„Die wissenschaftlichen Untersuchungen weisen eindeutig darauf hin, dass die heutige Massentierhaltung ein Hauptverursacher des Waldsterbens ist.“
Gesundheit und Ernährung
Worldwatch Institute
„Fleischreiche Ernährung trägt zu den häufigsten Todesursachen, nämlich Herzkrankheiten, Schlaganfällen und bestimmten Krebsarten bei.“
Schweizerisches Bundesamt für Gesundheit (BAG)
„Es geht auf Grund der heutigen Erkenntnisse klar hervor, dass Personen mit einer ovo-lacto-vegetarischen (bzw. veganen) Ernährung im Vergleich zu Omnivoren
- ...weniger häufig an Herzkreislauferkrankungen sterben und bessere Blutlipidwerte aufweisen
- ...weniger häufig an Krebs sterben und auch ein kleineres Risiko haben, an Krebs zu erkranken
- ...tiefere Blutdruckwerte und tiefere BMI-Werte haben“
Welthunger
Verschwendung von Nahrungsmitteln
Die Fleischproduktion vernichtet grosse Mengen an Nahrungsmitteln. Um ein Kilo Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen. Bei der „Umwandlung“ von Getreide in Fleisch gehen 90% Eiweiss, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Dennoch werden weltweit ca. 60-70% des Getreides an Schlachttiere verfüttert.
Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung
„Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“
Worldwatch Institute
„Mit dem Wasserverbrauch für 1 kg Fleisch könnte man ein ganzes Jahr lang täglich duschen.“
Welthungerhilfe
„Wollten die Menschen in Indien soviel Geflügel essen wie die Europäer, müsste das Land das gesamte Getreide aufkaufen, das auf dem Weltmarkt gehandelt wird - als Futtermittel“
