Veganismus als Antwort auf Grünen-Kongress zum Thema Tierschutz
Am Freitag, den 05. Oktober 2007, veranstaltet die Partei Bündnis 90/Die Grünen einen ganztägigen Kongress zum Thema Tierschutz. Das Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan begrüßt den Ansatz, weist jedoch darauf hin, dass die bisherigen Forderungen der Grünen in diesem Bereich viel zu zaghaft sind.
Tierhaltung zerstört das Klima (zu Grünen-Kongress-Programm hier klicken: http://www.gruene-bundestag.de/cms/service/dok/192/192298.htm#4 )
Berlin, 04. Oktober 2007
Berlin-Vegan organisiert deshalb von 9-19 Uhr eine Mahnwache vor dem Kongressort in der Luisenstr. 18 zum Thema Veganismus und Klimawandel. Damit soll der Zusammenhang zwischen der grausamen Nutztierhaltung und ihres immensen Beitrages zum Klimawandel ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Weltweit werden 18% der Treibhausgase durch Tierhaltung verursacht. Dies ist das Ergebnis der Studie "Livestock's Long Shadow" der UN- Landwirtschaftsorganisation FAO vom Dezember 2006. Der Anteil der Tierhaltung am Klimawandel ist damit größer als der des weltweiten Verkehrs. "Das scheint aber bislang weder der Regierung noch den Oppositionsparteien richtig bewusst zu sein", sagte Stephanie Goldbach, Pressesprecherin von Berlin-Vegan. "Dabei ließen sich in diesem Bereich am schnellsten und einfachsten Treibhausgase einsparen.“
„Schlachten ist kein Tierschutz“- so steht es auf dem Transparent der Aktivisten in Schweinekostüm und das sagt auch Stephanie Goldbach. Sie meint die immer wiederkehrenden Diskussionen um sogenanntes Humanes Schlachten. „Wenn das Tierschutz sein soll, dann möchte ich nicht wissen, wie die Arbeit von Kinderschutzorganisationen aussieht. Wer sich Tierschützer nennt, soll endlich die Konsequenzen ziehen!“, betonte Goldbach.
An der miserablen Lage der sogenannten Nutztiere hat sich auch seit Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz im Juni 2002 fast nichts verbessert. In der Regierungszeit der Grünen wurden lediglich in der Hennenhaltung in Legebatterien Fortschritte beschlossen, die aber vor Ablauf der langen Übergangszeiten von Landwirtschaftsminister Seehofer wieder zunichte gemacht wurden."
Seit fünf Jahren demonstrieren wir wöchentlich auf belebten Plätzen in Berlin gegen Tierausbeutung und für die Verbreitung des Veganismus", so Stephanie Goldbach. "Dieser Kongress ist eine gute Gelegenheit, das Thema an bereits interessierte Menschen heranzutragen, zumal Tierproduktion und Klimawandel in engem Zusammenhang stehen. Dies sollte die Partei und ihre Anhänger endlich aufrütteln."
Das Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan gründete sich 2006 als Zusammenschluss von Berliner Tierrechtlern. Es setzt sich für die Verbreitung des Veganismus und die Interessen unterdrückter und ausgebeuteter nichtmenschlicher Tiere ein. Demonstrationen finden regelmäßig am Breitscheidplatz und vor dem Landwirtschaftsministerium statt. Berlin-Vegan klärt durch Flugblätter und eine Internetseite auf und organisiert E-Mail-Kampagnen zu konkreten Themen.
Zur Studie der FAO: www.fao.org/ag/magazine/0612sp1.htm