Bericht aus bundesweiter Zeitschrift Tierbefreiung aktuell
Dies ist ein Bericht aus der sehr zu empfehlenden Tierrechtszeitschrift Tierbefreiung aktuell (www.tierbefreiung.de), die im Dezember 2005, als unsere Gruppe noch die Berliner Ortsgruppe des Vereins war, über unsere Aktionen berichtet hat. Die Aktivengruppe trat damals als Ortsgruppe Berlin des Tierbefreier e.V. auf. Inzwischen sind wir ein unabhängiger Verbund von Aktiven, in dem die Ortsgruppe Berlin des Tierbefreier e.V. integriert ist.
Die Berliner Tierbefreier-Ortsgruppe mit dem Schwerpunkt Veganismus stellt sich vor
In unserer schönen und relativ alternativen Hauptstadt hat sich im Herbst 2004 neben der schon seit Jahren existierenden Berliner Tierrechts Aktion und den Jungen Tierversuchsgegnern eine weitere junge und engagierte Tierrechtsgruppe gegründet: die Ortsgruppe des tierbefreier e.V. Selbstverständlich wird auch oftmals gruppenübergreifend zusammengearbeitet, denn schließlich verfolgen wir dieselben Ziele: jegliches Leid von nichtmenschlichen und menschlichen Tieren so schnell wie möglich zu beenden!
Aufgrund der großen Masse an Veranstaltungen in der Hauptstadt und der dadurch übersättigten Leute muss man sich etwas Besonderes ausdenken, um überhaupt wahrgenommen zu werden.
Von April bis September veranstalteten wir somit an jedem zweiten Wochenende eine Kundgebung für die Verbreitung des Veganismus auf diversen belebten Plätzen wie dem Pariser Platz, dem Lustgarten, dem Hackeschen Markt und dem Breitscheidplatz. Im Gepäck hatten wir große Schautafeln mit vielen blutigen Schlachthofbildern, jeweils eine bis ins Detail ausgearbeitete Pappmascheekuh und ein –schwein, Transparente sowie viel Infomaterial und Flugblätter. Nach jeweils meist sieben Stunden waren wir leicht geschlaucht, aber guter Dinge in der Überzeugung, doch dem/der ein oder anderen PassantIn einen Denkanstoß zu deren Ernährungsverhalten und deren gedankenlosen Umgang mit unseren Mitlebewesen gegeben zu haben. Wir zeigen nicht mit dem Zeigefinger auf die Leute und beschimpfen sie, sondern versuchen, sie freundlich, aber bestimmt zu einer Weiterentwicklung hin zu einem friedfertigen Umgang mit den nichtmenschlichen Tieren und der Natur zu bewegen.
Der vegane Weihnachtsmann
Während uns dies für den Sommer als die beste Variante erscheint, konzentrieren wir uns, wie bereits letzten Dezember, in der Vorweihnachtszeit darauf, die Menschen von pflanzlichen Alternativen zu ihrem traditionellen, heißgeliebten Weihnachtsbraten zu überzeugen. Somit geht der einzige singende vegane Weihnachtsmann Deutschlands auf Tour durch den Berliner öffentlichen Nahverkehr und auf Stippvisiten zu belebten Plätze. Weihnachtsmänner gibt es ja spätestens seit der Kommerzialisierung durch Konzerne wie Coca-Cola oder Vodafone im Überfluss, aber dieser ist wirklich ein besonderer. Der Weihnachtsmann nebst Engel und Wichtel beglückt die BerlinerInnen wochenlang mit Gedichten und veganen Weihnachtsrezepten.
Gesungen wird vom veganen Weihnachtsmann ein Lied mit dem folgenden Text von Shel Silverstein:
Das Weihnachtsessen schmeckt nicht mehr
Silvester ist auch nicht mehr schön
Versuchst Du das mal aus der Sicht
von Gans und Karpfen anzusehn.
Das Osteressen ist erbärmlich
Beim Sonntagsbraten wird Dir mies
Wenn Du das Ganze mal vom Standpunkt
Der Ente und des Hasen siehst.
Ach, ich liebte Putenschnitzel
Knusprig zart und angenehm
Bis ich anfing aus der Sicht
Des Bratens auf den Tisch zu sehn.
Am Schluss eines jeden Liedes klopft der Weihnachtsmann auf seine große Holztafel und führt den Menschen mit blutigen Schlachthofbildern vor Augen, was sie im letzten Jahr "Unartiges" gegessen und Grausames verdrängt haben. Oft wird im Nachhinein bei den damit Beglückten heftig darüber diskutiert und von einem "Ich wusste doch, dass da noch was Politisches kommt" bis zu einem "Jetzt weisst Du, warum ich Vegetarier bin!" ist einiges zu hören. Die Weihnachtsaktionen kommen bei vielen Menschen gut an - bei einigen wenigen erwartungsgemäß auch mal weniger - und die kostenlosen Rezepte und das Ständchen in der stressigen Vorweihnachtszeit sorgen für gute Stimmung. Der Schockeffekt durch die Schautafel verstört das weihnachtliche Bild einiger Leute etwas, aber verärgert fast niemanden offensichtlich.
Die Kampagne gegen den Pelzhandel bei Peek & Cloppenburg werden wir natürlich auch tatkräftig unterstützen und uns für das Osterfest ebenfalls etwas Besonderes ausdenken, um den Leuten all das konsequent vor Augen zu führen, vor dem sie diese so gerne verschließen und das sich hinter dicken Mauern außerhalb der Großstädte in Mastanlagen, Schlachthöfen etc. abspielt.
Ein (be)sinnliches, tierleidfreies Fest wünscht
die tierbefreier e.V. Ortsgruppe Berlin



