Berlin-Vegan: Hungerstreik gegen Käfighaltung vor dem BMELV

Hungerstreik gegen Käfighaltung vor dem BMELV

Gewissenlose Tierquälerei hat einen Namen: Minister Horst Seehofer! Auf Initiative der Stiftung Albert Schweitzer für unsere Mitwelt beginnt am 20.08.2008 ab 12:00 Uhr ein Hungerstreik vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin

Mehrere Aktivist_innen von Berlin-Vegan harren stellvertretend für die gequälten Hennen mindestens eine Woche in einem Käfig aus, der auch als Symbol für alle weiteren unter dem Minister Horst Seehofer gequälten und ausgebeuteten Tiere steht. Dem Minister soll direkt vor seiner Haustür verdeutlicht werden, dass sich Tierfreunde seiner gesetzeswidrigen und tierverachtenden Politik weiter entgegenstellen.

Von den rund 40 Millionen so genannten Legehennen in Deutschland leben – trotz der schon 1999 getroffenen eindeutigen Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts – noch immer etwa 2/3 in artwidrigen Käfigen. Zusätzlich missachtet Minister Seehofer die 2002 geschaffene Staatszielbestimmung in Artikel 20a GG, durch die der Tierschutz verfassungsrechtlichen Rang erhielt. Auch die jetzt mögliche „Kleingruppenhaltung“ ist eine qualvolle Käfighaltung. Eier aus dieser Haltung müssen mit der Nr. 3 (Käfighaltung) gekennzeichnet werden. Die Hennen haben im Verhältnis zum alten Käfig nur einen Bierdeckel mehr an Fläche. Damit können die Hennen ihre Grundbedürfnisse - wie z.B. Scharren, Sandbaden, Flattern - weiter nicht befriedigen. Die Einrichtungen dieser Käfige haben weitgehend eine Alibifunktion.

Bereits vor der Unterzeichnung der rechtswidrigen Verordnung durch Minister Seehofer gaben die Verbraucher ihre Meinung klar zu erkennen, indem sie mehr als die Hälfte der Schaleneier aus alternativen Haltungsformen kauften. Auch nahezu der gesamte Handel erkennt die Zeichen der Zeit. Nach Aldi, Norma, tegut und Plus beabsichtigt nun auch Edeka-Südwest, ab Oktober 2008 nur noch Eier aus Boden-, Freiland-, oder Biohaltung anzubieten. Die Eier aus der alten Käfighaltung sowie aus der „Kleingruppenhaltung“ sollen ausgelistet bzw. nicht mehr beworben werden.

Minister Seehofer trägt die Verantwortung für das Leiden jeder einzelnen Henne im Käfig, denn Anfang 2007 wäre nach der von ihm kassierten Verordnung seiner Vorgängerin im Amt, Frau Künast, Schluss mit der Käfighaltung der „Legehennen“ gewesen. Damit wären die Anforderungen des Tierschutzgesetzes wenigstens bei einer so genannten Nutztierart erfüllt worden. Den zu industriell verwertbaren Eierlegemaschinen gezüchteten Hennen, die weit vor Ablauf ihrer natürlichen Lebenszeit ausgelaugt im Schlachthaus enden, wäre zumindest die Qual der Käfighaltung erspart geblieben.

Zur Aktion gehören ein am Käfig angebrachtes Transparent, Flyer und eine Seehofer-Figur in Lebensgröße.

Nachtrag

Der Hungerstreik im Käfig findet von Freitag, den 22.08.,  bis Montag, den 25.08.08 (Abbau der aufgestellten Buden), nicht mehr direkt neben dem Eingang des Ministeriums, sondern vor der benachbarten Schule statt. An den Tagen der offenen Tür (Samstag und Sonntag) wünscht das Ministerium keine Demonstranten vor dem Haus (siehe Video).

Medienresonanz


20.08.08 15:29 Alter: 3 yrs
Berlin
3 Aktivisten im Käfig

3 Aktivisten im Käfig

3 Aktivisten im Käfig

Kategorie: Aktivitäten, Demonstration, Allgemein, Berlin

Von: CAH