Berlin-Vegan: Einwöchiger Hungerstreik vor dem Landwirtschaftsministerium

Einwöchiger Hungerstreik vor dem Landwirtschaftsministerium

Eine unserer langjährigen veganen Aktivistinnen wird vom 05. bis zum 12. November 2007 vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eine durchgehende Hungermahnwache durchführen, in einem Käfig hockend, natürlich auch in den kalten Nächten.

Sie wird dabei von uns unterstützt und möchte damit auf die Tierqualpolitik von Minister Seehofer aufmerksam machen, der immer wieder seit seinem Amtsantritt als Landwirtschaftsminister vor zwei Jahren das Wohl der Tierausbeutungsindustrie über das Wohl der Tiere stellt und schon einige Verschlechterungen in den Tierhaltungsbedingungen durchgesetzt hat, unter anderem bei den sogenannten Legehennen und Masthühnern.

Nachfolgend unsere Presseerklärungen dazu und der Text des Flugblattes:

Hungerstreik vor BMELV endet am 12.11.2007 – Tierqual geht weiter !

Am Montag, den 12.11.2007, um 12 Uhr wird Frau Barbara Hohensee planmäßig ihre Mahnwache vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wilhelmstr. 54, Berlin-Mitte, beenden.

Die 52-jährige Juristin hungert dort seit Montag, den 05.11.2007, 9 Uhr, in einem kleinen Käfig, Tag und Nacht, bei Regen und Kälte. Sie möchte mit dieser ungewöhnlichen Aktion auf das Elend von jährlich mehreren Hundert Millionen agrarindustriell gequälten Tieren in Deutschland, u.a. der Hennen in den Legebatterien, sowie auf die Desinformationspolitik des Ministers Seehofer aufmerksam machen.

Nachdem verschiedene große Printmedien und Rundfunkstationen über die Hungeraktion am Anfang der Woche berichtet hatten, kam es am 07. und 08.11.2007 zu Gesprächen mit der Parlamentarischen Staatssekretärin Frau Ursula Heinen. „Ich habe Frau Heinen verdeutlicht, dass viele Tierfreunde über die von Herrn Seehofer rücksichtslos betriebene Demontage des Tierschutzes entsetzt und empört sind,“ erklärt Frau Hohensee. „Neben den juristischen Fehlleistungen des Herrn Seehofer wurde auch der moralische Aspekt des Umgangs der Menschen mit den Tieren ausführlich erörtert.“

Gefordertes Ende von Seehofers Tierqualpolitik

Hungerstreik und Mahnwache vom 05. bis 12.11.2007 vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wilhelmstr. 54, Berlin-Mitte

Endlich Schluss mit Seehofers Tierquälerei! Unter diesem Motto begann am Montag, den 05.11.2007, um 9 Uhr die mit einem Hungerstreik verbundene Mahnwache von Frau Barbara Hohensee, Juristin und aktives Mitglied verschiedener Tierrechtsorganisationen, u.a. auch beim Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan, vor dem BMELV in Berlin. Frau Hohensee beabsichtigt, sich dort eine Woche lang durchgängig, auch in den kalten Nächten, in einem kleinen Käfig aufzuhalten. Mit ihrer ungewöhnlichen Einzelaktion will sie das Elend der sog. Nutztiere verdeutlichen und ihr Mitleid mit den in der Massentierhaltung gequälten Tieren zum Ausdruck bringen.

„Seit seinem Amtsantritt fördert Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer in vielfältiger Weise agrarindustrielle Tierquälerei. Um die Öffentlichkeit von seinem nach geltendem Tierschutzrecht gesetzeswidrigen Verhalten abzulenken, verbreitet er systematisch Lügen“, erklärt Frau Hohensee. „Mitleid mit schwächeren Lebewesen und Aufrichtigkeit gegenüber der eigenen Bevölkerung gehören offenbar nicht zu den von der derzeitigen Regierung geradezu inflationär beschworenen abendländischen Werten. Für Horst Seehofer zählen auch nicht die Gefühle zahlloser entsetzter Tierfreunde, sondern nur die Gewinne einiger weniger Hühnerbarone und weiterer industrieller Tierausbeuter.“

Das Leiden von jährlich mehreren hundert Millionen anonymen sog. Nutztieren findet außerhalb des Blickfeldes der Verbraucher statt. Mahnwache und Hungerstreik direkt vor der Residenz des hierfür letztlich Verantwortlichen sollen an das Schicksal der Tiere erinnern und die Bürger ermutigen, die Desinformationen aus dem BMELV kritisch zu hinterfragen und ihren Konsum tierleidfrei zu gestalten.

Auch das Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan solidarisiert sich mit der couragierten Aktion von Frau Hohensee. Zur Aktion gehören ein am Käfig angebrachtes Transparent, Flyer und weiteres Infomaterial. 

Mahnwache/ Hungerstreik vom  05.11. - 12.11.2007 vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  (BMELV)  in Berlin


Warum jetzt eine Mahnwache?
Weil andere Proteste bisher nicht ausreichten. Es ist gerade hier in Berlin richtig und wichtig, sich aller Opfer des Unrechts vergangener Zeiten zu erinnern. All das Vergangene bedrückte mich immer sehr. Gleichzeitig sah ich und fühlte immer auch aktuelles, alltägliches Unrecht, an das ich jetzt meine Mitbürger erinnern will und muss.

Warum vor dem BMELV?
Seit seinem Amtsantritt fördert Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer in vielfältiger Weise agrarindustrielle Tierquälerei. Um die Öffentlichkeit hiervon abzulenken, verbreitet er systematisch Lügen.

Die „Kleingruppenhaltung“ von sogenannten Legehennen wird uns Bürgern als tierschutzgerechtes und gesetzeskonformes Modell zur Abschaffung der Käfighaltung angepriesen. Fakt ist aber: Es handelt sich um Käfige, in denen die Hühner einen Bierdeckel mehr Platz bekommen. Nach einem rechtskräftigen Urteil des OLG München darf man auch diese Haltung als tierquälerisch bezeichnen. Aus ihr stammende Eier müssen als Käfig-Eier (Nr. 3) deklariert werden.

Die unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erlassene tierquälerische Masthühner-Richtlinie wird sogar noch als Erfolg für den Tierschutz gefeiert. Fakt ist aber: Die sogenannten Masthühner haben noch weniger Platz als die sogenannten Legehennen. Die Regelung ist entgegen der Empfehlung der EU-Tierschutzexperten ergangen.

Die Einführung der Stallpflicht für alles sogenannte Geflügel wird der Bevölkerung als notwendige Maßnahme zur Bekämpfung der Vogelgrippe verkauft. Fakt ist aber: Das Immunsystem auf Höchstleistung gezüchteter, der Sonne, Luft und Bewegung beraubter Tiere ist extrem geschwächt. Die veterinärwissenschaftlich belegbare Folge der von Minister Seehofer geförderten Massentierhaltung sind genau die Krankheiten und Seuchen, die man angeblich bekämpfen will.

Warum auch ein Hungerstreik?
Mein Hungerstreik ist ein Zeichen der Solidarität mit jährlich mehreren Hundert Millionen hemmungslos ausgebeuteten Tieren, die ähnlich wie wir Leiden und Schmerzen empfinden – zum Teil ihr ganzes, viel zu kurzes Leben lang.
Mein Hungerstreik soll endlich das verdeutlichen, was Minister Seehofer aus den Briefen von zahllosen Tierfreunden und aus wirklich allen fachlichen Stellungnahmen jeder Tierschutzorganisation in Deutschland seit langem weiß. Mit seinen Maßnahmen quält er nicht nur die wehrlosen Tiere, sondern auch zum Mitleid fähige Menschen.

Mein Hungerstreik soll meinen Mitbürgern Mut zum Widerstand geben. Sie, liebe Mitbürger, müssen nicht hungern. Kaufen Sie einfach keine Tierqualprodukte. Informieren Sie sich* und andere. Zeigen Sie Minister Seehofer, dass Sie ihn durchschaut haben.

Lassen Sie sich nicht länger belügen! Schauen Sie nicht länger weg! Handeln Sie menschlich!

* z.B.:  www.kaefig-ade.dewww.tierrechte.dewww.schueler-fuer-tiere.dewww.berlin-vegan.de

 

Medienresonanz


05.11.07 17:21 Alter: 4 yrs
Berlin
Hungerstreik vor dem BMELV

Hungerstreik im Käfig (1. Tag)

Schneesturm am 6. Tag

auch Nachts wurde ausgeharrt

Kategorie: Demonstration, Aktivitäten, Allgemein, Berlin

Von: BMH