Berlin-Vegan: Menschenfleisch bei Tim Mälzers Koch-Show
 

Menschenfleisch bei Tim Mälzers Koch-Show

Aktivisten des Tierrechtsbündnisses Berlin-Vegan protestieren am 3. und 4. Dezember 2007 um 19 Uhr vor dem Berliner Tempodrom in der Möckernstraße 10 gegen die Verherrlichung von Gewalt an Tieren in der Show von Tim Mälzer auf seiner "Ham'se Noch Hack Tour 2007".

Tim Mälzer ist charismatisch, jung, mutig und frech. Was er kocht, ist erstklassig. Wie er kocht, ist unkompliziert. Seine Zutaten sind wohl überlegt, jedoch nicht außergewöhnlich. So das Urteil seiner Anhänger. Und Tim Mälzer: "Es gibt so Sachen, die einfach 'schweinelecker' sind, aber nicht die Welt kosten müssen."

Tatsächlich kosten sie die Welt, siehe Klimakollaps aufgrund der an erster Stelle rangierenden Nutztierhaltung mit ihren klimaschädlichen Treibhausgasen. Das Zitat auf Mälzers Fanpostseite "auch für absolute Kochdeppen sind Mälzers Rezepte gefahrlos umzusetzen" bekommt nur hinsichtlich der Kochdeppen einen wahren Hintergrund.

Er ist der Mann, der Deutschland zum Kochen bringt, sagt die Zeitschrift Bildwoche. Ja, da können wir zustimmen. Seine seitenfüllenden Rindfleischrezepte bringen die Welt zum Kochen – die globale Erwärmung schreitet dank dem spassigen Mälzer & und seinen unkritischen Zujublern unaufhaltsam voran. Die Ham´se Hack-Tour 2007 bringt die Welt zum Kochen, nur leider anders, als es die Bildwoche meinte. Ham´se-Hack oder ham´se Hirn? Überwiegend jung, mutig und frech, wir wir sind, stellen wir diese Gegenfrage. Kochen macht erst dann wirklich Spaß, wenn man die Konsequenzen des fröhlichen Treibens auch an den häßlichen Zutaten erkennt.

 

Um eben jene Konsequenzen aufzuzeigen, haben Aktivisten von Berlin-Vegan vor der Show in Berlin Aufklärungsarbeit betrieben. Im Mittelpunkt der Aktion stand eine Fleischschale mit einem fast nackten, unzerteilten Stück Menschenfleisch.

Zwei Aktivistinnen wurden sogar von Tim Mälzer zu einem Backstage-Gespräch eingeladen, welches durchaus interessant und ausgewogen verlief.

Die Aktivisten erklären, dass sie diese außergewöhnliche Aktionsform gewählt haben, um zu verdeutlichen, dass Tier und Mensch gleichermaßen leidensfähig sind und es keine ethische Berechtigung gibt, Tiere als Konsumgüter zu missbrauchen. Bei dieser Aktion ging es schwerpunktmäßig auch um die Verdeutlichung der ökologischen Gefahren und wirtschaftlichen Mißstände, die mit dem Konsum von Fleisch in direktem Zusammenhang stehen. Diese wurden den Besuchern der Show auf einem Flugblatt vermittelt.

Das Bündnis hatte sich aus den bereits seit Jahren stattfindenden Demonstrationen für Tierrechte und Veganismus in Berlin herausgebildet und ist mittlerweile auf ungefähr dreißig Aktivisten unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung angewachsen. Ziel der Aktivisten ist es, den Menschen eine vegane Lebensweise näher zu bringen.

"Wir möchten über das, durch das gängige Konsumverhalten verursachte, Tierleid und dessen Auswirkungen auf die Lebensqualität auch zukünftiger Generationen aufklären. Es gilt daher, die ethische, ökologische und weltwirtschaftliche Notwendigkeit der veganen Lebensweise zu erläutern sowie über die gesundheitlichen Vorteile der tierproduktfreien Ernährung zu informieren und damit akzeptable Alternativen aufzuzeigen", so die Pressesprecherin des Bündnisses, Stephanie Johanna Goldbach.

Die Aktivisten zeigen sich zuversichtlich, einen Beitrag zu einer tier- und menschenfreundlicheren Welt zu leisten. "Die derzeitigen Trends geben uns Recht", erklärt Goldbach und beruft sich dabei auf den steigenden Anteil an Vegetariern und Veganern in der Bevölkerung.

Bei Rückfragen an unsere Presseabteilung presse@berlin-vegan.de oder über unsere Pressesprecherin Stephanie Johanna Goldbach, Tel.: 0163 / 618 67 73.


05.12.07 15:24 Alter: 3 yrs
Berlin
Schweinemasken anstatt Schweinesteak

Demonstrantion mit Transparentkette

menschliches Fleisch in der Fleischschale

Kategorie: Aktivitäten, Demonstration, Allgemein, Berlin

 

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071202_tim_maelzer.pdf