Beendigung des Hungerstreiks in der Wilhelmstraße
Am Mittwoch, den 27.08.2008, wurde um 11 Uhr dieser einwöchige Hungerstreik beendet. Mit dem Ende der Käfigaktion hoffen wir, dass unsere Forderungen erfüllt werden, um uns bei unserem Anliegen für das Wohlbefinden der Hennen zu unterstützen.
Auf Initiative der Stiftung "Albert Schweitzer für unsere Mitwelt" begann am 20.08.2008 um 12.00 Uhr ein Hungerstreik vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin.
Die Forderungen lauteten:
- Der Lebensmittelhandel steigt komplett aus dem Handel mit Käfigeiern aus, so wie es einige Konzerne (Aldi Nord, Norma, Tegut usw.) bereits vorgemacht haben.
- Die politische Legalisierung der Tierqual muss endlich gestoppt und das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1999 beachtet werden, das die Käfighaltung von Hennen als Tierquälerei bezeichnet.
- Eine große Hilfe wäre es, wenn die Verbraucher ihr eigenes Einkaufverhalten überdenken und auf Tierquallprodukte komplett verzichten.
Hintergrund:
Von den rund 40 Millionen so genannten Legehennen in Deutschland leben - trotz der schon 1999 getroffenen eindeutigen Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts - noch immer etwa 2/3 in artwidrigen Käfigen. Zusätzlich missachtet Minister Seehofer die 2002 geschaffene Staatszielbestimmung in Artikel 20a GG, durch die der Tierschutz verfassungsrechtlichen Rang erhielt. Auch die jetzt mögliche "Kleingruppenhaltung" ist eine qualvolle Käfighaltung. Eier aus dieser Haltung müssen mit der Nr. 3 (Käfighaltung) gekennzeichnet werden. Die Hennen haben im Verhältnis zum alten Käfig nur einen Bierdeckel mehr an Fläche. Damit können die Hennen ihre Grundbedürfnisse - wie z.B. Scharren, Sandbaden, Flattern - weiter nicht befriedigen. Die Einrichtungen dieser Käfige haben weitgehend eine Alibifunktion.
Bereits vor der Unterzeichnung der rechtswidrigen Verordnung durch Minister Seehofer gaben die Verbraucher ihre Meinung klar zu erkennen, indem sie mehr als die Hälfte der Schaleneier aus alternativen Haltungsformen kauften. Auch nahezu der gesamte Handel erkennt die Zeichen der Zeit. Nach Aldi, Norma, tegut und Plus beabsichtigt nun auch Edeka-Südwest, ab Oktober 2008 nur noch Eier aus Boden-, Freiland-, oder Biohaltung anzubieten. Die Eier aus der alten Käfighaltung sowie aus der "Kleingruppenhaltung" sollen ausgelistet bzw. nicht mehr beworben werden.
Minister Seehofer trägt die Verantwortung für das Leiden jeder einzelnen Henne im Käfig, denn Anfang 2007 wäre nach der von ihm kassierten Verordnung seiner Vorgängerin im Amt, Frau Künast, Schluss mit der Käfighaltung der "Legehennen" gewesen. Damit wären die Anforderungen des Tierschutzgesetzes wenigstens bei einer so genannten Nutztierart erfüllt worden. Den zu industriell verwertbaren Eierlegemaschinen gezüchteten Hennen, die weit vor Ablauf ihrer natürlichen Lebenszeit ausgelaugt im Schlachthaus enden, wäre zumindest die Qual der Käfighaltung erspart geblieben.

3. Tag: Aktivistin im Käfig

3. Tag: Das Ministerium bei Nacht

4. Tag: Seehofer Hand in Hand mit dem Chefjäger Karl-Heinz Thiele

8. Tag: Ende des Hungerstreiks, Künstlerische Aufarbeitung eines trauigen Themas



8. Tag - Ende des Hungerstreiks, eine Aktivistin als Huhn verkleidet wird tot aus dem Käfig getragen