Berlin-Vegan: Zum Weltklimagipfel: Riesenschwein und Kühe besetzen Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude
 

Zum Weltklimagipfel: Riesenschwein und Kühe besetzen Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude

Mit einem riesigen, 5 Meter hohen aufblasbaren Schwein haben Aktivisten in Kuh- und Schweinekostümen am Dienstag, den 15.12.2009, von 10 bis 13 Uhr die Wiese vor dem Reichstagsgebäude symbolisch besetzt und dabei vegan gegrillt. Die leckeren veganen Bratwürste wurden uns freundlicherweise von Viana gesponsort.

Diese spektakuläre Aktion fand anlässlich des „Agriculture Action Day“ zum Klimagipfel in Kopenhagen statt, um Politiker und Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass die Tierproduktion nicht nur jede Menge Tierleid, sondern zudem 51% des Klimaeffekts verursacht. Dazu wurde der Schriftzug „Fleisch und Milch – Klimakiller Nr. 1“ überdimensional mitten auf der Wiese mit Stoffbahnen ausgelegt. Wir fordern eine komplett andere und zukunftsfähigere Landwirtschaft – menschlich, gerecht für alle Teile der Erde, nachhaltig, umweltfreundlich und vor allem ausbeutungsfrei, also ohne die Nutzung von Tieren.

Ein paar gute, informelle Links dazu:

Und hier noch der weitere Text aus unserer Pressemitteilung:

Die FAO hat bereits 2006 eine Studie zu den wichtigsten Faktoren der von Menschen verursachten Treibhausemissionen veröffentlicht. Diese Studie ist die anerkannte Referenz, auf die auch alle anderen renommierten Studien seither verweisen. Bereits darin wird die Tierproduktion mit 18% noch vor dem Verkehr als größter Emissionsfaktor genannt! Die FAO berücksichtigt Emissionen von Treibhausgasen aus der Tierhaltung und dem Futtermittelanbau wie CO2, Methan und Lachgas sowie auch größtenteils aus Brandrodungen für Weideland und Futtermittelanbau. Das World Watch Institute hat im Nov. 2009 als Reaktion darauf ebenfalls eine Studie veröffentlicht, um die von der FAO nicht erfassten Faktoren zu integrieren. Danach ist die Tierproduktion sogar für 51% des vom Menschen verursachten Klimaeffekts verantwortlich!

Um 1 kg Fleisch zu produzieren werden bis zu 22 kg Getreide sowie mehr als 15.000 Liter Wasser verschwendet (mehr als der Jahresverbrauch bei täglichem Duschen) und die Emissionen sind so hoch wie bei einer Autofahrt von 250 km. Wegen des exzessiven menschlichen Fleischkonsum, vor allem in unseren Industrieländern, werden jährlich fast 60 Milliarden sog. Nutztiere geschlachtet; Fische und sog. Meeresfrüchte aus den leergefischten Meeren noch gar nicht eingerechnet.

Auch der Welthunger ist nicht "nur" ein Verteilungsproblem. Im Zeitalter von Bioenergie wird immer deutlicher, welche wichtige Ressource die der Landwirtschaft zur Verfügung stehende Fläche ist. Eine Ernährung mit Tierprodukten benötigt die 10-fache landwirtschaftliche Fläche im Vergleich zur veganen Ernährung. Ein erster guter Schritt wäre z.B. die Einführung eines vegetarischen Wochentages für Berlin nach Vorbild des vegetarischen Donnerstags im belgischen Gent und natürlich eine Änderung des Konsums der Verbraucher.


16.12.09 15:12 Alter: 92 days
Berlin

Kategorie: Aktivitäten, Demonstration, Allgemein, Berlin

Von: SJG