Ostern einmal etwas anders - Kritische Aktionen
Zu Ostersamstag und -sonntag fanden von unserem Tierrechtsbündnis veranstaltet zwei kirchenkritische Aktionen mit einer überdimensionalen „Bibel“ und Kostümen gegen die allgegenwärtige Tierausbeutung statt.
Am Ostersamstag, den 22.03.08, sprach das Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan die Passanten am Breitscheidplatz einmal in etwas anderer als gewohnter Form an. Zu diesem Zweck wurde eine schwarzgewandete „Bibel“ mit den Maßen 1x0,50 m aufgestellt. Darin enthaltene weniger bekannte Aussagen aus der Bibel und aus apokryphen Schriften sollten flanierenden Gläubigen in ihrer Sprache das gerade an hohen Feiertagen verursachte Tierleid als nicht gottgewollt verdeutlichen.
Das Buch schlägt einen Bogen von der Schöpfungsgeschichte (Genesis / 1. Buch Mose) mit dem dort enthaltenen veganen Speisegebot Gottes über biblische Prophetenworte und außerbiblische Schriften bis zum Kirchenvater Hieronymus (ca. 342-420 n. Chr.). Letzterer verdeutlicht, dass nach der Erlösungstat des Jesus Christus und seiner Rückkehr zum Vater für Christen nach ihrer eigenen religiösen Logik das anfängliche Speisegebot wieder gilt. Angeprangert wird auf der letzten Seite des Buches der andauernde Verrat der Kirche an den Tieren. Hierzu ist bemerkenswert, dass die katholische Kirche Hieronymus zum Patron ihrer theologischen Fakultäten ernannt hat. Illustriert werden die Texte durch Fotos vom Leben und Sterben der sogenannten Nutztiere im christlichen Abendland.
Um den Anschein zu vermeiden, Tierrechte religiös begründen zu wollen, enthielt das Buch auch weltliche Hinweise auf den von aufgeklärten Menschen zu fordernden Umgang mit Tieren. Begleitende Transparente verdeutlichten unseren Standpunkt, dass zu einer wirklich humanen Gesellschaft die vegane Ernährung und die Anerkennung von Tierrechten gehört.
Die Reaktionen des Publikums schwankten zwischen Neugier, was sich wohl zwischen den Seiten des aufgrund seiner Größe und Machart auffälligen „Buches“ befinden mochte, und regem Interesse am gezeigten Inhalt.
Am Ostersonntag, den 23.3.08, konfrontierten wir die Besucher des Ostergottesdienstes im Berliner Dom mit „Bibel“, Transparenten und Schweinekostümen. Auf Grund einer polizeilichen Anordnung kamen wir nicht so nahe an die Kirchgänger heran, wie dies zur optimalen Präsentation der „Bibel“ und unseres Anliegens wünschenswert gewesen wäre. Dennoch verirrten sich einige Gläubige in unsere Nähe, und es kam auch zu Gesprächen über den Inhalt der „Bibel“. Ein Paar wird danach zuhause sicher noch Diskussionsbedarf gehabt haben. Während die Ehefrau sich nach anfänglichen Widerständen vom veganen Speisegebot überzeugen ließ, schwankte der Ehegatte noch zwischen einer Akzeptanz dessen, was er nach der Erlösungsdoktrin glauben müsste, und der Vorfreude auf sein gewohntes Fleischmahl.
Eine ausführliche Erläuterung zum Thema Christentum und Tierrechte befindet sich rechts im Dokument "Christentum_und_Tierbefreiung.pdf"
- Dateien:
Christentum_und_Tierbefreiung.pdf









